Weitere Randale befürchtet

Ausschreitungen in Stuttgart: Polizei bereitet sich auf Ernstfall am Wochenende vor

Nach Randalen in Stuttgart
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Bei den Ausschreitungen in Stuttgart verwüsteten die Randalierer die Innenstadt. Außerdem wurden 19 Polizisten verletzt. 
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Nach den Ausschreitungen in Stuttgart befürchtet die Polizei, dass es am Wochenende zu erneuten Krawallen kommt. Die Einsatzkräfte bereiten sich in der Innenstadt auf den Erntsfall vor.

  • Die Ausschreitungen in Stuttgart vom Sonntag schockierten das ganze Land. Die Randalierer verletzten Polizisten, schlugen Scheiben ein und raubten Geschäfte aus.
  • In einer Pressekonferenz am Sonntag sagte Vizepolizeipräsident Thomas Berger bereits, man werde die Polizeipräsenz in der Landeshauptstadt verstärken.
  • In Hinblick auf das kommende Wochenende bereitet sich die Polizei vor. Dazu entwickelte sie verschiedene Maßnahmen, um eine Wiederholung der Gewalt-Nacht zu verhindern.

Stuttgart - Die Ausschreitungen in Stuttgart schockierten die Landeshauptstadt, das Land Baden-Württemberg und ganz Deutschland. In der Nacht zum Sonntag eskalierte eine Rauschgiftkontrolle der Polizei Stuttgart am Eckensee vor dem Landtag. Die Folge der Ausschreitungen in Stuttgart: eine Schneise der Verwüstung in der Innenstadt, verletzte Polizisten, zerstörte Fahrzeuge, eingeschlagene Scheiben und geplünderte Geschäfte.

In einer Pressekonferenz am Sonntag sagte Polizeivizepräsident Thomas Berger, man wolle die Polizeipräsenz in der Innenstadt verstärken. Der Polizeipräsident Frank Lutz fügte hinzu, man werde alles tun, dass sich solche Ausschreitungen in Stuttgart nicht wiederholen und „Delikte im Ansatz verhindern“. Die Polizei Stuttgart befürchtet, dass es am Wochenende zu erneuten Krawallen in der Landeshauptstadt kommt und bereitet sich auf den Erntsfall vor.

Nach Ausschreitungen in Stuttgart: Polizei verstärkt die Sicherheit in der Stadt

Als Reaktion auf die Ausschreitungen in Stuttgart schlossen die Landeshauptstadt und die Polizei eine Sicherheitspartnerschaft. Das Gremium traf sich am Dienstag zum ersten Mal im Stuttgarter Rathaus. „In der Stuttgarter Innenstadt sollen die Menschen in Zukunft sicher und friedlich feiern können“, sagte OB Kuhn. Die Verwaltung besprach auch ein mögliches Alkoholverbot auf bestimmten Plätzen in Stuttgart.

Die Polizei bereitet sich auf mögliche weitere Ausschreitungen in Stuttgart am Wochenende vor. Man habe polizeiliche Maßnahmen entwickelt und werde die Sicherheit an verschiedenen Punkten der Stadt verstärken, sagte Thomas Berger nach Angaben der Stadt bei der ersten Sitzung des Gremiums. „Die Polizei setzt ihre Ermittlungen mit Hochdruck fort. Wir sind mit Hochdruck daran, noch mehr Gewalttäter zu identifizieren. [...] Uns ist es gelungen, eine friedliche Silvesterfeier in der City abzusichern. Das wird uns auch in den Sommernächten gelingen". Der Chef der Polizeigewerkschaft warnt, dass die Ausschreitungen in Stuttgart der Beginn eines neuen Linksterrorismus sein könnte.

Ausschreitungen in der Landeshauptstadt: „Ein trauriger Tag für Stuttgart“

Die Ausschreitungen in Stuttgart am Sonntag erlangten schnell traurige Berühmtheit. Auch internationale Medien wie die BBC berichteten von den Krawallen. Sie zeichneten jedoch ein anderes Bild als die deutsche Polizei, bezeichnete die Täter als Gangmitglieder. Auch am Montag zeigten sich im Herzen der Landeshauptstadt noch die Folgen der Gewalt-Nacht. Viele Ladenbesitzer räumten das entstandene Chaos auf, andere schlossen ihren Laden dauerhaft. „Wir haben Angst“, sagte ein von den Ausschreitungen in Stuttgart betroffener Ladenbesitzer gegenüber BW24. „Wir müssen uns absichern und uns Gedanken machen.“

Polizeipräsident Lutz sagte am Sonntag, es sei „ein trauriger Tag für Stuttgart“ gewesen, er sprach jedoch auch von einer „Einzeltat“. Ob es auch an diesem Wochenende zu Ausschreitungen in Stuttgart kommt, kann wohl niemand vorhersagen.

Der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Ralf Küsterer, wirft der Stadt Stuttgart vor, aggressive und respektlose Jugendliche aus politischer Korrektheit ignoriert zu haben. Er sagte außerdem, die Stadt hätte die Forderungen der Polizei zur Durchsetzung eines Grünflächenverbots ignoriert.

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart ist im Netz eine brisante Tonspur aufgetaucht. Zu hören ist ein mutmaßlicher Polizist, der die Täter der Krawalle als „Kanaken" bezeichnet. Die Polizei Stuttgart hat die Echtheit der Aufnahme bestätigt - sie ermittelt in den eigenen Reihen.

Am Sonntag prallten Anhänger der AfD und der Linken in Stuttgart aufeinander. Nach den Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende war die Polizei mit mehreren Hundert Beamten vor Ort. Sie setzten Wasserwerfer und Pfefferspray ein, um kleinere Auseinandersetzungen aufzulösen.

Aufgrund der Ausschreitungen in Stuttgart wird derweil auch über ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen diskutiert. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich in den vergangenen Wochen schon einer Mal für ein solches Verbot ausgesprochen.

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