1. bw24
  2. Stuttgart

Für Stuttgarter könnte das Anwohnerparken deutlich teurer werden

Erstellt:

Von: Nadja Pohr

Kommentare

Parken in Stuttgart
Fast 50.000 Anwohner in Stuttgart wären von einer Preiserhöhung betroffen. © Max Kovalenko/IMAGO

In anderen Städten in Baden-Württemberg ist das Anwohnerparken bereits teurer geworden. Auch in Stuttgart debattiert man darüber. Eine Einigung gibt es noch nicht.

Stuttgart - Immobilien in Stuttgart gehören zu den teuersten in ganz Deutschland. Allgemein ist das Leben in der Landeshauptstadt mit hohen Kosten verbunden. Im Vergleich zu Tübingen und Freiburg ist das Anwohnerparken in Stuttgart hingegen vergleichsweise günstig - doch das könnte sich in Zukunft ändern.

Stuttgart: Anwohnerparken könnte bis zu 360 Euro im Jahr kosten

Schon im vergangenen Jahr hatte die Politik in Stuttgart über einen Anstieg der Gebühren diskutiert. In vielen Städten im Südwesten wurde das Anwohnerparken früher als geplant teurer. In der schwäbischen Metropole beträgt die Gebühr derzeit 30,70 Euro pro Jahr. Erste Diskussionen deuten darauf hin, dass der Preis fürs Parken saftig ansteigt.

Der Vorschlag des Linksbündnisses in Stuttgart, die Parkgebühren nach Einkommen und Autogröße festzusetzen, wurde in einer Abstimmung bereits abgelehnt. Die Fraktion hatte vorgeschlagen, künftig 360 Euro im Jahr für schwere, 180 für „normale“ Fahrzeuge (unter 1800 Kilogramm Gesamtgewicht), 60 Euro für Inhaber der Familien- und 30,70 Euro für Bonuscard-Empfänger einzufordern, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Dabei wies man auch daraufhin, dass soziale oder ökologische Kriterien bei der Bemessung der Gebühr „nicht einbezogen werden“ können.

Darüber hinaus dürfe der Preis auch nicht anhand des Einkommens der Fahrzeughalter sowie nach dem Kohlendioxidausstoß des Autos berechnet werden. Denkbar wäre jedoch, die Kosten an der Länge des Fahrzeugs oder der Lage des Parkraums festzumachen, ähnlich wie es in Freiburg der Fall ist. Dort wird seit dem 1. April eine Gebühr von 360 Euro pro Jahr ab einer Länge von 4,22 Meter verlangt - wer darüber liegt, muss mehr zahlen, wer darunter weniger.

Preissteigerung beim Anwohnerparken ist für Stuttgarts Verwaltung erstmal kein Thema

Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Clemens Maier (Freie Wähler) sieht bei dem Thema vorerst jedoch keine Priorität. Fast 50.000 Anwohner wären von einer Erhöhung betroffen. Maier argumentiert, dass es für die Preissteigerung eine fehlende Akzeptanz gebe, die „einen nicht zu vernachlässigenden Punkt“ darstelle. Zudem wolle man vorerst bei den 30,70 Euro bleiben, bis klar sei, wie die Nahverkehrsabgabe „konkret ausgestaltet werden soll“ - das könnte noch mehrere Jahre dauern.

So lange wolle man im ökosozialen Lager der Stadt Stuttgart nicht warten. Wer die Mobilitätswende wolle, müsse den Preis der Fläche thematisieren, äußerte Linken-Stadtrat Luigi Pantisano. Kritik kommt auch von der Grünen-Fraktion. Die aktuelle Gebühr für Anwohner würde, anders als von der Stadt bekräftigt, die anfallenden Verwaltungskosten nicht decken. Die Fraktion PULS fordert sogar eine Regelgebühr von 365 Euro. Wer einen Drittwagen besitze, solle sogar 1.095 Euro pro Jahr zahlen.

Auch interessant

Kommentare