Sparsamkeit der Schwaben

Wissenschaftlich geprüft: Ranking bestätigt Vorurteil über Baden-Württemberger

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Es ist das Klischee schlechthin: Die Menschen in Baden-Württemberg sind besonders sparsam. Das Statistische Landesamt hat das jetzt sogar mit Zahlen belegt.

Stuttgart - Erst Anfang September hatte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung erfreuliche Nachrichten für die Bewohner Baden-Württembergs: In Deutschland werden die Baden-Württemberger am ältesten. Woran das genau liegt, verrät die Statistik allerdings nicht, möglicherweise hängt es aber auch mit der guten wirtschaftlichen Lage im Südwesten zusammen.

Denn: Die Menschen in Baden-Württemberg gelten in ganz Deutschland als fleißig und sparsam, wenn nicht sogar geizig. Die Baden-Württemberger selbst sehen das weniger als Vorurteil, sondern sind insgeheim ein bisschen stolz darauf. Nicht umsonst gibt es schwäbische Sprichwörter wie „Schaffa, schaffa, Heisle baua“, das den fleißig arbeitenden und auf sein Haus sparenden Schwaben umschreibt. Das Statistische Landesamt in Baden-Württemberg hat das Klischee jetzt sogar mit Zahlen untermauert.

Menschen in Baden-Württemberg sind laut Statistik die sparsamsten Deutschen

Das Statistische Landesamt veröffentlichte dazu heute Zahlen aus dem Jahr 2018. Pro Kopf sparten die Baden-Württemberger 2018 knapp 3.380 Euro. Dicht dahinter folgen die Bayern mit etwa 3.310 Euro pro Kopf. Die Menschen in Baden-Württemberg legten damit sogar 7,5 Prozent mehr Geld auf die Seite, als noch im Jahr zuvor.

Auch bei der Sparquote kann kein anderes Bundesland mit den Baden-Württembergern mithalten. Der Anteil des Sparvolumens am verfügbaren Einkommen betrug bei den Schwaben 13,1 Prozent. Zum Vergleich: Die Sparquote beim Schlusslicht Sachen-Anhalt betrugt 2018 6,3 Prozent. Auf ganz Deutschland übertragen beträgt die Sparquote 11 Prozent.

Harald Schmidt, selbst Schwabe, machte sich in seiner Show gern über Baden-Württemberger lustig

Die Baden-Württemberger können nicht nur sparen: Auch die Konsumausgaben steigen im Südwesten

Böse Zungen würden jetzt wahrscheinlich sagen, dass sich die Menschen in Baden-Württemberg zu Tode sparen. Aber auch das widerlegen die Zahlen des Statistischen Landesamtes. Denn obwohl die Schwaben 2018 prozentual mehr sparten, als im Vorjahr, gaben sie auch mehr Geld aus. Es scheint, als wäre auch am dem schwäbischen Sprichwort „Bei de Arme lernt mr‘s Kocha, bei de Reiche lernt mr‘s Spara“ etwas Wahres dran.

Im Vergleich zum Vorjahr gab 2018 jeder Einwohner in Baden-Württemberg 440 Euro mehr aus. Insgesamt beliefen sich laut Statistischem Landesamt die Konsumausgaben pro Kopf auf 22.330 Euro. Nur in Hamburg und Bayern geben die Menschen mehr Geld aus aus.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Bernd Weißbrod/dpa

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