Forschung im Südwesten

Baden-Württemberg ist bei EU-Ranking Spitzenreiter - und hängt Italien, Kanada und Schweden ab

Blick auf die Altstadt von Heidelberg
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Baden-Württemberg ist Spitzenreiter bei Forschungsausgaben - Heidelberg ist eines der Zentren
  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Baden-Württemberg investiert mehr in Forschung und Entwicklung, als so manches Land insgesamt. Das hat ein Vergleich mit 90 Regionen der EU ergeben.

  • Baden-Württemberg investiert mehr in Forschung und Entwicklung als alle anderen EU-Regionen.
  • Die Ausgaben überschreiten sogar die einiger Länder, beispielsweise Italien, Kanada oder Schweden.
  • Insgesamt fließen 5,6 Prozent des BIP Baden-Württembergs in Forschung und Entwicklung.

Stuttgart - Forschung und Entwicklung in Baden-Württemberg haben eine lange Tradition. Dabei spielt besonders die Region um Stuttgart eine tragende Rolle. Die Wirtschaft in Stuttgart ist von der Autoindustrie geprägt und Wohlstandsmotor. Die Erfinder des Automobils, Gottlieb Daimler und Carl Benz, stammen beide aus Baden-Württemberg. Mit den beiden Tüftlern nahm die Geschichte der weltweit erfolgreichen Daimler AG ihren Anfang.

Zuletzt machte die Daimler AG mit dem Mercedes Vision AVTR als Auto der Zukunft auf sich aufmerksam. Dabei ist der Forschungs- und Entwicklungsstandort Baden-Württemberg weit mehr als nur Daimler, Porsche und Co. Zum Beispiel hat das Tübinger Unternehmen CureVac schon erste Erfolge bei der Suche nach einem Imfpstoff gegen das Coronavirus verzeichnet. In Heidelberg wurde dagegen ein Medikament entwickelt, das nach 25 Jahren Forschungsarbeit das Leben zahlreicher Menschen retten könnte. Eine Auswertung des Statistischen Landesamtes zeigt jetzt, warum Baden-Württemberg so erfolgreich in Forschung und Entwicklung ist.

Baden-Württembergs Investitionen in Forschung und Entwicklung übersteigen sogar die Ausgaben von ganz Italien

Im Vergleich mit allen 90 Regionen der EU ist Baden-Württemberg sogar Spitzenreiter, was die Investitionen in Forschung und Entwicklung angeht. Insgesamt 37,7 Milliarden US-Dollar (ca. 34 Milliarden Euro) hat Baden-Württemberg im Jahr 2017 in diese Bereiche investiert. Da die Daten nur alle zwei Jahre erhoben werden, sind die Zahlen aus 2017 die aktuellsten. Mit Ausgaben dieser Höhe liegt Baden-Württemberg sogar noch vor Ländern wie Italien, Kanada, Schweden, Israel oder Österreich. Italien investierte 2017 beispielsweise „nur“ etwa 31 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.

Den zweiten Platz unter den EU-Regionen belegt weit abgeschlagen Südösterreich, das 2017 rund 3,4 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgab. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes leistet Baden-Württemberg mehr als ein Viertel der deutschlandweiten Investitionen für Forschung und Entwicklung.

Forschung und Entwicklung: Baden-Württemberg gibt im Verhältnis zum BIP mehr aus, als die USA

Ebenfalls erstaunlich ist der Anteil des Bruttoinlandsprodukts Baden-Württembergs, der für Forschung und Entwicklung ausgegeben wird - die so genannte FuE-Intensität. 5,6 Prozent des BIP Baden-Württembergs gibt das Land für die beiden Bereiche aus. In ganz Deutschland sind es 3,1 Prozent und in den USA sogar nur 2,8 Prozent. Allerdings sind diese 2,8 Prozent in den USA auch deutlich mehr Geld: etwa 480 Milliarden Euro.

Selbst forschungsfreudige Länder wie Südkorea geben nur 4,3 Prozent ihres BIP für Forschung aus, auch hier ist allerdings der absolute Betrag mit etwa 79 Milliarden Euro um ein Vielfaches höher als in Baden-Württemberg. In der Auswertung des Statistischen Landesamtes haben nur die US-Bundesstaaten New Mexiko und Massachusetts - immerhin Heimat des berühmten Massachusetts Institute of Technology - mit 7,0 und 5,8 Prozent einen höheren Anteil ihrer Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Investitionen in Forschung und Entwicklung sind laut Statistischem Landesamt wichtig, um international Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

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