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Computer rechnet Weltmeister aus: Er lag zuletzt dreimal nacheinander richtig

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Von: Marcus Giebel

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Der WM-Pokal wird von zwei Händen in die Höhe gestreckt
Alle wollen ihn haben: Der WM-Pokal ist die begehrteste Trophäe im Weltfußball. © IMAGO / PA Images

Lionel Messi unternimmt in Katar einen letzten Anlauf auf seinen ersten WM-Titel. Einer Simulation zufolge wird dieser erfolgreich. Ein Blick in die Vergangenheit lässt aufhorchen.

München - Die Wochen vor einem großen Fußballturnier sind auch immer die Zeit der Vorhersagen und Prognosen. Experten wie Fans geben ihre Kaderempfehlungen zum Besten, und auch Tipps über den künftigen Titelträger machen die Runde. Vor der WM 2022 in Katar ist das natürlich nicht anders. Auch wenn dieses Event mehr polarisiert als elektrisiert.

Wegen der höchst fragwürdigen Vergabe an das Emirat, in dem bislang weniger Fußbälle, dafür aber insbesondere Menschenrechte mit Füßen getreten wurden, wollen viele Fans einen Bogen um diese Weltmeisterschaft machen. Verordnen sich quasi eine vorweihnachtliche Pause vom Profifußball. Wie viele von ihnen bis zum 18. Dezember - dem Tag des Finals - standhaft bleiben, muss sich noch zeigen.

WM 2022 in Katar simuliert: Laut EA Sports gewinnt Messi mit Argentinien den Titel

Die wichtigste Frage zu dieser WM hat ohnehin schon eine Antwort erhalten, die Aufmerksamkeit verdient hat. Denn wenn es nach dem Spielehersteller EA Sports, also dem Vater der populären FIFA-Reihe, geht, gewinnt Argentinien in Katar seinen dritten WM-Titel. Die Kalifornier sind natürlich nicht die ersten, die das Team um Lionel Messi beim Blick in die Glaskugel mit dem WM-Pokal in der Hand sehen.

Aber sie haben im Gegensatz zu den allermeisten anderen Hobby-Hellsehern einen Ruf zu verlieren. Schließlich sagten sie schon die jüngsten drei Weltmeister im Vorfeld des jeweiligen Turniers korrekt voraus: Spanien 2010, Deutschland 2014, Frankreich 2018. Diesmal griff EA Sports auf sein neues Game FIFA23 zurück und nutzte die darin enthaltene HyperMotion2-Technologie, die „ultrarealistisches Gameplay“ verspricht. Alle 64 Spiele wurden unter Anwendung der offiziellen Bewertungen im Turniermodus simuliert, wie tz.de berichtet.

Video: Der WM-Kader der Deutschen Nationalmannschaft

Prognose für WM in Katar: Messi erzielt Goldenes Tor im Finale gegen Brasilien

So kam es zu einem rein südamerikanischen Finale: Argentinien traf auf Brasilien. Eine Premieren-Paarung für ein WM-Endspiel. In der Realität bekamen es die beiden Erzrivalen zuletzt im Achtelfinale 1990 im Rahmen einer Weltmeisterschaft miteinander zu tun - damals schoss Claudio Caniggia die Selecao mit seinem 1:0 aus dem Turnier. Mit dem gleichen Ergebnis gewann Argentinien dank Angel di Maria das Finale der jüngsten Copa America.

Auch in Katar reicht laut der Prognose ein Tor - für das der Simulation zufolge Messi sorgt. Damit würde „la Pulga“ endgültig den Fußball-Olymp erklimmen, hätte er doch alle großen Titel gewonnen und wäre aus dem langen Schatten von Diego Maradona, der 1986 den bislang letzten Triumph des fußballverrückten Landes im Südzipfel des Kontinents ermöglichte, getreten.

Supercomputer errechnet Weltmeister 2022: Messi gewinnt zwei weitere Trophäen

Auf Platz drei sieht der Supercomputer, den EA Sports also einmal mehr in die Spur geschickt hat, Titelverteidiger Frankreich. In der Torjägerliste landet Messi mit acht Treffern in sieben Partien auf Platz eins und holt sich damit auch den Goldenen Schuh. Obendrein räumt der Linksfuß den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers ab.

Spannender geht es bei der Wahl des besten Torhüters zu. Hier liegen in der Simulation Portugals Rui Patricio, Alisson Becker aus Brasilien, Dominik Livakovic von Kroatien und der Argentinier Emiliano Martinez gleichauf an der Spitze. Den Goldenen Handschuh greift sich Martinez schließlich, weil er im Turnier mit seinen Teamkollegen am erfolgreichsten war.

Simulation des FIFA23-Games mit argentinischer Nationalmannschaft
Sehen so die neuen Weltmeister aus? Laut EA Sports triumphieren Lionel Messi (M.) & Co. in Katar. © IMAGO / ZUMA Wire

WM 2022: EA Sports sieht fünf Argentinier in Mannschaft des Turniers

In der Mannschaft des Turniers sind nur vier Nationen vertreten, wobei Argentinien mit fünf und Brasilien mit drei Akteuren dominieren. Die Elf ist in einem etwas überholten 4-2-4-System aufgestellt - schließlich kommen so mehr Angreifer zu ihrem Recht.

Das Tor hütet Martinez. Die Abwehrkette davor bilden Joao Cancelo aus Portugal, der Franzose Raphael Varane, Brasiliens Marquinhos und Marcos Acuna aus Argentinien. Das übersichtliche Mittelfeld besteht aus den Weltmeistern Leandro Paredes und Rodrigo de Paul. Der Angriff versprüht auch ohne Cristiano Ronaldo Glanz und Glamour: die Brasilianer Vinicius Jr. und Richarlison sowie Messi und der französische Weltfußballer Karim Benzema würden auch als „Fab Four“ durchgehen.

Torjägerliste bei WM 2022: Kein DFB-Akteur in Top 15 - Depay und Pulisic überraschen

Von deutschen Spielern ist weit und breit nichts zu sehen. Was darauf schließen lässt, dass der Supercomputer Bundestrainer Hansi Flick keine allzu erfolgreiche Turnierpremiere vorhersagt. Auch die 15 Spieler umfassende Torjägerliste kommt ohne DFB-Akteure aus. Mehr als zwei Tore erzielt demnach niemand im Trikot des viermaligen Champions, der aber auch auf etatmäßige Stürmer wie Timo Werner (Syndesmosebandriss) und Lukas Nmecha (Patellasehnenanriss) verzichten muss.

Auf diese Zahl kommt Robert Lewandowski in vier Spielen, womit er Rang 15 einnimmt. Immerhin dreimal sind Ronaldo und Benzema in jeweils sieben Partien erfolgreich. Damit wird auch klar, dass Portugal das Spiel um Platz drei gegen Frankreich bestritten hat. Die größten Überraschungen sind der Niederländer Memphis Depay mit sechs Toren in fünf Partien, was ihm Platz zwei hinter Messi einbringt, sowie der viertplatzierte Ex-Dortmunder Christian Pulisic mit fünf Treffern in fünf Auftritten.

EA Sports hat sich also weit aus dem Fenster gelehnt. Wie viel Wahrheit in der Simulation steckt, wird sich aber erst in Katar zeigen. Messi & Co. dürften jedenfalls hellhörig geworden sein. Auch angesichts der Trefferquote der kalifornischen Fußball-Experten. (mg)

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