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„Die Stadt will jede verfluchte Seele verschlingen“: Badischer Autor zieht heftig über Stuttgart her

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Von: Nadja Pohr

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Friedemann Karig
Der Autor Friedemann Karig ließ nach seinem Besuch in Stuttgart kein gutes Haar an der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. © Christian Grube/IMAGO

Auf Instagram lästerte der badische Autor Friedemann Karig über Stuttgart und nimmt kein Blatt vor den Mund. Auch andere Prominente kritisierten die Stadt bereits.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart hat ein Imageproblem - das weiß auch die lokale Politik und versucht alles, um dem entgegenzuwirken. Vor allem die Sicherheit in der Innenstadt hat seit den Ausschreitungen im Juni 2020 gelitten. Ein neues Sicherheitskonzept, Videoüberwachung und ein mögliches Waffenverbot in verschiedenen Bereichen der Stadt sollen Besserung bringen.

Doch vernichtende Urteile von Handel, Gastronomie und Bürgern in Stuttgart zeigen, dass es damit nicht genug ist. Kritisiert wird auch die Zugänglichkeit zur Innenstadt; Angebote des öffentlichen Nahverkehrs seien nicht attraktiv genug. Auch hier arbeitet die Stadt an Lösungen: Mit Tempo-20-Zonen rund um den City-Ring will man die Aufenthaltsqualität für Radfahrer und Fußgänger verbessern. Dass die Maßnahmen bisher noch keine Wirkung entfalten, zeigt nun die heftige Kritik eines badischen Autors.

Badischer Autor schimpft über Stuttgart: „Hölle aus Abgasen, Absperrungen und eiternde Wunde namens Hauptbahnhof“

Auf Instagram veröffentlichte Autor Friedemann Karig, der im badischen Waldkirch bei Freiburg geboren wurde, zunächst die Aufnahmen von seiner Reise nach Stuttgart. Dort war er zu Gast im Literaturhaus, um über sein Buch „Erzählende Affen“ zu sprechen. Soweit sei alles gut gewesen, berichtet Karig, doch dann beginnt er über die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg herzuziehen. „Der Rest von Stuttgarts ‚Innenstadt‘ ist leider ein maximal brutales Freiluftmahnmal für acht Jahrzehnte Auto-Aggressive-Stadtplanung“, beginnt der Autor.

Screenshot einer Instagram-Story
Auf Instagram berichtet Friedemann Karig von seinen negativen Eindrücken aus Stuttgart. © Screenshot Instagram/friedemannkarig

Stuttgart sei eine zubetonierte Karikatur deutschen Selbsthasses, eine einzige gigantische Kreuzung und deshalb für den Menschen „die verdiente Hölle aus Abgasen, Absperrungen und als Notausgang eine eiternde Wunde namens Hauptbahnhof“, schreibt Friedemann Karig seinen mehr als 20.000 Fans auf Instagram. Er habe keine Fotos gemacht, um seine Eindrücke zu untermauern. „Ich musste stattdessen versuchen, mit dem Scooter zum Bahnhof zu kommen, aber die Stadt will das nicht, die Stadt will jede verfluchte Seele verschlingen für immer“, beschreibt er dramatisch.

Friedemann Karig ist nicht der Einzige, der über Stuttgart lästert

Die Stadt Stuttgart musste bereits viel Kritik von prominenten Personen über sich ergehen lassen. Friedemann Karig ist nicht der Einzige, der über die schwäbische Metropole öffentlich lästerte. Der Comedian Felix Lobrecht zog in seinem Podcast schon häufiger über Stuttgart her und bezeichnete es unter anderem als „reich, hässlich und stillos“. Auch Satiriker Jan Böhmermann hatte die Stadt schon einmal ins Visier genommen.

Dabei wird bei Kultur, Unterhaltung sowie den Sehenswürdigkeiten in Stuttgart viel geboten. Von den Nörgeleien an der Landeshauptstadt sind viele Stuttgarter bereits genervt. Die Region habe viele schöne Spots zu bieten, die man nur kennen müsse, wird argumentiert. Friedemann Karig wird nach der Läster-Attacke seine Meinung wohl jedoch nicht mehr so schnell ändern.

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