Pilotprojekt in Stuttgart, Ulm und Heilbronn

Baden-Württemberg baut ganz spezielle Parkhäuser nur für E-Autos

Ein Auto lädt an einer Ladesäule der Stadtwerke Stuttgart.
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Baden-Württemberg plant spezielle Parkhäuser für E-Autos. Die ersten entstehen in Stuttgart, Ulm und Heilbronn.
  • Julian Baumann
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Baden-Württemberg will den Umstieg aufs E-Auto erleichtern und baut deshalb spezielle Parkhäuser. Das Pilotprojekt startet unter anderem in Stuttgart.

Stuttgart - Auf den Straßen der Landeshauptstadt Stuttgart und anderen Städten Baden-Württembergs sind immer mehr E-Autos verschiedener Hersteller zu sehen. Der Autobauer Mercedes-Benz will ab 2030 sogar nur noch batteriebetriebene Fahrzeuge produzieren und auch die Porsche AG feiert mit dem vollelektrischen Taycan große Erfolge. Eine große Voraussetzung für den endgültigen Durchbruch der E-Mobilität ist aber eine gut ausgebaute Lade-Infrastruktur. Das Ladenetz in Deutschland ist ein Trauerspiel, in Baden-Württemberg sieht es deutlich besser aus.

Die E-Autos stehen in den Städten Baden-Württembergs auf Parkplätzen vor den Ladesäulen und nehmen demnach viel Fläche in Anspruch. Um dem entgegenzuwirken, plant Baden-Württemberg spezielle Parkhäuser für E-Autos, die dementsprechend mit Ladesäulen ausgestattet sind. Laut einer Pressemitteilung des Landes soll das Pilotprojekt zunächst in den Städten Stuttgart, Ulm und Heilbronn starten.

E-Auto-Parkhäuser in Baden-Württemberg sollen neuen öffentlichen Raum erschließen

Die speziellen Parkhäuser für E-Autos und andere batteriebetriebene Fahrzeuge, Elektro(E)-Quartiershubs genannt, sollen einen Umstieg auch auf Bike- und Car-Sharing-Dienste ermöglichen, heißt es in der Pressemitteilung. Das Land Baden-Württemberg fördert allein das Pilotprojekt in Stuttgart, Ulm und Heilbronn mit 3,3 Millionen Euro. „Wenn Autos nicht mehr auf der Straße parken, dann entsteht dort neuer wertvoller öffentlicher Raum“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). „Das Parkhaus der Zukunft ist ein Ort der Vernetzung und des Umstiegs auf andere klimafreundlichere Verkehrsmittel.“

In den Pilotstädten sollen die neuen Parkhäuser für E-Autos laut Hermann auch den Fußgängern und Radfahrern entgegenkommen, in dem die E-Autos von den Straßen verschwinden. Die E-Quartiershubs sind zudem eine Erweiterung der Lade-Infrastruktur in Baden-Württemberg. Der Energieversorger EnBW hat bereits mehrere große Ladeparks an wichtigen Verkehrspunkten errichtet, die Parkhäuser sollen solche Hubs in den Innenstädten bieten. Allein in Stuttgart, Ulm und Heilbronn sollen durch das Projekt 391 neue Ladepunkte entstehen.

Baden-Württemberg: E-Auto-Parkhäuser sollen zusätzliche Mobilitätsangebote bieten

Zusätzlich zu den Lademöglichkeiten für E-Autos und E-Bikes sollen die E-Quartiershubs in Baden-Württemberg auch weitere Mobilitätsangebote bieten. Dazu zählt laut der Pressemitteilung das Ausleihen von Fahrrädern und E-Scootern, ein Car-Sharing-Angebot und der öffentliche Nahverkehr in unmittelbarer Nähe zu den Parkhäusern. Ziel der E-Hubs ist es, langfristig den parkenden Verkehr aus den Innenstädten in die Parkhäuser zu verlagern und so neuen Freiraum in den Stadtvierteln zu schaffen.

Diese freigewordenen Flächen könne beispielsweise für den in Stuttgart seit langem geforderten Ausbau der Rad- und Fußwege verwendet werden, heißt es weiter. Geplant ist, dass sowohl bestehende Parkhäuser und Tiefgaragen in den Städten entsprechend umgerüstet werden, als auch neue gebaut. In Stuttgart sollen beispielsweise die bestehenden Parkhäuser Stephangarage, Königsbau und Zeppelin Carré zu einem E-Hub mit insgesamt 165 Parkplätzen werden. In Heilbronn entsteht ein E-Hub dagegen im neuen Stadtquartier Neckarbogen. Nach den Pilotprojekten sollen viele weitere Städte in Baden-Württemberg mit solchen E-Auto-Parkhäusern ausgestattet werden.

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