Bayerntrend vor Bundestagswahl

Umfrage-Beben in Bayern: CSU im freien Fall - Scholz-Zug rollt auch in Söders Heimat

Die CSU droht kurz vor der Bundestagswahl in eine existenzielle Krise zu schlittern. Laut einer neuen Umfrage verlieren die Christsozialen selbst in Bayern erdrutschartig an Boden.

München - Nur einen Tag nach dem Umfrage-Hammer – die CSU stürzte in Bayern unter die magische Marke von 30 Prozent* – kommt es für die Christsozialen noch dicker. Während laut dem jüngsten „Wählercheck“ der Sendung „17:30 Sat.1 Bayern“ immerhin noch 29 Prozent der Befragten Bayern angaben, dass sie bei der Bundestagswahl die CSU wählen würden, kommt das Meinungsforschungsinstituts Infratest-dimap nach einer repräsentativen Umfrage nur noch auf 28 Prozent.

Die CSU* ist im freien Fall: Bei der Bundestagswahl 2017 lag die CSU noch bei 38,8 Prozent, Anfang Juli 2021 immer noch acht Prozentpunkte höher als jetzt. Sollte das aktuelle Umfrageergebnis sich bei der Bundestagswahl am 26. September* bestätigen, würde die CSU ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis in Bayern einfahren und läge bei ähnlicher Wahlbeteiligung wie 2017 bundesweit unter fünf Prozent.

Bayern-Umfrage: CSU verliert weiter an Boden, SPD sammelt fleißig Prozentpunkte

Die SPD* legt in der Bayern-Umfrage um gleich 9 Prozentpunkte zu und landet bei 18 Prozent. Auf Platz drei liegen die Grünen* mit 16 Prozent (minus 2 Punkte). Die FDP* käme auf 12 Prozent (+1) und die AfD* unverändert auf 10 Prozent. Die Freien Wähler lägen bei 7 Prozent (+1), die Linke aktuell bei 3 Prozent (-1).

CSU-Vorstand Markus Söder mit Sorgenfalten: Die Christsozialen rutschen in Bayern laut einer aktuellen Umfrage unter eine magische Marke.

Die SPD profitiert offenkundig auch in Bayern von der wachsenden Sympathie ihres Spitzenkandidaten Olaf Scholz*. Dieser steht mit einem Zuspruch von 57 Prozent wesentlich besser da als vor zwei Monaten (+17). Er erreicht damit im Freistaat zwar nicht die Popularität von CSU-Ministerpräsident Markus Söder (63 Prozent; -7), vergrößert hier aber auch seinen Vorsprung vor den beiden Mitbewerbern um das Kanzleramt: Annalena Baerbock* (Grüne) wird von 25 Prozent (+1) positiv bewertet, Armin Laschet* (CDU) muss einen Rückgang von 17 Punkten auf nur noch 17 Prozent verbuchen.

Umfrage-Schock für die CSU: Immer weniger Bayern wollen Union regieren sehen

Wie die Sonntagsfrage im aktuellen BR-BayernTrend zeigt, sprechen sich zudem deutlich weniger Wahlberechtigte in Bayern für eine Bundesregierung unter Führung der Union aus: Nach 47 Prozent im Juli sind es aktuell 34 Prozent. Etwa drei von zehn Bayern (28 Prozent; +13 im Vergleich zum BR-BayernTrend vom Juli) und damit fast doppelt so viele wie noch vor zwei Monaten favorisieren einen politischen Wechsel in Berlin zugunsten eines SPD-geführten Bündnisses. Unverändert 13 Prozent unterstützen eine Koalition unter Führung der Grünen. Ein Viertel äußert nach wie vor keine Präferenz.

Die Sonntagsfrage misst die aktuelle Wahlneigungen und nicht das tatsächliche Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Von denjenigen, die aktuell eine Parteipräferenz in der Sonntagsfrage benennen, geben 30 Prozent an, dass sich ihre Entscheidung bis zum Wahltag nochmals ändern könnte, darunter überdurchschnittlich viele jüngere Wahlberechtigte. (dpa) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare