Automobilwirtschaft Baden-Württemberg

Kretschmann und Källenius in Stuttgart: Ein neuer Zukunftsplan soll Baden-Württemberg zum Vorbild für E-Mobilität machen

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, l), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hört während der Präsentation der Zwischenbilanz zum „Strategiedialog Automobilwirtschaft BW“ Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, zu.
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Strategiedialog: Regierung und Auto-Branche ziehen Halbzeitbilanz in Stuttgart.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Am vergangenen Donnerstag fand in Stuttgart die Zwischenbilanzkonferenz des Strategiedialogs statt. Landesregierung und die heimische Automobilbranche zeigen sich zufrieden.

Stuttgart - Das Land Baden-Württemberg ist der Standort von vielen weltbekannten Automobilkonzernen und Zulieferern. Neben der Daimler AG und der Porsche AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart haben auch die Robert Bosch GmbH und der Zulieferer Mahle ihren Sitz im Bundesland. Am Donnerstag, den 17. September, trafen sich die Landesregierung und die Chefs der Automobilbranche zur Zwischenbilanzkonferenz des „Strategiedialogs“. Dabei zeigten sich die anwesenden Vertreter mit der Arbeit von rund drei Jahren als durchaus zufrieden.

Der Strategiedialog Automobilwirtschaft BW wurde im Jahr 2017 von der Landesregierung und Herstellern, Zulieferern, Arbeitnehmervertretern, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ins Leben gerufen, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf der offiziellen Seite des Strategiedialogs schreibt. Ziel sei es, gemeinsam an den Herausforderungen der Transformation eines der wichtigsten Wirtschaftszweige zu arbeiten. „Wir wollen den Wandel zu einem Erfolg für Menschen, Unternehmen und Klimaschutz machen“, schreibt der Ministerpräsident.

Automobilbranche: Landesregierung um Winfried Kretschmann bewertet Leistungsbilanz positiv

Im Vorfeld des Treffens zur Zwischenbilanzkonferenz des Strategiedialogs mit den Chefs der Automobilbranche sagte Winfried Kretschmann: „Die Automobilwirtschaft ist die Halsschlagader unseres Landes und ihre gegenwärtige Lage ist sehr angespannt. Die Herausforderungen sind groß. Der Antriebsstrang wird elektrifiziert und die Digitalisierung wird das zukünftige Automobil und seine Herstellung prägen“. Für die Unternehmen sei dieser Wandel ein immenser Kraftakt. Die Corona-Pandemie habe die Belastungen vervielfacht, so Kretschmann laut einer Mitteilung auf der Homepage von Baden-Württemberg.

Der Regierungschef bewertete die Zwischenbilanz des Strategiedialogs positiv. „Wir haben uns national und international mit großen Automobilstandorten vernetzt, die Elektrifizierung massiv vorangebracht und unser Land mit Ladesäulen überzogen, sodass wir hier bundesweit sogar als modellhaft gelten“.

Automobilbranche: Auch die Chefs der Fahrzeughersteller mit Ergebnis zufrieden

Auch Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, zeigte sich mit dem Ergebnis der Zwischenbilanz zufrieden. „Die Automobilindustrie treibt den Transformationsprozess kraftvoll und mit Begeisterung voran. Unser Ziel ist klar: Wir wollen das Auto und die individuelle Mobilität noch nachhaltiger, digitaler und faszinierender machen“, sagte der Daimler-Chef. „Der Strategiedialog hat eine sehr gute Grundlage für das Gelingen der Transformation gelegt. Ich bin überzeugt: Wenn Industrie, Politik und alle Beteiligten Hand in Hand zusammenarbeiten, dann hat die baden-württembergische Automobilbranche nicht nur eine große Historie, sondern auch eine große Zukunft“.

„Der Strategiedialog ist ein bewährtes Format für den Austausch zwischen Politik, Gesellschaft und der Automobilwirtschaft“, zeigte sich auch Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG zufrieden. „Gemeinsam gestalten wir die Zukunft: digital, vernetzt, nachhaltig – und das mit konkreten Programmen. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, muss und wird der Hochlauf der E-Mobilität deutlich an Fahrt aufnehmen.“

Automobilbranche Baden-Württemberg: Schwerpunkte für die kommenden Jahre

Im Rahmen des Strategiedialogs entwickelte die Landesregierung mit den Chefs der Automobilbranche eine „Roadmap“ für die kommenden Jahre. „Ein Fokus liegt auf dem Klimaschutz. Wir investieren weiterhin in alternative Antriebe. Mit dem Forschungsprojekt ,reFuels‘ gehen wir gezielt regenerativ hergestellte Kraftstoffe an, die beispielsweise im Flugverkehr zum Einsatz kommen können“, sagte Winfried Kretschmann. „Wir wollen zudem die Digitalisierung vorantreiben: Vernetzung, künstliche Intelligenz und digitale Plattformen (Betriebssysteme) sind die maßgeblichen Treiber der Zukunft. Wer hier die Nase vorn hat, gibt global den Ton an. Hier liegen die größten Wertschöpfungspotentiale“.

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