Umweltschutz im Badezimmer

Feuchtes Toilettenpapier: Darum sollten Sie es nicht in die Toilette werfen

  • Janine Napirca
    VonJanine Napirca
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Manchmal reicht herkömmliches Klopapier auf dem stillen Örtchen nicht aus – viele Menschen nutzen darum gerne feuchtes Toilettenpapier.

Die Nutzung von feuchten Tüchern, insbesondere von feuchtem Toilettenpapier, erfreut sich großer Beliebtheit. Es ist reißfester als normales Toilettenpapier und man fühlt sich danach einfach noch sauberer und frischer. Häufig bestehen feuchte Tücher aus robusten Textilfasern. Sie werden außerdem gerne in wohlduftende Lotionen getränkt und riechen angenehm erfrischend nach Kamille oder Aloe Vera*.

Alternativen zu feuchtem Toilettenpapier

Wenn Sie zusätzlich zu normalem Klopapier auf eine feuchte Alternative nicht verzichten wollen, müssen Sie nicht zwangsläufig zu feuchtem Toilettenpapier greifen. Für Ihre Haut gesünder und auch günstiger ist zum Beispiel ein handelsüblicher Waschlappen. Mit lauwarmen Wasser angefeuchtet können Sie ihn ebenso benutzen wie feuchte Toilettentücher. Außerdem können Sie benutzte Waschlappen nach dem Waschen wiederverwenden und schützen so gleichzeitig die Umwelt.

Probleme bei der Entsorgung - feuchtes Klopapier kann Pumpsysteme kaputt machen

Denn problematisch - zusätzlich zu gesundheitlichen Folgen (durch die möglicherweise enthaltenen Parabene, Tenside, Alkohol und Duftstoffe) gestaltet sich die Entsorgung von feuchten Tüchern. Der Vliesstoff aus dem die feuchten Tücher meist bestehen ist nur schwer löslich. In Kombination mit Haaren und anderen Materialien, die sich auf dem Weg von der Toilette zur Kläranlage befinden, können Rohre und Pumpen verstopfen. Schlimmstenfalls werden sogar ganze Pumpsysteme lahmgelegt. Auch im eigenen Zuhause können Rohrsysteme kaputtgehen. Das Abwasser staut sich und kann nicht mehr abfließen. Das kann sich auf lange Sicht in steigenden Abwassergebühren bemerkbar machen.

Hand zieht Feuchttuch aus Packung

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Verpackung beachten - diese „Flushability“ haben feuchte Tücher

Hersteller von feuchten Tüchern kennzeichnen häufig die „Flushability“, also die Spülbarkeit ihrer Produkte mit den Labels „spülbar“ bzw. „nicht spülbar“. Damit soll Verbrauchern angezeigt werden, ob das Papier im Klo hinuntergespült werden kann oder nicht. So gibt es inzwischen feuchte Tücher, die aus abbaubarer Zellulose bestehen und die laut Herstellern bedenkenlos in der Toilette entsorgt werden können.

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Feuchttücher lieber in den Restmüll

Wenn auf der Verpackung kein entsprechender Hinweis vermerkt ist und Sie gerne auf Nummer sicher gehen wollen, entsorgen Sie benutzte Feuchttücher besser im Restmüll. Denn bislang gibt es in Deutschland keine einheitlichen Regelungen zur Kennzeichnung und Entsorgung von Feuchttüchern. Was ebenfalls auf keinen Fall ins WC, sondern auf jeden Fall in den Restmüll gehört sind Slipeinlagen, Tampons und Binden. (jn)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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