Erhöhung wegen Coronavirus

E-Auto-Boom in Baden-Württemberg: Zahlen haben sich fast verdreifacht

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E-Autos sind noch weit davon entfernt, Verbrennungsmotoren zu verdrängen. Um die Nachfrage zu erhöhen, gibt es deshalb eine Kaufprämie. Die zeigt offenbar erstaunliche Erfolge.

  • In Baden-Württemberg haben in den letzten zwei Monaten mehr Menschen Anträge auf Kaufprämien für E-Autos gestellt.
  • Die Prämie wurde wegen des Coronavirus noch einmal erhöht, um einen größeren Anreiz zu schaffen.
  • Auch deutsche Fahrzeughersteller wie Daimler oder Porsche bringen immer mehr E-Autos auf den Markt.

Stuttgart - Nach wie vor streitet sich die Fachwelt darüber, ob dem E-Auto die Zukunft gehört. Verbrennungsmotoren, wie sie heute in Fahrzeugen verbaut sind, scheinen ein Auslaufmodell zu sein. Allerdings ist auch die Elektromobilität noch nicht frei von Fehlern und Problemen.

Trotzdem passen sich auch deutsche Fahrzeughersteller dem Trend zum E-Auto an und entwickeln eigene Modelle. Alleine die Daimler AG hat auf die Corona-Krise mit drei neuen Modellen reagiert - allerdings handelt es sich dabei nicht um reine E-Autos, sondern um Plug-in-Hybride. Auch der Sportwagenhersteller Porsche aus Stuttgart brachte zuletzt mit dem Taycan einen E-Sportwagen auf den Markt. In einem Direktvergleich mit Primus Tesla schneidet der Porsche jedoch schlecht ab. Das Tesla Model 3 ließ den teureren Porsche Taycan auf der Rennstrecke alt aussehen.

Bislang wird das E-Auto-Angebot der deutschen Fahrzeughersteller noch nicht übermäßig wahrgenommen. Um die Entwicklung zu beschleunigen, hat die Bundesregierung daher eine Prämie für den Kauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden ausgelobt. Der Daimler-Betriebsratschef war der Regierung bereits vor, mit dieser Maßnahme 95 Prozent der Jobs in der Autoindustrie zu gefährden. Zuletzt wurde der finanzielle Anreiz aufgrund der Corona-Krise sogar noch erhöht. In Baden-Württemberg zeigt sich jetzt: Die Maßnahme hat offenbar Erfolg.

Kaufprämie für E-Autos: Maßnahme sorgt in Baden-Württemberg für einen Boom

Kaufprämie für E-Autos: In Baden-Württemberg interessieren sich dadurch mehr Menschen für Elektrofahrzeuge oder Plug-in-Hybride.

Wie der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg e. V. bekanntgab, kann die Kaufprämie für E-Autos durch die Erhöhung wegen des Coronavirus auf bis zu 9.000 Euro ansteigen. Der Anteil der Hersteller beträgt dann 3.000 Euro. Von so einem finanziellen Anreiz ließ sich wohl auch der sparsame Schwabe in den letzten Monaten überzeugen. Während im Juni die Anzahl der Anträge auf die Kaufprämie in Baden-Württemberg noch bei 1.247 lag, verdreifachte sie sich im Juli fast auf 3.419.

„Viele Kunden haben auf die hohe Prämie gewartet. Nun sind wir gespannt, ob der Boom anhalten wird“, sagte der Präsident des Verbands, Michael Ziegler in einer Pressemitteilung. Der Anteil Baden-Württembergs an den Förderanträgen für E-Autos in ganz Deutschland seit 2016 liege aktuell bei 16 Prozent. Für die Daimler AG ist allerdings ein kleiner Makel in der Statistik. Die meisten Anträge auf eine Kaufprämie bezogen sich im Juli auf reine Elektroautos und nicht auf Plug-in-Hybride, wie sie der Fahrzeughersteller zuletzt auf den Markt brachte.

Die seit 1. Juli 2020 gesenkte Mehrwertsteuer kommt für viele E-Auto-Interessenten wahrscheinlich zu spät. Sowohl bei Elektroautos, als auch bei Plug-in-Hybriden gebe es laut Michael Ziegler nämlich Lieferzeiten von über zwölf Monaten - ob die Steuer dann noch gesenkt ist, ist fraglich.

Rubriklistenbild: © Martin Gerten/dpa

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