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Forschende entdecken Gefahr für Gesundheit – übertragen durch frisch gewaschene Wäsche

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Von: Judith Braun

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In einer Kinderklinik in Bonn wurden auf Neugeborenen antibiotikaresistente Bakterien entdeckt. Sie wurden über frisch gewaschene Wäsche übertragen.

Im Durchschnitt waschen die Deutschen fünf Kilogramm Wäsche pro Woche. Durch das Waschen befreit man seine Kleidung nicht nur von Schmutz und Dreck, sondern normalerweise auch von Keimen und Bakterien. Wer allerdings die Wäsche vorher nicht trennt und einfach alles bei 30 Grad mit mildem Waschmittel in die Waschmaschine packt, gefährdet laut Experten seine Gesundheit. Zudem haben Forscher festgestellt, dass über frisch gewaschene Wäsche multiresistente Bakterien übertragen werden können.

Frisch gewaschene Wäsche kann zur Gefahr für die Gesundheit werden

Weiße T-Shirts hängen auf einer Wäscheleine.
Experten raten dazu, regelmäßig die Waschmaschine zu pflegen. © YAY Images/IMAGO

Laut der im Fachmagazin „Applied and Environmental Microbiology“ veröffentlichten Studie entdeckten Wissenschaftler vom Insitut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) der Universität Bonn in einer Kinderklinik, dass frisch gewaschene Wäsche eine Gefahr für die Gesundheit darstellen kann. Dort wurden auf Frühchen immer wieder die antibiotika-resistente Erreger entdeckt. Bei routinemäßigen Hygiene-Screenings auf der Neugeborenen-Station wurde demnach vermehrt das Bakterium Klebsiella oxytoca festgestellt. Dieses kann zu Magen-Darm- und Atemwegsinfektionen und im schlimmsten Fall zur tödlichen Sepsis führen.

Als Quelle für die Keime machten die Mikrobiologen und Hygieneforscher eine handelsübliche Waschmaschine aus. Dort fanden sie die Bakterien in Spülfach und im Türgummi. Nachdem das Gerät entfernt wurde, stoppte auch der Ausbruch der Keime schlagartig. „Dadurch, dass Mützchen und Söckchen in dieser Waschmaschine gewaschen worden sind, hat sich das Ganze verbreitet. Wir wussten nicht, ob die Keime von den Babys selbst oder aus der Waschmaschine kommen. Letztlich wurde der Keim aber bei allen nachgewiesen“, erklärte Dr. med. Dr. agr. Ricarda Schmithausen, Autorin der Studie und Fachärztin für Hygiene und Mikrobiologie am Universitätsklinikum Bonn.

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Nährboden für Bakterien: Waschmaschine regelmäßig reinigen

Damit sich in dem Haushaltsgerät keine Bakterien ansammeln, raten Experten dazu, die Waschmaschine regelmäßig zu pflegen. Denn ein Nährboden für Bakterien entsteht überall, wo Wasser hinkommt, da sie es warm und feucht mögen. Das Flusensieb, der Gummiring an der Tür sowie das Spülfach sollten deshalb in Abständen immer wieder gereinigt werden.

Dr. med. Béatrice Grabein, Leitende Ärztin, Klinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Klinikum der Universität München rät jedoch gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, nicht in Panik zu verfallen. „Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen sich nicht mehr darüber bewusst sind, dass Mikroorganismen schlicht und ergreifend zu unserer Welt dazu gehören“, sagt die Medizinerin. Es sei eben normal, dass sich Bakterien in Wasser und Waschmaschine befänden. Auch von Hygienespülern hält sich nichts. Die chemischen Substanzen können allergische Reaktionen auslösen und zu Unverträglichkeiten führen. Stattdessen verwenden manche Menschen Wodka beim Wäschewaschen: Das alkoholische Getränk soll nicht nur Bakterien abtöten, sondern auch für saubere Wäsche sorgen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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