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Wenn Katzen tote Tiere nach Hause bringen, sind das keine Geschenke

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Von: Julia Hawener

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Katze mit Beute im Maul
Freigänger-Katzen zeigen die gefangene Beute auch gerne mal ihren Besitzern. Ein Präsent an uns ist es allerdings nicht. © dpa/Wolfgang Kumm

Katzen bringen nach der Jagd häufig lebendige Mäuse oder andere Tiere mit nach Hause. Doch entgegen der Annahme viele Katzenbesitzer sind es keine Geschenke.

Stuttgart - Mäuse, Vögel und andere Kleintiere fallen Katzen gerne mal zum Opfer. Das weiß niemand besser als die Besitzer der Samtpfoten, denn nicht selten werden die toten oder halb lebendigen Mitbringsel nach der Jagd voller Stolz zu Hause präsentiert. Das hat bei Freigänger-Katzen jedoch nichts damit zu tun, dass sie sonderlich hungrig wären. Schließlich werden die Stubentiger in den meisten Fällen von ihren Besitzern mit reichlich Futter versorgt. Deshalb spielen die Fellnasen auch meistens mit ihrer Beute, anstatt sie auf der Stelle zu verspeisen. Stattdessen gehen die Katzen mit der Jagd ihrem natürlichen Urinstinkt nach.

Katze bringt tote Tiere mit nach Hause: Es sind keine Geschenke

Doch wieso legen die Katzen ihre Beute manchmal direkt vor die Haustür oder gar vor die Füße der Menschen? Einige Katzenliebhaber erfreuen sich wohl an der Vorstellung, dass ihre geliebten Kätzchen ihnen mit dem zerbissenen Mäusekörper ein kleines Präsent machen wollen. Doch ganz stimmt das nicht. Wie landtiere.de berichtet, sind Experten diesem Phänomen nachgegangen und haben herausgefunden, dass die Mitbringsel der Samtpfoten zwar kein direktes Geschenk sind, sie damit aber trotzdem ihre Zuneigung ausdrücken. Denn wenn Katzen zerfledderte Vögel oder tote Mäuse mit nach Hause bringen, gehen sie damit neben dem Jagdtrieb auch noch einem weiteren Instinkt nach: Sie wollen sichergehen, dass ihre Familie versorgt ist, indem sie uns das Jagen beibringen.

In der Natur bringen Muttertiere ihren kleinen Kätzchen tote oder lebendige Tiere mit, um ihnen zu zeigen, wie man richtig jagt. Deshalb haben vor allem weibliche Katzen gerne mal tierische Mitbringsel im Schlepptau. Katzenbesitzer können sich also durchaus freuen, wenn ihre Stubentiger ihnen etwas von der Jagd mitbringen, da sie einen damit als Teil der Familie betrachten und ihnen wichtig ist, dass man nicht verhungert. So schätzen uns Katzen in dem Bereich offenbar völlig unfähig ein - wie Kitten eben. Es wäre also eher unangebracht, die Vierbeiner zu schimpfen, wenn sie ihre Beute mitbringen. Stattdessen kann man auf andere Weise versuchen, den Fellnasen das Verhalten abzugewöhnen.

Das Verhalten der Katzen kann nie ganz abgewöhnt werden

Da es die Katzen ja eigentlich nur gut meinen, wenn sie tote Tiere vor die Füße legen, sollten sie für die „Präsente“ nicht bestraft werden. Allerdings wäre es auch kontraproduktiv, sehr freudig zu reagieren, denn dann erhält man bald vielleicht sogar noch öfter grausige Jagd-Überreste. Experten raten dazu, ruhig zu reagieren, die Katze abzulenken und dann erst die Beute zu entsorgen. Im Idealfall verstehen die Samtpfoten dadurch, dass Vögel, Frösche und Mäuse nichts in der Wohnung zu suchen haben und lassen sie draußen.

Zu beachten ist hier allerdings, dass man die Tiere nicht mit Spielzeug ablenken sollte. Sonst könnten die Fellnasen denken, dass tote Beutetiere auch immer bedeuten, dass sie mit ihren Menschen spielen dürfen. Ganz bekommt man das Verhalten aber wohl sowieso nie aus den kleinen Jägern. Eine Stadt in Baden-Württemberg hat deshalb ein Ausgangsverbot für Katzen erteilt, um die vom Aussterben bedrohte Haubenlerche zu schützen.

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