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Gefahr in Küche und Bad: Fliege trägt zig Krankheitserreger am Körper

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Von: Olaf Kubasik

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Der Abfluss einer Spüle und einer Toilette.
Je mehr faulig-organische Substrate in einem Abfluss vorhanden sind, desto wahrscheinlicher wird ein Abortfliegen-Befall. © Olaf Kubasik/echo24.de

Abortfliegen lieben verschmutzte Abflussrohre – und dadurch gelangen die Schädlinge mitsamt ihrer Krankheitserreger in deutsche Küchen und Badezimmer.

In immer mehr deutschen Küchen und Badezimmern tritt er mittlerweile auf. Ein winziger behaarter Flieger mit einer Spannweite von eineinhalb bis zweieinhalb Millimetern. Sein Name: Abortfliege. Klingt erstmal nicht schlimm, weil der alte Begriff „Abort“ aus dem Sprachschatz verschwunden ist. Dass der jedoch für Toilette steht, verändert alles. Und Psychoda grisecens trägt die Bezeichnung nicht umsonst, und ein Befall kann echo24.de zufolge ähnliche Folgen haben wie der eines ganz fiesen Schädlings.

Die kleine Abortfliege ist nämlich ein totaler Fan von Exkrement-Geruch: Kot und Urin wirken auf sie wie ein Aphrodisiakum, zieht den auch als Schmetterlingsmücke bekannten Mini-Flatterer magisch an. Teilweise in Scharen. Kein Wunder, dass sie wie Schaben Abflussrohre lieben. In Spülen, Duschen, Badewannen und natürlich Toiletten. Je mehr es dabei für Abortfliegen zum Himmel stinkt, desto größer ist auch die Gefahr eines Befalls. Vor allem bei faulig-organischen Verstopfungen.

ArtAbortfliege (Psychoda grisescens)
FamilieSchmetterlingsmücken (Psychodidae)
VorkommenEuropaweit
Schaden für MenschenÜberträger von Krankheitserregern

Abortfliegen lieben von Menschen verursachte Verschmutzungen in Abflussrohren

Durch Menschen verursachte Verschmutzungen durch (Körper-)Abfälle liebt die Abortfliege so sehr, dass sie sich mit ihrer ganzen Leidenschaft darin suhlt. Obwohl sich erwachsene Tiere von Nektar und Pflanzensäften ernähren, legen die Weibchen ihre Eier dort ab, wo es am gammeligsten mieft. In Jauchegruben, verschmutzten Biotopen oder aber in verunreinigten Abflüssen. Den Grund dafür nennt das Bundesumweltamt: „Die Larven ernähren sich von fauligem organischen Substrat, in dem sie sich entwickeln.“

Im Gegensatz zum gefährlichsten Tier der Welt kann die grau-braune Abortfliege nicht stechen. Die Krankheitserreger (bis zu 40 Keime und Bakterien) transportiert sie auf ihrem üppig behaarten Körper. Wenn sie sich dann schmutzig gewandet auf Lebensmitteln niederlässt, werden die Produkte verunreinigt. Und die Krankheitserreger bei Verzehr auf den Menschen übertragen. Schädlingsbekämpfer Johann Ekov aus Heilbronn weiß, dass das „von Durchfall bis hin zu starken Infekten“ führen kann.

Abortfliegen-Befall: Schädlinge tragen Krankheitserreger am behaarten Körper

Menschen erkennen einen Abortfliegen-Befall meistens erst dann, wenn es zu spät. Und die an winzige Schmetterlinge erinnernden Schädlinge in Scharen durch die Räume flattern oder an den Wänden sitzen. Erfahrene Schädlingsbekämpfer können dem Ekel-Spuk ein schnelles Ende bereiten. Nicht ohne Grund: Johann Ekov bezeichnet Abortfliegen aufgrund ihrer potenziellen Gefahr für Menschen „als fliegende Mini-Ratten – allerdings ohne Begleitung von Ektoparasiten wie Taubenzecken oder Bettwanzen“.

Präventive Maßnahmen gegen Abortfliegen-Befall

Das Bundesumweltamt weist darauf hin, „dass den Abortfliegen die Möglichkeiten zur Eiablage und zur Entwicklung der Larven genommen werden muss“. Dafür sollten Wasserrohre, Siphons, Gullys und andere Bodenabläufe regelmäßig gesäubert und offene Abwässer vermieden werden.

Doch wie sieht eine Bekämpfung bei einem Abortfliegen-Befall aus? Spezialist Ekov aus Heilbronn, der immer wieder vor Scharlatanen seiner Branche warnt, verweist auf eine sogenannte Spot-Behandlung mit Langzeit-Insektiziden an Wänden und Abflüssen: „Dadurch kann der Entwicklungszyklus der Schädlinge unterbrochen werden.“ Nach drei bis vier Tagen müsse der Kunde nun lediglich noch den Abfluss reinigen lassen.

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