1. bw24
  2. Service
  3. Genuss

Spaghetti im Test: Erschreckende Ergebnisse – von Glyphosat bis Schimmelpilzgift

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Maria Wendel

Kommentare

Öko-Test hat 20 Spaghetti-Marken auf Schadstoffe geprüft. Dabei sind nicht nur Rückstände des Pestizids Glyphosat aufgefallen, sondern auch Mineralölbestandteile und Schimmelpilzgifte.

Spaghetti* gehören zu den beliebtesten Nudelsorten, denn sie sind schnell gekocht und schmecken mit verschiedenen Nudelsaucen lecker. Und vor allem Kinder lieben sie, da man sie so gut beim Essen einsaugen kann. Dabei gibt es allerdings deutliche Qualitätsunterschiede, wie Öko-Test jetzt in einem Vergleich von 20 Produkten gezeigt hat – darunter Marken-, No-Name- und Bio-Produkte. Mehr als die Hälfte der Spaghetti hat ein Problem mit Glyphosat. Darüber hinaus haben die Labore auch Mineralölbestandteile und Schimmelpilzgifte gefunden. Immerhin: Acht Produkte werden von Öko-Test mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet und sind demnach empfehlenswert.

Lesen Sie auch: Auf diese Mythen sind alle Pasta-Fans schon einmal hereingefallen.

Spaghetti im Test: Probleme mit Glyphosat, Mineralöl und Schimmelpilzgift

Glyphosat ist ein umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel, das von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft wurde. Umso besorgniserregender, dass Spuren des Pestizids in mehr als der Hälfte der 20 Spaghettimarken gefunden wurden. Öko-Test beruhigt zwar die Verbraucher: Die gefundenen, sehr geringen Spurengehalte in Spaghetti seien nicht akut gefährlich. Für die Menschen, die das Gift auf dem Feld spritzen oder in der Nähe wohnen und möglicherweise abbekommen haben, sei das jedoch eine andere Frage. Vier Spaghetti-Produkte enthielten neben Glyphosat auch noch dessen Abbauprodukt AMPA: Dieses gilt als weniger toxisch, hält sich aber deutlich länger im Boden.

In einigen Spaghetti haben die Labore außerdem Verunreinigungen mit Mineralöl und Belastungen mit einem Schimmelpilzgift nachgewiesen. In Bezug auf Mineralöl handelt es sich um „leicht erhöhte“ Gehalte an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH), die sich in den Organen und im Fettgewebe ansammeln können. Ihr Gehalt in Lebensmitteln sollte deshalb so gering wie möglich sein. Das Problem mit Mineralölbestandteilen ist auch bereits bei einem Öko-Test von Toastbroten aufgefallen. Vermutet wird, dass die Bestandteile über Schmieröle für Maschinen in die Produkte gelangt sind. Wie groß das Risiko für die Gesundheit durch Mineralöl in Lebensmitteln und Kosmetik ist, lesen Sie bei 24vita.de.*

In zwei überprüften Spaghetti-Packungen wurde das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON) beanstandet, deren Gehalte als „erhöht“ bewertet wurden. DON wird von einem Pilz gebildet, der auf dem Feld Weizenähren befällt. Beim Menschen kann es das Immunsystem stören.

Auch interessant: Für die beste Tomatensoße der Welt brauchen Sie gerade einmal drei Zutaten.

Spaghetti im Test: Acht Testsieger, aber diese zwei Produkte fallen durch

Die gute Nachricht: Alle Spaghetti im Test konnten im Geschmack überzeugen, alle waren bissfest und nicht matschig. Dennoch haben viele Produkte Punktabzug wegen der enthaltenen Schadstoffe erhalten. Da Glyphosat in der ökologischen Landwirtschaft verboten ist, sind alle Bio-Spaghetti im Test frei von Pestiziden und wurden mit „Sehr gut“ bewertet, darunter:

Mit „Gut“ bewertet wurden zum Beispiel die Barilla Spaghetti No. 5 und die Buitoni Spaghetti 72. Nur drei von 15 konventionellen Spaghettimarken sind frei von Glyphosat. Zu den Produkten mit Rückständen des Herbizids gehören:

Spaghetti-ProduktNote
Barilla SpaghettiGut
Cucina Spaghetti von Aldi SüdBefriedigend
Penny SpaghettiUngenügend

Die Penny Spaghetti des gleichnamigen Discounters weisen außerdem „stark erhöhte“ Mineralölgehalte auf und sind deshalb im Test mit der schlechtesten Note durchgefallen. Auch die Spaghetti der Edeka-Eigenmarke Gut & Günstig Spaghetti No. 5. sind mit der Note „Mangelhaft“ im Test durchgefallen. Wenn Sie Spaghetti ohne bedenkliche Schadstoffe kaufen wollen, sollten Sie also unbedingt auf Bio-Marken zurückgreifen. (mad) *Merkur.de und 24vita.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Quelle: Öko-Test

Weiterlesen: Spaghettilöffel: Dafür ist das Loch in der Mitte – Kennen Sie den Pasta-Trick?

Auch interessant

Kommentare