Ausschreitungen in Stuttgart

„Seelisch verletzte" Polizisten erhalten nach Ausschreitungen rührende Botschaften von Bürgern

Polizeieinheiten sammeln sich in Stuttgart, um gegen Randalierer vorzugehen.
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Bei den Ausschreitungen in Stuttgart haben gewalttätige Gruppen die Innenstadt verwüstet und Polizisten verletzt.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Ausschreitungen in Stuttgart waren für viele ein Schock. Polizeibeamte erlebten eine nie dagewesene Gewalt. Nun meldet die Polizei, dass sie rührende Botschaften aus der Bevölkerung empfangen hat.

  • Bei den Ausschreitungen in Stuttgart am Sonntag waren Polizeibeamte aus dem ganzen Bundesland im Einsatz.
  • Bei den Krawallen wurden insgesamt 19 Polizisten verletzt, ein Beamter gilt vorübergehend als dienstuntauglich.
  • Seit der Gewalt-Nacht tritt vereinzelt Kritik an der Polizei auf, viel größer ist jedoch der überschwängliche Zuspruch aus der Bevölkerung.

Stuttgart - Die Ausschreitungen in Stuttgart zeigten eine in diesem Umfang nie dagewesene Gewalt gegen die Polizei. Viele fragen sich, wie die Krawalle in der Landeshauptstadt derart eskalieren konnten. In der Nacht auf Sonntag kam es nach einer Rauschgiftkontrolle der Polizei Stuttgart zu Randale. Anschließend zogen rund 500 junge Menschen durch die Innenstadt und hinterließen eine Schneise der Zerstörung.

Die jungen Männer schlugen bei den Ausschreitungen in Stuttgart Scheiben ein, plünderten Geschäfte. 19 Polizeibeamte wurden verletzt. Nun erhält die Polizei Stuttgart eine Vielzahl an bewegenden und lobenden Zuschriften aus der Bevölkerung.

Nach Ausschreitungen in Stuttgart: Polizei bekommt rührende Botschaften

Viele Polizeibeamte waren wegen der Ausschreitungen in Stuttgart die ganze Nacht im Einsatz, bis die Situation gegen 4:30 Uhr am Sonntagmorgen einigermaßen unter Kontrolle war. „Wir Polizisten, vom Streifenbeamten bis zum Polizeipräsidenten, sind in unserer Uniform selbstverständlich ein Stück weit DIE Vertreter des Staates und fangen dabei einiges ein“, schrieb die Polizei in einer Pressemitteilung.

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart ist auch mit psychischen Folgen für die Polizisten zu rechnen. Viele Beamte seien verunsichert, sagte der Polizeipräsident Franz Lutz bei einer Pressekonferenz. Da dürfte es die Polizisten umso mehr freuen, dass sie aus der Bevölkerung soviel Zuspruch erhalten. Die Polizei Stuttgart bekommt seit den Ausschreitungen ermutigende Zuschriften aus ganz Deutschland.

Polizei Stuttgart bedankt sich für die Zusprüche

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart kontaktieren Bürger aus ganz Deutschland die Polizei Stuttgart per Mail, Social-Media, mit Briefen und Anrufen. „Ihnen allen danken wir für Ihre guten Wünsche und für Ihr Mitgefühl, vor allem für unsere direkt betroffenen Kolleginnen und Kollegen, aber auch für alle anderen, die in dem Einsatz möglicherweise zwar nicht körperlich, aber eventuell seelisch verletzt worden sind“, schreibt die Polizei in der Pressemitteilung.

Die Schutzausrüstung der Beamten verdecke immer mehr das Gesicht der Polizisten: „Umso mehr danken wir, danken die Kolleginnen und Kollegen des Polizeipräsidiums Stuttgart und die Polizisten aus dem Land, die hier am Wochenende in der Landeshauptstadt eingesetzt waren, den vielen aufmunternden und die Polizeiarbeit würdigenden Worten aus der Bevölkerung“.

Umso schöner ist es nach den Ausschreitungen in Stuttgart auch wieder schöne Bilder zu sehen. Auf Social Media lud eine TikTok-Nutzerin ein Video. Es zeigt einen tanzenden Polizisten, der am Hauptbahnhof in Stuttgart gemeinsam mit jungen Leuten feiert. Die Szene vermittelt eine hoffnungsvolle Botschaft. Eine Studie des Statistischen Landesamts zeigt zudem, dass die Landesregierung einer falschen Ursache für die Krawalle in Stuttgart auf der Spur sein könnte.

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