Verschärfung beim CO2-Ausstoß

Wirtschaftsministerin schreibt warnenden Brief an Kretschmann: Diese Regelungen sind zu hart

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Baden-Württemberg muss im Kampf gegen den Klimawandel CO2 einsparen. Davon ist auch die Autoindustrie stark betroffen. Die Wirtschaftsministerin findet: zu stark.

Stuttgart - Fahrzeughersteller weltweit müssen in Zukunft CO2-Grenzwerte einhalten, damit der Klimawandel noch gestoppt werden kann. Die gesteckten Ziele sind groß, zuletzt schnitt Daimler im Vergleich zu anderen Autobauern peinlich ab. Um Strafzahlungen zu vermeiden, muss der Konzern aus Stuttgart den Rückstand schnellstmöglich aufholen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann kündigte sogar das Ende des Verbrenners an. Ab dem Jahr 2035 will Winfried Kretschmann keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zulassen. Die Forderungen nach einer raschen Reduktion des CO2-Ausstoßes werden aber auch kritisiert. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut glaubt, dass die Autoindustrie durch die Regeln überfordert werde.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin: Regelungen zum CO2-Ausstoß überfordern Industrie und Gesellschaft

Ihre Besorgnis drückte die Wirtschaftsministerin Baden-Württembergs in einem Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus, der der dpa vorliegt. Derzeit ist vereinbart, dass die Autobauer in der EU den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotte bis 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich jeweils zu 2021 verringern müssen. Nach Ansicht von Nicole Hoffmeister-Kraut solle es dabei bleiben.

CO2-Ausstoß: Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut schrieb einen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Fotomontage).

Denn die EU plant noch schärfere Regeln bis hin zum Verbot des Verbrenners. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Verschärfung ins Spiel gebracht. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin glaubt, dass Wirtschaft und Gesellschaft durch kurzfristige Verschärfungen aber überfordert würden.

CO2-Grenzwerte: Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin kritisiert Fokus auf ökologische Aspekte

Nicole Hoffmeister-Kraut sieht durch die strengen CO2-Grenzwerte vor allem Arbeitsplätze in Baden-Württemberg bedroht, die direkt oder indirekt von der Autoindustrie abhängen. „Die Transformation des Verkehrsbereichs darf deshalb nicht nur ökologische, sondern sie muss auch ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigen“, so die Wirtschaftsministerin laut dpa.

Jedes zusätzliche Gramm an CO2-Einsparung verursache „erhebliche Kosten“. Unterstützung bekam die Wirtschaftsministerin indirekt bereits zuvor von der Chefin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller. „Mit der Einführung der geplanten EU-7-Norm wird die EU-Kommission Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 de facto verbieten“, so Hildegard Müller laut SWR.

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