Fastnacht trotz Pandemie

Aus Angst vor Corona-Hotspots: Alle Faschingsumzüge und Großveranstaltungen in Baden-Württemberg abgesagt

  • Valentin Betz
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An Fasching feiern in Baden-Württemberg traditionell viele Menschen zusammen. In der kommenden Saison soll das wegen des Coronavirus vermieden werden - Umzüge und Großveranstaltungen wurden deshalb abgesagt.

Bad Dürrheim - Menschenansammlungen sind aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ein schwieriges Thema. Öffentliche Großveranstaltungen sind nach wie vor untersagt. Das scheint angesichts der Auswirkungen bereits kleiner Privatpartys auch vernünftig. Zuletzt mussten in Biberach 600 Menschen nach einem Corona-Ausbruch wegen mehrerer Privatpartys in Quarantäne. Das Bedürfnis nach sorglosem Feiern und Tanzen ist bei den Menschen trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg aber groß. Immer wieder halten sich Menschen deshalb nicht an die Regeln.

Ende September feierten in Hockenheim Jugendliche eine illegale Party unter einer Autobahnbrücke. Die Polizei musste einschreiten, weil die Feierwütigen Abstandsregeln und Maskenpflicht ignorierten. Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg machen sich bereits jetzt die Betreiber von Weihnachtsmärkten Gedanken. In Freiburg findet wegen Corona der Weihnachtsmarkt ohne Glühwein statt. Ähnliche Schwierigkeiten kommen auf die Fans von Fasching zu. Die Veranstalter haben sich deshalb zu einem drastischen Schritt entschieden.

Fasching in Baden-Württemberg: Fünfte Jahreszeit ohne große Umzüge, Bälle oder Partys

Um die Verbreitung zu verhindern, haben sich die Narren wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg zu einer abgespeckten Form der Fastnacht entschieden. Traditionelle Großveranstaltungen sowie große Faschingsumzüge, wie sie beispielsweise am Rosenmontag üblich sind, wird es 2021 demnach nicht geben. Kleinere Veranstaltungen, Straßenaktionen und Bräuche soll es unter den geltenden Corona-Regeln geben, wie ein Sprecher Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) laut dpa am Mittwochabend in Bad Dürrheim sagte.

Fasching in Baden-Württemberg steht 2021 im Zeichen von Corona: Große Umzüge wird es nicht geben (Symbolbild).

Fastnacht 2021 wird nicht abgesagt“, hieß es demnach in dem Statement der Vereinigung. Ähnlich wie bei den Weihnachtsmärkten will die Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Narrenverbände in der nächsten Woche noch Empfehlungen für die geplanten Veranstaltungen ausarbeiten. In der Arbeitsgemeinschaft sind sämtliche 13 im Südwesten aktive Narrenverbände vertreten. Ende des Jahres wollen die Zünfte noch mal Rücksprache mit der Landesregierung halten.

Suche nach Alternativen: Wie Fasching in Baden-Württemberg trotz Coronavirus aussehen könnte

Für kleinere Faschings-Veranstaltungen in Baden-Württemberg trotz Coronavirus gibt es bereits konkrete Ideen. Die Präsidentin des Ortenauer Narrenbundes, Silvia Boschert, will laut SWR alte Bräuche wiederaufleben lassen. In Kehl ging man früher am Rosenmontag beispielsweise von Haus zu Haus und bettelte um Eier. Silvia Boschert könne sich aber auch einen leicht veränderten „Schulsturm“ vorstellen, bei der Schüler von Narren befreit würden um im Freien zu feiern, so der SWR. Die Präsidentin des Ortenauer Narrenbundes betonte gegenüber dem SWR, wie wichtig diese Faschings-Saison Veranstaltungen an der frischen Luft seien.

Der Präsident der Vereinigung der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte, Roland Wehrle, betonte gegenüber dem SWR ebenfalls, wie wichtig es sei, Fasching nicht gänzlich abzusagen. „Die Fastnacht kann überhaupt nicht abgesagt werden, die Fastnacht ist ein Fest. Das ist ein inneres Bedürfnis und niemand hat das Recht, die Fastnacht als jahreszeitliches Fest abzusagen, weder die Verbände, noch die Zünfte, noch die Politik,“ so Roland Wehrle.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel/dpa

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