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FDP schürt Gerüchte: Will Kretschmann Bundespräsident werden?

  • Valentin Betz
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Gerade erst wurde Winfried Kretschmann als Ministerpräsident von Baden-Württemberg bestätigt. Die FDP schürt jetzt Gerüchte, wonach der Grünen-Politiker Bundespräsident werden will.

Stuttgart - Die Politik in Stuttgart wird zwar künftig von einem CDU-geführten Rathaus bestimmt, das Bundesland wird aber weiterhin von einer grün-schwarzen Landesregierung gesteuert. Gerade erst hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine dritte Amtszeit begonnen und die neuen Minister vorgestellt.

Mit seinen 73 Jahren ist der Grünen-Politiker Winfried Kretschmann damit nicht gerade der jüngste Ministerpräsident. Allerdings könnte seine dritte Amtszeit nicht die letzte politische Funktion sein, die Kretschmann übernimmt. Der FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat jetzt Gerüchte befeuert, denen zufolge Kretschmann im kommenden Jahr für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren könnte. Die Umstände dieser möglichen Kandidatur sind allerdings heikel.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Der Grünen-Politiker soll Bundespräsident werden wollen

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, gebe es laut FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke unterschiedliche Quellen aus Berlin, dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren könnte. Besonders heikel: Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Markus Söder hätten Kretschmann das neue Amt gar versprochen, wenn er in Baden-Württemberg wieder mit der CDU regiere.

Bundespräsident statt Ministerpräsident? Gerüchten zufolge könnte Winfried Kretschmann bald für ein neues Amt kandidieren.

Die Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition ist keine Selbstverständlichkeit. Winfried Kretschmann will Baden-Württemberg mit der CDU zum „Klimaschutzland“ machen – seine eigene Partei war aber weniger von der weiteren Zusammenarbeit überzeugt. Dass bei der Neuauflage der bisherigen Koalition auch noch andere ihre Finger im Spiel gehabt haben könnten, ist allerdings ein schwerwiegender Vorwurf.

Winfried Kretschmann als Bundespräsident? FDP-Fraktionschef wittert Absprachen

Entsprechend vorsichtig äußerte sich FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke auch zu dem Gerücht. „Beweisen kann man nichts“, räumte er laut Deutscher Presseagentur ein. Es stelle sich aber die Frage, wieso Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich entgegen den Gepflogenheiten so früh um eine weitere Amtszeit beworben habe. „Da muss irgendwo Feuer sein in Berlin“, so Hans-Ulrich Rülke. Der SPD-Politiker Steinmeier habe offensichtlich taktische Erwägungen im Hinterkopf gehabt, „um anderen Interessenten die Ablösung zu erschweren.“

Die Verbindung zwischen dem Grünen-Politiker Winfried Kretschmann und dem Amt des Bundespräsidenten ist indes nicht neu. Schon vor fünf Jahren war Kretschmann als Nachfolger von Joachim Gauck im Gespräch gewesen. Am Ende hatte der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel jedoch Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagen – und sich durchgesetzt. Sollten die Grünen nach der Bundestagswahl am 26. September an der nächsten Bundesregierung beteiligt sein, würden sich auch die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt, nochmal zu ihren Gunsten verschieben.

Bundespräsident statt Ministerpräsident: Welche Folgen hätte Winfried Kretschmanns Wahl für Baden-Württemberg?

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann selbst hat sich zu den Gerüchten bislang noch nicht geäußert. Aber nicht nur sein Alter lassen Zweifel an einer Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten zu. Während der Landtagswahl zog sich Winfried Kretschmann zurück, weil seine Frau an Krebs erkrankt war. Nach drei Amtszeiten als Ministerpräsident im Südwesten wäre es also durchaus auch möglich, dass sich der Grünen-Politiker zur Ruhe setzt.

Sollte Winfried Kretschmann aber doch Bundespräsident werden wollen und gewinnen, rechnet FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke nicht mit Neuwahlen in Baden-Württemberg. „Die CDU hat ja jeglicher Ambition auf dieses Amt abgeschworen“, sagte er der Deutschen Presseagentur. Er rechne damit, dass die Union die Koalition mit den Grünen erhalten und einen etwaigen grünen Nachfolger im Landtag mitwählen würde. Sollte es wider Erwarten doch eine Neuwahl des Parlaments geben, wäre diese der FDP „herzlich willkommen“. Es sei erkennbar, dass viele CDU-Anhänger unzufrieden mit dem grün-schwarzen Koalitionsvertrag seien und eine neue Heimat suchten.

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

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