Zahl steigt

Drohendes Armutsrisiko in Baden-Württemberg: Jeder Siebte betroffen

Symbolbild zum Thema Armmutsgefährdung.
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Baden-Württemberg: Jeder Siebte von Armutsrisiko betroffen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Das Armutsrisiko ist in Baden-Württemberg im Jahr 2019 gestiegen. Jeder siebte Mensch im Bundesland ist betroffen - der Südwesten liegt dabei jedoch im Bundestrend.

Stuttgart - Baden-Württemberg gilt als eines der reichsten deutschen Länder. Die starke Wirtschaft in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg garantiert einen gehobenen Lebensstandard. In der Landeshauptstadt verdient man im direkten Vergleich mit den Hauptstädten der anderen Bundesländer in Stuttgart sogar am meisten. Trotzdem steigt auch das Armutsrisiko im Südwesten beständig an.

Laut einer Mitteilung des Statistischen Landesamtes mit Sitz in Stuttgart ist das Armutsrisiko im Jahr 2019 deutlich gestiegen. Im angegebenen Jahr verfügten 15,6 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens im Land, das teilte das Amt anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober 2020 mit. Die Angabe bedeutet, dass jeder siebte Mensch in Baden-Württemberg von dem Armutsrisiko betroffen ist. Die Gefährdung nahm seit 2011 um etwa einen Prozentpunkt zu.

Baden-Württemberg: Vor allem junge und alte Menschen vom Armutsrisiko betroffen

Laut den Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes sind in Baden-Württemberg vor allem zwei Altersgruppen besonders von dem Armutsrisiko betroffen: junge und alte Menschen. Im Jahr 2019 waren 24,6 Prozent der 18 bis 25-Jährigen betroffen. Dies liegt laut dem Amt daran, dass sich diese Altersgruppe noch oftmals in der Ausbildung befinde. Die Gefahr der Altersarmut war bei 65-jährigen und älteren Menschen ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Sie waren zu 18,2 Prozent gefährdet. Bei dieser Altersgruppe hat die Gefährdung in den vergangenen zehn Jahren massiv zugenommen.

Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass Frauen in Baden-Württemberg im Durchschnitt stärker vom Armutsrisiko betroffen sind als Männer. Im Jahr 2019 waren 16,6 Prozent der Frauen gefährdet und 14,5 Prozent der Männer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war jeder zweite Arbeitslose, also 49,2 Prozent, armutsgefährdet.

Baden-Württemberg und das Armutsrisiko: Was bedeutet „arm“ sein?

Um die Angaben des Statistischen Bundesamtes richtig einordnen zu können, ist die Frage relevant, ab wann ein Mensch als „arm“ gilt. Als arm gelten Menschen, wenn sie über weniger als 60 Prozent des Netto-Durchschnittseinkommens aller Menschen in Baden-Württemberg verfügen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. Laut Angaben der Behörde lag diese Schwelle im Jahr 2019 für einen Einpersonenhaushalt bei 1.167 Euro, was den höchsten Wert in ganz Deutschland darstellt. Für einen Familienhaushalt lag der Wert bei 2.451 Euro. Mit der Zunahme der Armutsgefährdung liegt Baden-Württemberg jedoch im Bundestrend.

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