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Biathlon: Weltverband verschiebt umstrittenes Verbot um ein weiteres Jahr

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Von: Tobias Ruf

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Biathlon: (v.links) Dorothea Wierer, Tiril Eckhoff und Denise Herrmann präsentieren ihre Ski nach dem Verfolger in Kontiolahti.
Biathlon: (v.links) Dorothea Wierer, Tiril Eckhoff und Denise Herrmann präsentieren ihre Ski nach dem Verfolger in Kontiolahti. © picture alliance/dpa/Lehtikuva | Vesa Moilanen

Im Biathlon sollte zum Weltcup 2022/23 ein generelles Verbot des chemischen Elementes Fluor greifen. Jetzt hat der Weltverband IBU angekündigt, dass sich die Regeländerung um ein weiteres Jahr verschieben wird.

Anif - Eigentlich sollte zum Biathlon-Weltcup 2022/23 eine einschneidende Regeländerung greifen. Der Weltverband Internationale Biathlon Union (IBU) wollte den Einsatz des chemischen Elementes Fluor beim Wachsen der Ski komplett verbieten. Jetzt verschiebt sich das Verbot um ein weiteres Jahr.

Die IBU verkündete am 11. August, dass der Bann von Fluorwachs erst zum Biathlon-Weltcup 2023/24 in Kraft treten werde. Ursprünglich sollte bereits zur neuen Saison komplett auf Fluor verzichtet werden.

Biathlon: Tests müssen ausgeweitet und präzisiert werden

Man benötige mehr Zeit, um die Testverfahren weiter zu verfeinern und auch das Verbot in die Wettkampfordnung zu integrieren, kommunizierte die IBU. Nach einer intensiven Testphase sei man zum Entschluss gekommen, dass die Testverfahren noch nicht lückenlos seien und es weiterer Erfahrungswerte benötige.

Zudem sollen Alternativen zum Fluorwachs weiter getestet und für den Einsatz zur Saison 2023/24 noch effektiver werden. Das chemische Element Fluor ist unter anderem wasserabweisend und kommt bei der Präparierung der Langlaufski zum Einsatz.

Biathlon: Verbot von C8-Ketten bleibt bestehen

Hintergrund der Regeländerung im Biathlon ist eine EU-Richtlinie. Fluor ist schädlich für die Umwelt und die Gesundheit der Athleten. Bereits zur vergangenen Saison wurde der Einsatz der besonders umweltschädlichen C8-Fluorketten verboten. Diese Regel gilt auch zum Weltcup 2022/23.

Bereits vor der Entscheidung der IBU waren einige Athleten skeptisch, ob die Entwicklung der Testverfahren ausgereift genug sein werden. „Wenn es kommt, sollte es für alle fair sein. Es darf nicht das Szenario entstehen, dass Nationen mit hohem Budget den anderen Nationen klar überlegen sind. Das wäre nicht gut für unseren Sport. Zudem muss sichergestellt werden, dass es keinen Materialbetrug gibt“, sagte Denise Herrmann im Interview mit chiemgau24.de.

In dieselbe Kerbe schlug Philipp Nawrath im Gespräch mit chiemgau24.de. „Solange die Kontrollverfahren nicht lückenlos geklärt sind, sollte man das Verbot nicht einführen und so möglichem Materialdoping keine Türe öffnen“.

Quelle: chiemgau24.de

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