Medizin

Roboter „ZAP-X“ bekämpft Hirntumore in nur 30 Minuten – mit Photonenstrahlen

Computerrendering des ZAP-X.
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Der neue Roboter „ZAP-X“ in München soll Hirntumore in kurzer Zeit bekämpfen können.
  • VonSebastian Schmidt
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In München ist jetzt der Roboter „ZAP-X“ im Einsatz. Der soll in nur 30 Minuten Hirntumore mit Photonenstrahlen bekämpfen – ganz ohne Schmerzen.

München – Einer Hirnoperation sehen wohl nur die wenigsten Menschen ohne ein Grummeln im Bauch entgegen. Trotzdem ist sie für viele Patienten, die an einem Hirntumor leiden, notwendig und sogar lebensrettend. In München steht am Europäischen Cyberknife Zentrum (ECZ) jetzt aber eine neue Therapiemöglichkeit zur Verfügung. Die verspricht die Bekämpfung eines Hirntumors ganz ohne OP – durch den Roboter „ZAP-X“.

„ZAP-X“ Roboter in München: Präzise Hirntumor-Bekämpfung

Der neue Roboter „ZAP-X“ soll sowohl Hirn-Operationen als auch herkömmliche Strahlentherapie ersetzen. Was ihn dabei auszeichnet ist laut ECZ seine Präzision. Der Roboter in der runden Röhre besitzt eine „gyroskopische Bewegungsfreiheit“. Er könne Tumore im Sub-Millimeter-Bereich bekämpfen. Das bedeutet für die Patienten, dass gesundes Gewebe geschont wird.

Während eine Strahlentherapie normalerweise mehrere Wochen dauere, könne „ZAP-X“ Hirn-Tumore bereits in einer einzigen Sitzung innerhalb von 30 Minuten erfolgreich bekämpfen. Gegenüber „Forschung und Wissen“ sagte Professor Alexander Muacevic vom ECZ: „Mit ZAP-X ermöglichen wir die Radiochirurgie als gezielte einmalige Bestrahlung von Tumoren als Alternative zur Operation.“

„ZAP-X“ Roboter in München schießt mit 100 Photonenstrahlen

Für die Behandlung durch den Roboter „ZAP-X“ sei keine Fixierung des Patienten-Schädels notwendig, die Therapie erfolge laut ECZ ambulant. Die Photonenstrahlen zur Tumorbekämpfung* seien komplett schmerzfrei, eine Narkose sei dafür nicht notwendig. Muacevic sagte gegenüber „Forschung und Wissen“: „Der Patient liegt auf einer Liege und mehr als 100 Photonenstrahlen, eine Art ultraharte Röntgenstrahlen, treffen punktgenau auf einen Tumor. Dabei töten sie den Tumor in seinem Erbgut und nach einigen Wochen oder Monaten sterben die Tumorzellen ab.“

Neben Hirntumoren kann „ZAP-X“ auch bei Tumoren im Halsbereich eingesetzt werden. Wie „Forschung und Wissen“ berichtet, darf ein Tumor aber nicht größer als 3,5 Zentimeter sein. Das Verfahren funktioniere auch nur bei einzelnen Tumoren, maximal bei zehn Stück, die sich im im frühen oder mittleren Stadium befinden.

„ZAP-X“ Roboter in München: Behandlung kostet 7500 Euro

Die Behandlung durch „ZAP-X“ kostet laut „Forschung und Wissen“ etwa 7500 Euro. Bis jetzt würden die sowohl von privaten Krankenkassen als auch der AOK Bayern übernommen werden. Eine klassische Operation würde im Vergleich rund 10.000 Euro kosten – eine Reha nach der OP* noch nicht einberechnet. (Sebastian Schmidt) *fr.de und wetterauer-zeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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