„Gefahr unvermindert groß“

Zielscheibe des IS? Baden-Württemberg bereitet sich auf mögliche Terroranschläge vor

Ein Polizist steht in einer Straße vor einem Absperrband.
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Mitten in der Terror-Nacht in Wien stellten sich zwei Männer als wahre Helden heraus. (Symbolbild)
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    vonJulian Baumann
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Nach dem Terror-Angriff in Wien verstärkt auch Baden-Württemberg die Schutzmaßnahmen. Das Land will den Kampf gegen den Terror entschieden fortsetzen.

Stuttgart - Nach dem Terror-Angriff in Wien meldete sich Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, zu Wort und nannte den Anschlag „in höchstem Maße bestürzend“, wie derSWR berichtete. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) kündigte am Dienstag in der Landeshauptstadt Stuttgart an, den Kampf gegen den Terror entschieden fortsetzen zu wollen, deshalb werden nun auch die Schutzmaßnahmen im Bundesland deutlich verstärkt.

Am Montagabend ereigneten sich im Stadtzentrum von Wien mehrere terroristische Anschläge. Bei den Angriffen nahe einer bedeutenden Synagoge wurden vier Menschen getötet und mindestens 22 zum Teil schwer verletzt. Die österreichische Polizei erschoss den Täter und geht aktuell von einem Einzeltäter aus. Inzwischen hat sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu den Anschlägen bekannt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete.

Nach den erschreckenden Taten verstärkte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen im offenen Raum, wie der Chef der obersten Polizeibehörde im ORF sagte. Auch Baden-Württemberg will den Schutz vor möglichen Angriffen deutlich verstärken. Ausgebaut werden soll vor allem Schutzmaßnahmen von jüdischen Einrichtungen im Land.

Baden-Württemberg: Land verstärkt Schutzmaßnahmen gegen den Terror

Ralf Kusterer, der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg, will mögliche Anschläge auch hierzulande nicht ausschließen. „Wir dürfen uns in Deutschland nicht in Sicherheit wiegen und die Terrorgefahren verdrängen“, sagte er nach Angaben des SWR.Terroristen und extremistische Straftäter sind eine große Gefahr für unsere Bevölkerung und unseren Staat - auch in Deutschland.“ Laut Auffassung der Gewerkschaft sei der Schritt vom Extremisten zum Terroristen nicht groß. „Wir erleben seit geraumer Zeit, wie linker und rechter Extremismus ansteigen“.

Im Kampf gegen den Terror reagierte Baden-Württemberg sofort. „In Baden-Württemberg haben wir sofort nach Bekanntwerden des Anschlags die Schutzmaßnahmen an den jüdisch-israelischen Einrichtungen erhöht“, sagte Strobl am Dienstag, wie der SWR berichtete. „Wir führen nach diesem Anschlag in Österreich und nach den Attacken in Frankreich den Kampf gegen den Terror entschieden fort, um unsere Bürgerinnen und Bürger - egal welcher Herkunft und welchen Glaubens - zu schützen.“

Baden-Württemberg: Gefahr vor islamistischer Terroranschläge in Deutschland unvermindert groß

Der Täter bei den Anschlägen in Wien hatte Kontakte zu deutschen Islamisten, wie der Spiegel mit Berufung auf ein Urteil des Landesgerichts in der österreichischen Hauptstadt berichtete. Im Januar 2015 kam es zu einem ebenfalls islamistischen Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris. Bei dem Angriff wurden insgesamt zwölf Menschen getötet. Auch in Deutschland sei die Gefahr vor islamistischen Terroranschlägen unvermindert groß, sagte Strobl am Dienstag. „Mehrfache terroristische Anschläge in Frankreich und nun in Österreich fordern höchste Wachsamkeit auch bei uns.“

Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg hat nach eigenen Angaben immer wieder vor extremistischen Angriffen gewarnt. „Wenn Linksextremisten, Rechtsextremisten und Islamisten auf Twitter Gewalt geradezu gemeinsam feiern, dann siehst du Antisemitismus“, schrieb Blume in einem Twitter-Post.

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