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Bauern protestieren vor Ministerium gegen Pestizid-Pläne der EU 

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Traktoren stehen in einer Straße in der Nähe des baden-württembergischen Umweltministeriums.
Baden-württembergische Bauern haben ihrem Ärger über Bestrebungen der EU nach deutlich weniger Pestizideinsatz Luft gemacht. Mit Dutzenden Traktoren fuhren sie in einem Konvoi zum Umweltministerium und riefen dazu auf, die Brüsseler Pläne zu stoppen. © dpa/Marijan Murat

Straße statt Feld, Protest statt Pflanzenbau: Bauern aus dem ganzen Land sind in Stuttgart zusammenkommen, um lautstark ihre Kritik an den jüngsten Plänen der EU loszuwerden. Mit dabei: ihre Traktoren.

Stuttgart (dpa/lsw) - Baden-württembergische Bauern haben am Mittwoch ihrem Ärger über Bestrebungen der EU nach deutlich weniger Pestizideinsatz Luft gemacht. Mit Dutzenden Traktoren versammelten sie sich vor dem Umweltministerium in Stuttgart und riefen dazu auf, die Brüsseler Pläne zu stoppen. Besorgt sind die Bauern vor allem wegen des Vorhabens, konventionelle und Bio-Pflanzenschutzmittel auf «empfindlichen Flächen» weitgehend zu verbieten.

«Wir erwarten eine deutliche Korrektur des Gesetzentwurfs», sagte Veranstalter Christian Coenen, ein Ackerbauer aus Philippsburg (Kreis Karlsruhe). «Wir möchten ein Miteinander und keine Verbote, wir möchten mit an den Tisch, wenn es um Veränderungen gehen soll», heißt es zudem im Aufruf zum Protest, der im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags organisiert wurde. «Wir sind die Praktiker, und es ist auch unsere Zukunft!»

Generelles Verbot von Pflanzenschutzmitteln würde laut Landwirte das Aus bedeuten

Ein generelles Verbot von Pflanzenschutzmitteln in den Schutzgebieten würde nach Einschätzung der Landwirte für viele Betriebe mit Obst-, Wein- und Gemüseanbau, aber auch mit Ackerbau das Aus bedeuten. «Das gilt nicht nur für konventionelle Betriebe, sondern auch für Biobetriebe, denn auch die müssen Pflanzenschutzmittel anwenden», sagte Coenen.

Naturschützer nannten es dagegen einen Trugschluss zu glauben, dass Ernteerträge auf Dauer nur mit intensivem Pestizideinsatz gesichert werden könnten. «Das Gegenteil ist der Fall», sagte die Agrarreferentin des Naturschutzbundes Baden-Württemberg (Nabu), Anna Sesterhenn. «Die weltweite Ernährungssicherheit ist auf lange Sicht nur durch vielfältige und widerstandsfähige Ökosysteme zu erreichen. Wir riskieren nicht mit, sondern ohne eine drastische Pestizidreduktion in Europa eine Nahrungsmittelkrise.»

Pestizide werden etwa gegen Insekten oder andere Tiere, Pilze oder Unkraut eingesetzt.

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