Strenge Maßnahmen im Südwesten

Ausgangssperre in Baden-Württemberg: Die Hälfte der Landkreise ist betroffen

Kurz vor Beginn der Ausgangssperre im April ist die Stuttgarter Innenstadt menschenleer. (Archivbild)
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In Stuttgart galt Anfang des Jahres bereits eine Ausgangssperre. Eine menschenleere Königsstraße wie hier dürfte es ab sofort abends erneut geben. (Archivbild)
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    VonValentin Betz
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Weil sich das Coronavirus in Baden-Württemberg ausbreitet, gelten aber einer Inzidenz über 500 Ausgangssperren - immer mehr Kreise überschreiten den Wert.

Update vom 25. November, 10.21 Uhr: Aufgrund explodierender Inzidenzen schickten drei Landkreise in Baden-Württemberg Anfang der Woche Ungeimpfte in eine nächtliche Ausgangssperre. Obwohl die Lage da noch vorsah, erst ab einer Inzidenz über 600 und einer „dynamischen Lage“ aktiv zu werden, zeichnete sich bereits ab, dass weitere Kreise folgen würden.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sind die Regeln inzwischen sogar noch strikter. Wegen der „Alarmstufe II“ gilt die Ausgangssperre bereits bei einer 7-Tage-Inzidenz über 500 an zwei aufeinander folgenden Tagen. Aktuell bedeutet das: Jeder zweite Landkreis in Baden-Württemberg ist von einer Ausgangssperre für Ungeimpfte betroffen. Neun Landkreise liegen aktuell über einer Inzidenz von 400, Göppingen könnte mit einem Wert von 480 als nächster Landkreis die Ausgangssperre drohen.

Erstmeldung vom 22. November: Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg sorgt durch die explodierenden Infektionszahlen wieder einmal für schärfere Maßnahmen im Südwesten. Die Situation hat sich seit Herbstbeginn zusehends verschlechtert, Krankenhäuser schlagen Alarm und bezeichnen die Lage als „hochkritisch“.

Denn im Moment steigt nicht nur die Zahl der Ansteckungen, auch die bedrohlichen Infektionsverläufe nehmen zu: Zuletzt war die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen gestiegen. Das macht strengere Maßnahmen für die Politik im Südwesten praktisch unumgänglich. Als Möglichkeit standen in Baden-Württemberg unter anderem Ausgangssperren für Ungeimpfte zur Debatte. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sind die ersten drei Landkreise bereits davon betroffen - weiter dürften zeitnah folgen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Ausgangssperren für Ungeimpfte treten in Kraft

Nach Angaben des Gesundheitsamtes vom Sonntag (21. November) gelten für die ersten drei Landkreise in Baden-Württemberg ab sofort Ausgangssperren. Ungeimpfte dürfen im Schwarzwald-Baar-Kreis, dem Ostalbkreis und im Kreis Biberach zwischen 21 Uhr und 5 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund aus ihren Wohnungen. Medizinische Notfälle und Arbeitsgründe gelten als Ausnahmen.

Anlass ist die extreme Inzidenz in den drei Landkreisen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen lag am Sonntag im Schwarzwald-Baar-Kreis bei 608,8, im Ostalbkreis bei 712,7 und in Biberach bei 690,7. Wie Heidelberg24* berichtet, sind die drei Kreise damit Corona-Hotspots.

Das Sozialministerium hat eine „Inzidenz von 600 und eine dynamische Lage“ als Schwellenwerte für Ausgangssperren festgelegt. Das erklärte Amtschef Uwe Lahl der Deutschen Presse-Agentur. Demnach dürften die Kreise Heidenheim (610,6), Rottweil (637,1), Tuttlingen (608,4) und Pforzheim (639,6) ebenfalls nicht mehr weit von Ausgangssperren für Ungeimpfte entfernt sein. Eine neue Corona-Verordnung soll derweil am Mittwoch (24. November) in Kraft treten.

Nicht nur Ausgangssperren: Coronavirus macht Alltag in Baden-Württemberg für Ungeimpfte schwerer

Die Infektionszahlen in Baden-Württemberg haben für Ungeimpfte nicht nur aufgrund der Ausgangssperren in einigen Kreisen Folgen. Laut Allgemeinverfügung der Landkreise ist der Zutritt zu Gastronomie, Hotels (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden) und Einzelhandel ab sofort ausschließlich Geimpften und Genesenen gestattet.

Einzig die Grundversorgung ist für Ungeimpfte nach wie vor gewährleistet. Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen dürfen ebenso noch aufgesucht werden wie Paketdienste, Banken und Betriebe von körpernahen Dienstleistungen. Zudem dürften es mit der neuen Corona-Verordnung auch jüngere Menschen in Baden-Württemberg schwerer haben. Laut Deutscher Presse-Agentur plant die Regierung, die 2G-Regel auch für 12- bis 17-Jährige einzuführen. *Heidelberg24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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