Unverständnis bei den Kontrollen

Wegen 3G-Regel: Mitarbeiter Personal von Restaurants und Hotels bedroht -„Aggressionspotential steigt“

Eine Servicekraft läuft im Außenbereich eines Restaurants an Gästen vorbei.
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Personal von Hotels und Restaurants werden beschimpft und sogar bedroht, wenn sie die 3G-Nachweise kontrollieren wollen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Die 3G-Regel soll trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg Normalität ermöglichen. Auf die Kontrollen reagieren manche Bürger jedoch äußerst aggressiv.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte im Laufe der Krise immer wieder zu deutlichen Einschränkungen des öffentlichen und sozialen Lebens. Seit dem 16. August ist jedoch wieder eine gewisse Normalität in den Südwesten eingekehrt. Zumindest ist mit dem sogenannten 3G-Nachweis (geimpft, genesen, negativ getestet) nahezu alles wieder möglich. Die Betreiber von Restaurants, Hotels, Kinos, Theater und vielen weiteren Einrichtungen müssen den Nachweis jedoch vor Einlass überprüfen, was oftmals eine große Verwaltungsarbeit bedeutet.

„Sind sie geimpft?“, oder „haben Sie einen 3G-Nachweis“, sind die Fragen, die man aktuell so ziemlich bei jeder Aktivität zu hören bekommt. Durch die verschiedenen Apps ist ein Nachweis jedoch schnell gezeigt und auch schnell überprüft. Einige Menschen reagieren auf solche Fragen jedoch mit äußerster Aggressivität. Im Gespräch mit dem Südwestrundfunk (SWR) berichtet der Chef des  Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Baden-Württemberg sogar von Drohungen gegenüber des Personals von Hotels und Restaurants.

3G-Regel in Baden-Württemberg: „Situation für Personal sehr belastend“, sagt Dehoga-Chef

Die Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg brachte im Laufe der Monate bereits so einige aggressive Tendenzen zum Vorschein. Vor allem die Maskenpflicht ist seit langem ein großes Streitthema. In Mannheim griff eine Frau im vergangenen Jahr sogar Polizisten an, weil sie keine Maske tragen wollte und in Stuttgart prügelten zwei Männer auf einen Busfahrer ein.

Doch auch die 3G-Regel scheint das Aggressionspotential mancher Bürger deutlich zu erhöhen. „Die Situation ist für das Personal in Restaurants sehr belastend und in manchen Bereichen nicht mehr hinnehmbar“, sagte Dehoga-Chef Fritz Engelhardt dem SWR. „Ist ein Gast nicht geimpft, genesen oder getestet, dann kommt es zu Diskussionen und dann kann es sein, dass so ein Gast wahrlich ausrastet.“ Insgesamt gebe es bei der Kontrolle der 3G-Regelung in Hotels und Restaurants viel Unverständnis, Personal werde beschimpft und sogar bedroht.

Hotels und Restaurants in Baden-Württemberg: Probleme wegen „vergessenen Impfausweisen“

Der Vorsitzende von Dehoga in Baden-Württemberg sieht seit der Einführung der 3G-Regel insgesamt ein „steigendes Aggressionspotential“. In seinem Hotel in Pfullingen (Kreis Reutlingen) hat Fritz Engelhardt jedoch noch mit einem anderen Problem zu kämpfen. Demnach würden viele internationale Gäste die Hotelzimmer online buchen und man habe dadurch keinen Zugang zum Gast. „Es kommt zu unsäglichen Diskussionen an der Rezeption, wenn ein Gast bei der Ankunft sagt, er habe seinen Impfausweis vergessen“, sagte er dem SWR. „Dann müssen wir ihn wegen der staatlichen Vorgaben abweisen.“

Eben auf diese staatlichen Vorgaben verweist der Dehoga-Chef auch. Die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe seien bei der Kontrolle der 3G-Nachweise nur das ausführende Organ des Staates. In Baden-Württemberg gilt in den Innenbereichen von Hotels und Restaurants, wie auch in vielen anderen Einrichtungen laut der Corona-Verordnung, den Nachweis über eine vollständige Impfung, eine Genesung oder über ein negatives Testergebnis zu erbringen.

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