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Umfrage: Große Mehrheit will Woelki nicht mehr

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Kardinal Woelki
Das Verhältnis zwischen Rainer Maria Woelki und den wichtigsten Gremien des Erzbistums gilt seit längerem als zerrüttet. © Andreas Arnold/dpa

Sollte Papst Franziskus Kardinal Rainer Maria Woelki jetzt absetzen? 82 Prozent der Kirchenmitglieder im Erzbistum Köln würden dies befürworten, wie aus einer aktuellen Umfrage hervorgeht.

Köln - Eine große Mehrheit der Katholiken im Erzbistum Köln ist nach einer Umfrage gegen die Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki.

Nach der Forsa-Umfrage im Auftrag des „Kölner Stadt-Anzeiger“ vertreten 82 Prozent der Kirchenmitglieder die Ansicht, dass Papst Franziskus Woelki jetzt absetzen sollte. 92 Prozent meinen, dass Woelki von sich aus Konsequenzen hätte ziehen und zurücktreten müssen. Woelki will nach einer fünfmonatigen Auszeit am 2. März in sein Amt zurückkehren.

Eine Wiederaufnahme der Amtsgeschäfte befürworten nur elf Prozent der Katholiken im Erzbistum. Bei den regelmäßigen Kirchgängern liegt der Anteil mit 23 Prozent höher. Aber auch in dieser Gruppe der besonders Kirchenverbundenen sprechen sich mehr als zwei Drittel (68 Prozent) für die Abberufung aus. In der Gesamtbevölkerung sind es 84 Prozent, nur acht Prozent halten Woelkis Rückkehr für richtig.

Für die Erhebung befragte Forsa vom 14. bis zum 16. Februar 1510 Personen über 18 Jahren, die in den zum Erzbistum Köln gehörenden Städten und Landkreisen leben. Konfession und Kirchenverbundenheit (Kirchgang) wurden gesondert erfasst. Die Ergebnisse sind demnach auch für die konfessionellen Untergruppen repräsentativ. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten.

Das Verhältnis zwischen Woelki und den wichtigsten Gremien des Erzbistums gilt seit längerem als zerrüttet. Papst Franziskus hat ihm „große Fehler“ insbesondere in seiner Kommunikationsarbeit bescheinigt, aber dennoch bestimmt, dass er im Amt bleiben könne. Die Kirchenaustrittszahlen in Köln sind seit Beginn der Krise 2020 noch einmal stark in die Höhe geschnellt. Damals hatte Woelki entschieden, ein Missbrauchsgutachten wegen rechtlicher Bedenken nicht zu veröffentlichen. dpa

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