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Sie wachen immer zur selben Zeit auf? Die chinesische Organuhr könnte die Erklärung bringen

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Von: Philipp Mosthaf, Juliane Gutmann

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Frau liegt im Bett nachts und schaut auf Smartphone
Wer nachts aufwacht und sich langweilt, greift auch mal zum Smartphone. © Imago

Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TMC) sind die Organe nachts zu bestimmten Uhrzeiten besonders aktiv. Wache Phasen könnten entsprechend auf Störungen hinweisen.

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Zwischen drei und vier Uhr nachts wach? Dieses Phänomen ist nicht selten. Umgangssprachlich ist auch die Rede von der sogenannten „Wolfsstunde“. Es gibt Schlafexperten, die die Ursache in einem hormonellen Ungleichgewicht wähnen, das nachts zu dieser Stunde eintreten kann. Doch es gibt auch andere Erklärungsversuche für immer dieselbe nächtliche Wachphase. Die Traditionelle Chinesische Medizin als jahrhundertealte Heilform zieht sie sogar für die Diagnose von Krankheiten heran. Denn laut chinesischer Organuhr wird jedes Organ alle paar Stunden besonders gut mit Energie versorgt – über die Meridiane, die Energie-Leitbahnen im Körper.

Im Fokus des ganzheitlichen Heilkonzepts TCM steht die körperliche Harmonie: Körper, Seele und Umwelt sollen durch die richtige Ernährung, Akupressur, Akupunktur, Heiltees und Bewegungstherapie wie Qi Gong in Einklang gebracht werden. Wenn man nachts immer zur gleichen Uhrzeit wie gerädert aufwacht und tagsüber an extremer Müdigkeit leidet, ist das laut TCM ein Zeichen dafür, dass die Organuhr nicht im Gleichgewicht ist. Wie Professor Li Wu in seinem Buch „Die Organuhr. Leben im Rhythmus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)“ schreibt, können Stresssymptome, psychosomatische Beschwerden und gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Probleme die Folge einer solchen Disharmonie sein.

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Was ist die Organuhr?

Nach der TCM durchströmt die Lebensenergie Qi in 24 Stunden, also an einem kompletten Tag, alle Meridiane. Jeweils für zwei Stunden fließt die Energie durch jeden Hauptmeridian. So wird jedes dazugehörende Organ in den jeweiligen zwei Stunden mit besonders viel Energie versorgt. Jedes Organ hat in 24 Stunden eine Hoch- und eine Ruhephase. Die Ruhephase findet nach der chinesischen Organuhr genau 12 Stunden nach der Hochphase statt. Der Kreislauf der Organuhr nach TCM wiederholt sich in derselben Reihenfolge.

Organuhr nach TCM – so funktioniert der Kreislauf der Organe

Die Organuhr in der Traditionellen Chinesischen Medizin besagt, dass der Energiekreislauf in unserem Körper immer gleich abläuft. Alle Organe haben ihre eigenen Arbeits- und Ruhezeiten. So hat in 24 Stunden jedes Organ eine Phase, in der es minimale und maximale Leistung abruft. Der Zyklus der inneren Organuhr beginnt um 3 Uhr. Das sind die unterschiedlichen Phasen:

Wie lebe ich nach der Organuhr (TCM)?

Wer nachts immer zur gleichen Zeit aufwacht, Schmerzen hat oder sich einfach unwohl fühlt, sollte ein Blick auf die Organuhr helfen. Eventuell kommt es im jeweiligen Organ zu einer Störung, sodass die Lebensenergie Qi nicht richtig fließen kann. Jedes Organ hat eine bestimmte Ruhephase im Tagesablauf. In dieser Ruhephase sollten Sie das Organ und die jeweiligen Meridiane besonders schonen.

So ist zum Beispiel zwischen 3 und 5 Uhr in der Nacht die maximale Aktivzeit der Lunge, die während des Schlafs ihren Reinigungsprozess durchführt. Achten Sie daher unbedingt darauf, bei offenem Fenster zu schlafen oder vor dem Schlafengehen gut durchzulüften. In der Hochphase des Dickdarms, die auf der Organuhr zwischen 5 und 7 Uhr stattfindet, kann der Darm leicht entleert werden. Unterstützen Sie die Aktivitäten mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung und trinken Sie nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser. Sollten Sie zu bestimmen Uhrzeiten immer wieder Probleme, Beschwerden oder Schmerzen haben, hilft ein Blick auf die innere Organuhr.

Organuhr-Lehre: Leber entgiftet den Körper nachts zwischen ein und drei Uhr

Auch viele Schulmediziner sehen in der Organuhr im TCM einen sinnvollen Ansatz: „An der Organuhr ist theoretisch etwas dran“, erklärt der Schlafmediziner Dr. med. Michael Feld im Interview mit der Zeitschrift fitforfun: „Nur nicht ganz so streng wie in der TCM-Lehre festgehalten“. Die Traditionelle Chinesische Medizin sehe etwa die Zeit zwischen eins und drei Uhr nachts als aktive „Leberphase“. Feld zufolge hat die Leber nachts zwar tatsächlich einen erhöhten Stoffwechsel im Vergleich zum Tag. Doch wann die Leber Giftstoffe nachts am besten abbaut, „hängt in der Realität aber davon ab, wann man ins Bett geht und was vorher gegessen wurde“, so Feld.

Die Zeit zwischen drei und fünf Uhr nachts wird der TCM zufolge der Lunge zugeschrieben. In dieser Zeit soll sich diese reinigen. Aufwachen zu dieser Zeit könnte TCM-Ärzten zufolge auf Probleme im Atmungstrakt hinweisen. Schlafmediziner Feld zufolge kommt es in den frühen Morgenstunden tatsächlich zu mehr Asthmaanfällen, weil sich durch den niedrigen Cortisolspiegel die Bronchien verengen würden, erklärt er im fitforfun-Interview.

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