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Hamburgs Selbstverständlichkeit des Sieges

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HSV-Sieg
Moritz Heyer (l-r), Ludovit Reis und Josha Vagnoman vom Hamburger SV freuen sich über den Sieg. © Andreas Gora/dpa

War es das? Nach dem 1:0 im Hinspiel der Bundesliga-Relegation feiern die Hamburger so, als sei die Zweitliga-Zeit vorbei. Hertha BSC gibt sich aber nicht so leicht geschlagen.

Berlin - Nach der bitteren Niederlage im Relegations-Hinspiel murmelte Hertha-Trainer Felix Magath seinem HSV-Kollegen Tim Walter noch etwas zum Abschied zu.

Aufmerksame Beobachter waren sich sicher, die Worte „genieße den Abend“ gehört zu haben. Diese Aussage könnte man so interpretieren, dass Magath (68) seinem Hamburger Kollegen Walter (46) nach dem 0:1 (0:0) im emotionsgeladenen Olympiastadion zuraunen wollte, er solle diesen einen Abend noch genießen, denn am Montag werde er nach dem Rückspiel um die Bundesliga-Zugehörigkeit höchst selbst wieder jubeln.

Walter: „Wir gehen unseren Weg so weiter“

Walter hatte sich aber ohnehin für die wahrscheinlichere, aufrichtig und ernst gemeinte Variante der Magath-Worte entschieden. Man kennt sich ja und hat sich in München auch gerne zum Kaffeekränzchen getroffen. Walter genoss diesen Abend in Berlin ja ohnehin längst und machte keine Anstalten, sich dies nicht auch anmerken zu lassen.

„Weil wir von uns überzeugt sind. Das haben wir die ganze Saison getan. Wir gehen von unserem Spielstil nicht ab. Wir gehen unseren Weg so weiter. Wir wollen solche Spiele haben. Darum war es heute schön, aber am Montag wird es genauso schön“, sagte Walter zum HSV-Selbstverständnis. Tatsächlich waren die Hamburger die bessere Mannschaft, was ob der bescheidenen Hertha-Qualitäten, die auf dem niedrigen Saisonlevel dargebracht wurden, auch keine herausragende Leistung ist.

Jubelfeier des HSV sieht schon nach Aufstiegsparty aus

Während Magath seine von Fans wie Boulevard gefeierten magischen Fähigkeiten im Berliner Krisenmodus offenbar abhanden gekommen sind, zelebriert sich der HSV nach nun sechs Siegen am Stück ohne jede hanseatische Förmlichkeit. Die Jubelfeier der Profis vor dem imposanten Fanblock in Berlin sahen schon nach Aufstiegsparty aus. Möglicherweise ist das das größte Risiko im Rückspiel, dass alles schon fix scheint mit der Rückkehr des Dinos nach vier Jahren Zweitliga-Tristesse.

„Am Montag geht es wieder von vorne los. Dann müssen wir mindestens die gleiche Leistung, wenn nicht mehr auf den Platz bringen. Wir freuen uns, dass wir gewonnen haben, aber es ist nichts erreicht“, warnte Kapitän Sebastian Schonlau. Auch Glückstorschütze Ludovit Reis, dem eine Flanke verunglückt war, selbige aber ins Tor segelte, meinte: „Es ist ein guter Schritt, aber wir haben noch ein Spiel.“ Mahnung könnte Holstein Kiel sein. Im Vorjahr gewann der Zweitligist beim 1. FC Köln mit 1:0, um dann im Rückspiel alles zu verspielen. dpa

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