Toxisches Sekret

Giftige Amphibie streift durch Baden-Württemberg: Gefahr für Hunde und Katzen

  • Julian Baumann
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In Baden-Württemberg gibt es mehr giftige Tiere, als viele denken. Auch eine Amphibie durchstreift die Wälder, das Gift des Tieres ist vor allem für Hunde und Katzen eine Gefahr.

Stuttgart - In den Städten und Wäldern in Baden-Württemberg gibt es deutlich mehr gefährliche Tiere, als viele vielleicht denken. Große Raubkatzen und exotische Giftschlangen finden sich zwar im zoologisch-botanischen Garten Wilhelma in der Landeshauptstadt Stuttgart, mehrere kleinere Tiere können jedoch auch auf offener Straße oder beim Wandern durch die Natur zur Gefahr werden. Bill Gates warnte bereits vor dem „gefährlichsten Tier der Welt“. Die Tigermücke wurde inzwischen nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Heilbronn gesichtet. Zudem breitet sich auch eine andere gefährliche Mücke aus, die nicht so harmlos ist, wie viele denken.

Neben den lästigen und stellenweise auch gefährlichen Insekten, gibt es in Baden-Württemberg auch Giftschlangen, die für einige Menschen besonders gefährlich sind. Für den Menschen noch verhältnismäßig harmlos ist dagegen eine Amphibienart, die vor allem in Laub- und Mischwäldern zu finden ist. Laut der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ist der Feuersalamander der größte einheimische Schwanzlurch im Südwesten. Sein Gift ist vor allem für Hunde und Katzen gefährlich.

Giftige Amphibie in Baden-Württemberg: Um das Tier ranken sich Legenden

Der Feuersalamander verdankt seinem Namen nicht etwa dem Umstand, dass er Feuer speien kann. Dennoch ranken sich um das schwarz-gelb gefleckte Tier mehrere Legenden. In der Vergangenheit war der Aberglaube weit verbreitet, das Sekret des Feuersalamanders könne Feuer löschen, schreibt der World Wildlife Fund (WWF). Deshalb warf man die Tiere bei Bränden oftmals ins Feuer und ging davon aus, die Flammen könnten dem Salamander nichts anhaben. Tatsächlich sind die Salamander in der Lage, aus Drüsen in ihrer Haut ein weißliches Sekret abzuschießen. Das löscht zwar kein Feuer, führt beim Menschen jedoch zu einem Brennen auf der Haut.

Der Feuersalamander ist auch in Baden-Württemberg weit verbreitet. Sein Gift ist vor allem für Hunde und Katzen gefährlich.

Wirklich gefährlich ist das giftige Sekret jedoch für Füchse und auch für Haustiere wie Hunde und Katzen. Damit verteidigt sich die Amphibienart nämlich gegen natürliche Feinde in der freien Wildbahn. Der Feuersalamander ist in der Schweiz, in Österreich und auch in Deutschland weit verbreitet. „In Baden-Württemberg ist der Feuersalamander in allen Laub- und Laubmischwäldern mit kühlen Bächen flächig verbreitet“, schreibt die Landesanstalt für Umwelt. Besonders wohl fühlt er sich in den großen Wäldern wie dem Schwarzwald. Beim Spaziergang durch den Wald sollten sich Hundehalter demnach besonders vor den schwarz-gelben Lurchen in Acht nehmen.

Feuersalamander in Baden-Württemberg: Gefahr für Tiere und Kinder

Der in Baden-Württemberg weit verbreitete Feuersalamander schreckt natürliche Feinde oftmals bereits durch sein markantes Äußeres und die farbliche Gestaltung ab. Sollte ein Hund diese Warnung jedoch missachten, setzt der Salamander das giftige Sekret ein. Das kann fatale Folgen für die Vierbeiner haben. Hunde und Katzen können durch den Kontakt mit dem Gift eine Maulsperre oder eine Genickstarre erleiden, schreibt das Portal fokus-biologische-vielfalt.de das vom Umweltministerium unterstützt wird. Zudem können kleinere Hunde auch an den Folgen des Giftes sterben.

Für einen erwachsenen Menschen ist das Sekret des Feuersalamanders bis auf ein Brennen auf der Haut ungefährlich. Bei Kindern kann ein Kontakt jedoch zu Übelkeit und Erbrechen führen. In Baden-Württemberg ist die Verbreitung des Feuersalamanders laut der Landesanstalt für Umwelt in den vergangenen Jahren größtenteils konstant geblieben. Die Amphibienart ist grundsätzlich nicht aggressiv und verspritzt ihr Gift nur in einer Gefahrenlage. Dennoch sollte man gerade in den dichter bewaldeten Regionen die Augen nach den gelb-schwarzen Lurchen offen halten, damit das Haustier dem für Tiere durchaus gefährlichen Salamander nicht zu nahe kommt.

Rubriklistenbild: © Maurizio Gambarini

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