Nachteil für die letzten GPs?

Formel 1: Mercedes-Knall und mutige Entscheidung - Teamchef Wolff befürchtet „Veränderung im Kräfteverhältnis“

Der britische Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton (r) von Mercedes AMG spricht während des Trainings in seiner Teamgarage am Hockenheimring mit dem österreichischen Mercedes-Motorsportchef Torger Christian "Toto" Wolff
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Der britische Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton (r) von Mercedes AMG spricht während des Trainings in seiner Teamgarage am Hockenheimring mit dem österreichischen Mercedes-Motorsportchef Torger Christian «Toto» Wolff.
  • Moritz Bletzinger
    vonMoritz Bletzinger
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Mercedes hat eine mutige Entscheidung gefällt und damit für eine große Überraschung in der Formel 1 gesorgt. Kann sich der Rennstall dieses Manöver leisten. 

  • Mercedes ist momentan das Nonplusultra der Formel 1.
  • In der Konstrukteurswertung* liegen die Deutschen schier uneinholbar vorn.
  • Nun haben sie entschieden, die Entwicklung des aktuellen Boliden zu beenden.

München - Die Saison 2020* läuft für Mercedes* wie geschmiert. Lewis Hamilton überragt in der Fahrerwertung* und steuert auf seinen siebten Weltmeistertitel* zu. Damit würde er auch in dieser Kategorie zu Formel-1-Legende Michael Schumacher* aufschließen, einen Rekord hat Hamilton bereits gebrochen. 87 Punkte Vorsprung auf Platz zwei sind Hamilton an den übrigen sechs Renn-Wochenenden kaum mehr zu nehmen.

Das nächste Rennen ist eine Premiere - zum ersten Mal ist die Formel 1 in Portimao zu Gast.

Formel 1: Mercedes führt Ingenieurswertung komfortabel an - jetzt fällt ein mutige Entscheidung

Hinter dem Briten auf Platz zwei: Teamkollege Valtteri Bottas. Mit 135 Punkten Rückstand findet sich erst mit Max Verstappen ein Verfolger aus einem anderen Rennstall. Dementsprechend komfortabel führt Mercedes auch die Ingenieurswertung an. 170 Punkte liegen die Deutschen vor Red Bull Racing*. Das hat zu einer mutigen Entscheidung geführt.

„Wie bringen schon seit geraumer Zeit keiner Verbesserungen mehr ans Auto“, erklärt Teamchef Toto Wolff bei Speedweek, „wir haben uns das gründlich überlegt, denn du kannst es dir nicht in jeder Saison leisten, die Entwicklung des aktuellen Rennwagens vorzeitig zu beenden. Aber wir haben uns dazu entschlossen, das Augenmerk bereits ganz auf 2021 und 2022 zu legen.“

Mercedes: Formel-1-Boiide wird nicht mehr optimiert - kommt jetzt „Änderung im Kräfteverhältnis“?

Toto Wolff weiß, dass die Konkurrenz nicht schläft, das habe sie bereits in der Vergangenheit gezeigt. Bei Mercedes erlebte man in den letzten Jahren stets einen starken Auftakt und auch Mittelteil der Saison, aber im Schlussspurt waren die Gegner plötzlich da. „Das liegt daran, dass die eben volle Kanne weiterentwickeln“, fürchtet Wolff wieder ein ähnliches Szenario, „das führt vielleicht zu einer Veränderung im Kräfteverhältnis.“

Auch sein Ingenieur Andrew Shovlin ist sich sicher, dass sich der Entwicklungsstopp auch auf der Strecke bemerkbar machen wir. „Red Bull Racing hat uns in Sachen Entwicklung überholt“, sinniert er, „ich gehe davon aus, dass sie uns das Leben an den ausstehenden sechs GP-Wochenenden sehr schwer machen werden.“ (moe) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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