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Wie Sie als Selbstständige für die Rente vorsorgen: Handwerker, Künstler und Hebammen sind pflichtversichert

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Von: Jasmin Farah

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Was gilt für mich als Selbstständiger? Das ist eine Frage, die auch die Rente betrifft. Schließlich ist es für diese Gruppe wichtig, frühzeitig fürs Alter vorzusorgen.

Lange Arbeitszeiten, Wochenenden im Büro, viele Investitionen und kaum Rücklagen: Wer selbständig sein möchte, sollte sich das genau überlegen. Es gibt einige Risiken und viel Verantwortung, die nicht jeder übernehmen kann oder will. Allerdings hat die Selbstständigkeit auch Vorteile: Man ist sein eigener Chef, kann selbst bestimmen, welche Aufträge man annimmt bzw. in den eigenen Zeitplan passen. Je nach Auftragslage kann das Einkommen allerdings auch stark schwanken. Daher raten Rentenexperten Selbstständigen dazu, nicht nur an das Jetzt zu denken, sondern auch bereits fürs Alter vorzusorgen.

Rente als Selbstständige: Versicherungspflicht für bestimmte Berufsgruppen

In den meisten Fällen sind diese schließlich auf sich allein gestellt. Denn: Die meisten Selbstständigen sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung oder einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert. Sie können sich aber freiwillig gesetzlich versichern oder privat versorgen, zum Beispiel mit einer steuerlich begünstigten Form der privaten Altersvorsorge: der Basis- oder auch Rürup-Rente.

Ein älterer Herr im Garten
Wer selbstständig arbeitet, kann auch freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. © Joseffson/Imago

Doch es gibt manche, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Wer also zu dieser Gruppe gehört, muss sich beim zuständigen Rentenversicherungsträger melden. Die Versicherungspflicht gilt für folgende Berufsgruppen:

Und: Führen Sie mehrere selbstständige Tätigkeiten nebeneinander aus, können Sie auch mehrfach pflichtversichert sein. Das gilt übrigens auch, wenn Sie angestellt sind und nebenbei noch selbstständig arbeiten. Das bedeutet, dass Sie für jede Tätigkeit auch in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen müssen. Allerdings geht das nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Daneben gibt es noch sogenannte berufsständische Versorgungswerke, bei denen für Selbstständige sowie Angestellte in einigen Berufsgruppen ebenfalls eine Versicherungspflicht gilt. Dazu gehören:

Versicherungspflicht für Selbstständige: Rentenvorteile und -nachteile

Interessant ist auch: Selbstständige, die nicht versicherungspflichtig sind, können auch freiwillig Beiträge in die Rentenkasse einzahlen, deren Höhe sie selbst bestimmen. Hierzu müssen Sie allerdings erst einen Antrag stellen. Das geht innerhalb der ersten fünf Jahre nach Beginn Ihrer selbstständigen Tätigkeit. Dabei haben Sie die Möglichkeit, dies monatlich oder jährlich zu tun, letzteres ist für das abgelaufene Jahr bis zum 31. März des Folgejahres zu entrichten. Der Mindestbeitrag liegt monatlich allerdings bei knapp 84 Euro, der Maximalbetrag bei circa 1.320 Euro. Wie viel Sie schlussendlich einzahlen, wirkt sich auch auf Ihre späteren Rentenzahlungen aus.

Weitere wichtige Punkte: Als Selbstständiger können Sie Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung von der Steuer absetzen. Allerdings haben Sie keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Im Todesfall erhalten Angehörige zudem Hinterbliebenen- oder Waisenrente. Aber: Freiwillige Beiträge können gepfändet werden, Pflichtbeiträge nicht. Pflichtversicherte Selbstständige können zudem Bürgergeld beantragen. Das Jobcenter übernimmt dann unter Umständen indirekt die Altersvorsorge-Beiträge.

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