Arbeitsausfälle durch Omikron

Polizei und Post tun alles dafür, um einsatzfähig zu bleiben

Polizisten sperren in der Silvesternacht den Schlossplatz in Stuttgart ab.
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Die Polizei ist auch in der Pandemie täglich im Einsatz. Um eine Ansteckung zu vermeiden, gelten auch für die Beamten strikte Regeln.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Beamte in Baden-Württemberg sind auch in der Corona-Krise täglich in Kontakt mit Menschen. Dabei sollen Präventionsmaßnahmen Ansteckungen vermeiden.

Stuttgart - Aktuell steigt aufgrund der Omikron-Variante des Coronavirus in Baden-Württemberg die Sorge, dass die systemrelevante Infrastruktur durch temporäre Arbeitsausfälle gefährdet sein könnte. Neben Personal von Krankenhäusern und Pflegeheimen kommen etwa die Beamten der Polizei Stuttgart bei ihren Einsätzen in den Kontakt mit Menschen - auch mit solchen, die eine Impfung entschieden ablehnen.

Um die Polizisten vor einer Ansteckung zu schützen und einen eventuellen Personalengpass zu vermeiden, hat das Innenministerium bereits seit Beginn der Pandemie umfassende Maßnahmen eingeleitet, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage von BW24. Auch Dienstleister wie die Deutsche Post schützen ihre Mitarbeiter vor Ansteckungen mit der Omikron-Variante, um das Service-Versprechen weiterhin aufrechterhalten zu können.

Omikron und Arbeitsausfälle: Innenministerium rechnet stets mit dem schlimmsten Szenario

Die Omikron-Variante, die Ende des vergangenen Jahres in Südafrika entdeckt wurde, gilt als besonders ansteckend. Die Polizei in Baden-Württemberg ist aber bereits seit Beginn der Pandemie entsprechend um den Schutz ihrer Einsatzkräfte vor einer Ansteckung bemüht. „Bereits zu Beginn der Ausbreitung des Coronavirus hat das Innenministerium Maßnahmen definiert, welche gewährleisten sollen, dass der landesweite Dienstbetrieb und die polizeiliche Handlungsfähigkeit – auch bei möglichen pandemiebedingten Personalengpässen – jederzeit aufrechterhalten werden kann“, erklärt eine Sprecherin des Innenministeriums gegenüber BW24. Dazu gehöre etwa die Anpassung der Personalstärke je nach Lage und die Umschichtung von Einsatzkräften in besonders belastete Bereiche.

Um entsprechende Schutzmaßnahmen auch für die Polizeibeamten zu definieren, „wurde in Bezug auf die Infektiosität des Virus und den Krankheitsverlauf jeweils das ungünstigste Szenario angenommen“, so die Sprecherin, „weshalb die Polizei im gesamten Pandemieverlauf bislang umfassend vorbereitet war.“ Für die systemrelevanten Berufe war es bereits vor einem Großteil der Bevölkerung möglich, Impftermine zu bekommen. Das war auch bei den Booster-Impfungen der Fall, die für die Polizeibeamten bereits im November 2021 möglich waren. Das Innenministerium geht nach aktuellem Kenntnisstand von einer Impfquote von 92 Prozent in den Reihen der baden-württembergischen Polizei aus, erklärt die Sprecherin gegenüber BW24. „Eine Impfpflicht besteht aktuell nicht.“

Ansteckungsgefahr im Dienst: Schutz der Mitarbeiter und ihrer Angehörigen

Aufgrund der Ansteckungsgefahr wurde die Bevölkerung darauf hingewiesen, eine Kontaktaufnahme mit der Polizei nach Möglichkeit online oder telefonisch abzuwickeln, um den Besucherverkehr auf den Dienststellen zu minimieren. „Darüber hinaus achten die Polizisten, soweit dies die polizeilichen Maßnahmen zulassen, ebenfalls darauf, den Mindestabstand einzuhalten und eine Schutzmaske zu tragen“, so die Sprecherin des Innenministeriums. Doch nicht nur die Beamten der Polizei und andere Rettungs- und Einsatzkräfte sind in der Pandemie täglich im Einsatz.

Die Menschen in Baden-Württemberg verlassen sich auch weiterhin darauf, dass ihre Post zuverlässig bei ihnen ankommt. Eben weil durch die aktuelle Situation viele Menschen wieder im Home-Office arbeiten, kommen die Postboten und Paketzusteller oftmals in Kontakt mit den Empfängern. Der Krankenstand sei bundesweit bislang aber nicht höher als in den Vorjahren, sagte ein Sprecher der Deutschen Post DHL Group Süd in Stuttgart gegenüber BW24. „Trotz der aktuell dynamisch steigenden Infektionszahlen in Deutschland sehen wir bisher auch in Gebieten mit sehr hoher Inzidenz in unserem Betrieb keine gehäuften Infektionen von Mitarbeitern in einzelnen Standorten.“

Um die Gesundheit der Angestellten und deren Angehörigen zu schützen, verfolgt die Deutsche Post umfassende Präventionsmaßnahmen. So gelten in Betriebsräumen die 3G-Regeln und Mitarbeiter, deren Tätigkeiten das zulassen, arbeiten im Home-Office. Das ist für Paketzusteller allerdings nicht möglich. „Um den gegenseitigen Kontakt zu minimieren, teilen wir unsere Mitarbeiter beispielsweise in der Zustellung derzeit in zwei unterschiedliche Schichten ein“, erklärt der Sprecher. „Zudem verzichten wir bei der Paketübergabe momentan bis auf Weiteres auf die eigenhändige Empfangsbestätigung durch den Empfänger, sodass der Zusteller diese kontaktfrei für den Kunden übernimmt.“

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