Auseinandersetzung am Eckensee

Nach Ausschreitungen in Stuttgart: 16-Jähriger verletzt bei Auseinandersetzung mit Polizei vier Beamte

Einsatzkräfte der Polizei patrouillieren über den Schlossplatz in Stuttgart. Nach den Ausschreitungen Ende Juni verstärkte die Polizei die Präsenz in der Innenstadt.
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Nach Ausschreitungen in Stuttgart: Polizei erhöht Präsenz in Innenstadt. Es kam wieder zu Auseinandersetzungen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Nach den Ausschreitungen in Stuttgart Ende Juni erhöhte die Polizei die Präsenz in der Innenstadt deutlich. Nachdem die vergangenen Wochenenden zum großen Teil ruhig verliefen, kam es in der Nacht auf Samstag wieder zu Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften.

  • Die Polizei ermittelt noch immer wegen den Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni. Inzwischen identifizierte die Ermittlungsgruppe Eckensee 39 Verdächtige.
  • Seit den Krawallen erhöhte die Polizei Stuttgart die Präsenz in der Innenstadt deutlich. Die vergangenen Wochenenden verliefen ohne nennenswerte Vorkommnisse.
  • In der Nacht auf Samstag kam es jedoch nach einer Kontrolle zu erneuten Auseinandersetzungen mit Polizeibeamten - ein 16-Jähriger verletzte vier Polizisten.

Stuttgart - Die Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni schockierten die Bevölkerung in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Auch internationale Medien wie die BBC berichteten über die Randale in der Stuttgarter Innenstadt. Als Reaktion erhöhte die Polizei Stuttgart die Präsenz der Beamten in der Innenstadt deutlich. In den letzten Wochen blieb es in der Landeshauptstadt weitgehend ruhig. In der Nacht zum Samstag kam es jedoch erneut zu Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften. Ein 16-Jähriger verletzte nach einer Kontrolle vier Polizisten.

Nach Ausschreitungen in Stuttgart: Erneute Auseinandersetzungen mit der Polizei am Eckensee

Laut Angaben des Polizeipräsidiums Stuttgart waren am Wochenende zusätzlich 200 Polizeibeamte in der Innenstadt im Einsatz. Die erste Hälfte der Nacht auf Samstag verlief weitgehend ruhig, es kam zu keinen nennenswerten Vorkommnissen. Nach Mitternacht sahen sich die Beamten gezwungen, mehrfach bei Auseinandersetzungen einzugreifen. Ein 16-Jähriger leistete nach einer Kontrolle am Eckensee vor dem Landtag von Baden-Württemberg erheblichen Widerstand. Die Ausschreitungen in Stuttgart begannen ebenfalls an diesem See. In dieser Nacht kontrollierte die Polizei einen 17-Jährigen wegen des Verdachts auf einen Drogendelikt. Nach der Kontrolle solidarisierten sich Feiernde mit dem jungen Mann und zogen anschließend randalierend durch die Innenstadt. Bei den Ausschreitungen verletzten die Randalierer 19 Polizisten.

Zu weiteren Ausschreitungen in Stuttgart kam es auch dieses Wochenende glücklicherweise nicht. Die Polizei meldete jedoch mehrere Auseinandersetzungen. Die Beamten kontrollierten den 16-Jährigen nach eigenen Angaben gegen 23:30 Uhr am Eckensee. Der junge Mann leistete massiven Widerstand und verletzte vier Polizisten. Auf Anfrage von BW24 sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart, die Beamten seien nur leicht verletzt worden und waren nach der Auseinandersetzung noch diensttauglich. Gegen 1:00 Uhr nahmen die Ordnungshüter im Bereich des Marienplatzes in Stuttgart nach einer weiteren Auseinandersetzung vier Tatverdächtige fest.

Nach Ausschreitungen in Stuttgart: Schlägerei am Eckensee - eine Person schwer verletzt

Laut einer Pressemitteilung der Polizei Stuttgart nahmen Einsatzkräfte gegen 1:30 Uhr mehrere Tatverdächtige im Bereich des Eckensees fest. Zuvor sei es zu einer Schlägerei gekommen, bei der eine Person schwer verletzt wurde. Die Person sei getreten worden, sagte der Polizeisprecher auf Anfrage von BW24. Die Polizei ermittelt zum jetzigen Zeitpunkt noch die genauen Tatabläufe. Die Beamten führten am Wochenende Personenkontrollen durch und erteilten Platzverweise für bestimmte Personen. Nach den Ausschreitungen in Stuttgart diskutiert die Stadt auch über ein mögliches Alkoholverbot. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach sich klar für ein Verbot aus. Der Schlossplatz in Stuttgart sei „nicht dazu da, dass man sich dort öffentlich besäuft“, erklärte Kretschmann Anfang vergangener Woche.

Auch in Mannheim hatte es ein Autofahrer offenbar auf Polizisten und andere Einsatzkräfte abgesehen. Der Mann versuchte in Mannheim mit seinem Mercedes-Benz einen Feuerwehrmann und einen Polizisten zu überfahren. Die Polizei schoss ihn daraufhin an, später suchte der Flüchtige selbst ein Krankenhaus auf und ließ sich behandeln.

Stuttgarts Polizeipräsident Franz Lutz erklärte bei einer Gemeinderatssitzung am Donnerstag das Vorgehen der Ermittlungsgruppe Eckensee. Auf Kritik stieß vor allem die Untersuchung von möglichen Migrationshintergründen der Tatverdächtigen. In einer Pressemitteilung erklärte die Polizei Stuttgart die Ziele der Ermittlungen und warum der Migrationshintergrund der Täter so wichtig ist.

Im Enzkreis begingen zwei Männer gleich mehrere Straftaten. Am Dienstagabend versuchten sie zunächst, einen Mann grundlos in eine dunkle Ecke zu stoßen. Nachdem der Mann sich befreien konnte, schlug einer der Männer ihn und verletzte ihn leicht. Nachfolgend griffen die Täter einen unbeteiligten Notarzt an. Der Arzt flüchtete in eine Rettungswache. Bei einer Kontrolle durch die Polizei leistete einer der Männer starken Widerstand und verletzte einen Polizisten.

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