Ausgesetzte Tiere

Babykatzen in Plastiktüte an Müllcontainer ausgesetzt: Frau rettet sie vor Kältetod - „unfassbare Tat“

Eine Beamtin der Polizei Stuttgart hält die drei geretteten Katzenbabys in der Hand.
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Eine Beamtin der Polizei Stuttgart hält die drei geretteten Katzenbabys in der Hand.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Katzenbabys neben einem Müllcontainer zu entsorgen, ist absolut nicht in Ordnung. Das findet auch die Polizei Stuttgart und postet auf Facebook Bilder der geretteten Tiere.

Stuttgart - Ein erneuter Wintereinbruch ist im April nicht selten. Während wir Menschen es uns bei Schmuddelwetter in unseren eigenen vier Wänden gemütlich machen können und es warm haben, geht es den Tieren in der Natur anders: Viele sind schon aus dem Winterschlaf erwacht und müssen durch die Futtersuche Kraft schöpfen, andere sind die niedrigen Temperaturen gewohnt. Doch in der Landeshauptstadt Stuttgart gab es nun einen Fall, der die Beamten der Polizei berührt hat.

Wie die Polizei Stuttgart auf ihrer Facebook-Seite mitteilt, hat eine Frau am Dienstagnachmittag neben einem Altglascontainer in Stuttgart-Feuerbach drei Kätzchen gefunden. Die Kitten waren in eine Plastiktüte gepackt und neben dem Container entsorgt worden - bei den niedrigen Temperaturen drohte ihnen der Kältetod.

Katzenbabys in einer Plastiktüte ausgesetzt: Frau rettet die Kitten

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass in Stuttgart Tierbesitzer negativ auffallen: Bei einem Animal-Hoarding-Fall im Dezember wurden in einer kleinen Wohnung insgesamt 144 Katzen und Vögel gefunden und ins Tierheim Stuttgart gebracht. Dort hatte man „bis zu 100 Anfragen pro Tag“, so gefragt waren die vernachlässigten Tiere.

Dank einer aufmerksamen Frau konnten die gefundenen Katzenbabys in Stuttgart gerettet werden. Sie entdeckte die Babys neben dem Altglascontainer in der Dieterlestraße in Feuerbach - vermutlich waren sie zu dem Zeitpunkt erst wenige Tage alt. Weil die Kätzchen zu erfrieren drohten, nahmen die 41-jährige Finderin und ihre Tochter die Tiere an sich. Sie wärmten die Kitten und verständigten sofort die Polizei Stuttgart.

Katzenbabys schlafen in Dienstmütze: Die Polizei Stuttgart kümmert sich liebevoll um die Tiere

Es passiert nicht selten, dass die Polizei Stuttgart oder Beamte anderer Städte zu einem gefundenen Tier gerufen werden. Erst im März wurde die Polizei in Crailsheim verständigt, weil ein Hund im Kühlergrill eines Autos steckengeblieben und mehrere Kilometer mitgefahren war. Auch dieser Hund wurde, wie die Katzenbabys in Stuttgart, erst durch einen aufmerksamen Mitmenschen gefunden.

Die Polizei Stuttgart nahm die Katzenbabys mit aufs Revier. „Für den Transport auf das Polizeirevier setzten unsere Kollegen die Jungtiere kurzerhand in die ‚kuschelige‘ Dienstmütze“, schreibt die Polizei Stuttgart auf Facebook und zeigt ein Foto der Kätzchen in der Mütze eines Beamten. Die zwei schwarzen und eine rote Babykatze kuscheln sich darauf ineinander und scheinen zu schlafen. Die Rettung ist also geglückt. Nun kümmert sich der Tiernotdienst weiter um die drei Babys und päppelt sie auf.

Die Babykatzen durften in der Mütze eines Polizisten schlafen.

Ausgesetzte Katzenbabys: Auf Facebook ärgern sich die User über diese Tierquälerei

Reaktionen auf den Facebook-Post der Polizei Stuttgart blieben nicht aus. Eine Userin schreibt: „Unfassbar so eine Tat. Die wehrlosen Kätzchen einfach wie Müll zu entsorgen.“ Sie dankt nicht nur der aufmerksamen Frau und ihrer Tochter, sondern auch den Beamten und der Tiernotrettung: „Ein großes Lob an alle, die an der ‚Rettung‘ beteiligt waren.“ Eine weitere Userin kommentiert: „Das war leider wieder einmal das Ergebnis von verantwortungsloser Tierhaltung. Polizei Stuttgart, gut gemacht, Danke! Danke auch an die Retterinnen.“

Doch nicht alle Follower der Polizei Stuttgart freuen sich offenbar über die Rettung der Katzenbabys. So echauffiert sich eine Dame unter dem Beitrag: „Sehr erfreulich, dass Katzenbabys von der Polizei mehr geschützt werden als die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger, die nicht querdenken wollen.“ Damit spielt sie auf die Querdenker-Demonstration an, die am Karsamstag in Stuttgart stattgefunden hat und fatale Folgen für den Verlauf des Coronavirus in Baden-Württemberg haben könnte.

Eine weitere Userin fordert eine Kastration von Katzen: „Warum tut man sowas? Und, wenn man sich keine Kastration der Katze leisten kann, sollte man keine halten. Hier muss eine Pflicht her.“ Eine Gemeinde in Baden-Württemberg tut dies schon: Seit 2021 werden in Weissach alle Katzen kastriert, um das dort herrschende Problem mit streunenden Katzen in den Griff zu bekommen.

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