1. bw24
  2. Politik

Ukraine-Krieg: Russland bombardiert Schule – Papst will nach Kiew und Moskau reisen

Erstellt:

Von: Tobias Utz, Tanja Banner, Marvin Ziegele, Christian Stör

Kommentare

Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich weiter zu – militärisch, diplomatisch und humanitär: der News-Ticker am Montag, 4. Juli.

Dieser News-Ticker ist beendet: Die aktuellen Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem Ticker.

+++ 11.15 Uhr: Die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Wereschtschuk, hat am Montag erklärt, dass Russland hunderte Leichen getöteter Ukrainer übergeben habe. Das sagte sie der staatlichen ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform. „Aber das ist definitiv nicht genug, denn wir wissen, dass es noch viel mehr Leichen gibt. Russland will seinen Bürgern keine Massentransporte von Leichen zeigen. Sie wissen, zu welcher Explosion das führen wird, also machen sie es fast heimlich“, so Wereschtschuk. Ihre Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 10.45 Uhr: Papst Franziskus plant nach Moskau und Kiew zu reisen. Es habe bereits Kontakt zwischen dem vatikanischen Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin und Russlands Außenminister Sergej Lawrow über einen möglichen Besuch gegeben, erklärte Papst Franziskus der Nachrichtenagentur Reuters. Der Vatikan habe bereits vor einigen Monaten zum ersten Mal nach einer möglichen Reise nach Moskau gefragt. Moskau antwortete damals, dass dies nicht der geeignete Zeitpunkt sei. „Ich würde gerne [Anm. d. Red.: in die Ukraine] reisen, und ich wollte zuerst nach Moskau.“ Nach seiner Rückkehr aus Kanada Ende Juli sei ein Besuch in der Ukraine denkbar.

+++ 10.00 Uhr: Russische Truppen transportieren derzeit offenbar große Mengen an Munition von der Krim in die Region Cherson. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab. Insgesamt sollen sich 17 Zugwaggons voller Munition auf dem Weg befinden. Die Lieferung soll laut Bericht am Bahnhof in Myrne ankommen. Die Angaben sind jedoch nicht unabhängig prüfbar.

+++ 09.00 Uhr: In der Nacht auf Montag (4. Juli) haben russische Truppen offenbar eine Schule in Charkiw bombardiert. Einem Bericht des Nachrichtenportals Nexta zufolge schlugen Granaten im Bezirk Schewtschenkowski ein. Demnach ist bislang nichts über Verletzte bekannt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Russland rückt nach Einnahme von Lyssytschansk auf nächstes Ziel vor

+++ 07.45 Uhr: Nach der Einnahme der einstigen Großstadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine rücken die russischen Truppen auf das nächste Ziel vor, den Ballungsraum um Slowjansk. „In Richtung Slowjansk versuchen die Russen, die Kontrolle über die Ortschaften Bohorodytschne, Dolyna und Masaniwka herzustellen“, teilte der ukrainische Generalstab in Kiew am Montag mit. Die drei Ortschaften liegen weniger als 20 Kilometer im Norden und Nordosten von Slowjansk, auf der Südseite des Flusses Siwerskyj Donez.

Ukraine-Krieg - Lyssytschansk
Beschädigte Wohngebäude in Lyssytschansk in der Region Luhansk in der Ukraine. © -/(Militärverwaltung der Region Luhansk/AP/dpa

Von Osten her bewegen sich die russischen Truppen nach diesen Angaben ebenfalls auf den Siwerskyj Donez zu, der in der Region in einem Bogen verläuft. Dort versuchten sie, die ukrainischen Kräfte auf eine neue Verteidigungslinie zwischen Siwersk, Soledar und Bachmut zurückzudrängen, hieß es in dem Lagebericht.

Update vom Montag, 4. Juli, 6.30 Uhr: Trotzdem die ukrainische Armee sich aus der Stadt Lyssytschansk im Oblast Luhansk zurückgezogen hat, sei sie noch nicht verloren, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte. „Wenn das Kommando unserer Armee Menschen von bestimmten Punkten der Front abzieht, wo der Feind den größten Feuervorteil hat - insbesondere Lyssytschansk -, bedeutet das nur eins: Dass wir dank unserer Taktik, dank der verstärkten Versorgung mit modernen Waffen, zurückkommen werden“, kündigte er an. Nach wochenlangem Abwehrkampf hatte die ukrainische Armee am Sonntagabend (3. Juli) bekannt gegeben, dass sie aus Lyssytschansk abzieht. Der Montag ist für die Ukraine der 131. Kriegstag.

Die ukrainische Armee teilte mit, sie sei mit dem Rückzug aus Lyssytschansk einem Einkesseln zuvorgekommen. „Russland hat einen großen Vorteil in der Infanterie und in der Artillerie“, teilte das Militär in Kiew mit. Der Rückzug sei zum Schutz der Soldaten erfolgt. „Wir holen alles zurück, wir bauen alles wieder auf.“ Russland hatte zuvor gemeldet, dass es die Stadt eingenommen habe. Lyssytschansk war die letzte größere Bastion der Ukrainer im Gebiet Luhansk. Russland hatte die Eroberung der Stadt zuvor zu einem der Kriegsziele erklärt. Die Angaben aus den Kampfgebieten unabhängig zu prüfen, ist kaum möglich.

+++ 21.57 Uhr: Russland wirft dem Westen vor, Friedensverhandlungen mit der Ukraine zu verhindern und den Krieg damit in die Länge zu ziehen. „Jetzt ist der Moment, wo die westlichen Länder alles auf eine Fortsetzung des Kriegs setzen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow im Staatsfernsehen. Unter Führung der USA erlaube der Westen den Ukrainern „weder an Frieden zu denken noch darüber zu reden oder ihn zu besprechen“. Damit reagierte Peskow auf Äußerungen westlicher Politiker, die Ukraine nicht zu Verhandlungen drängen zu wollen.

Derzeit gebe es offenbar keinen Bedarf an einer Befriedung der Lage, mutmaßte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Trotzdem werde der Moment für Verhandlungen kommen. Für einen Frieden müsse die Ukraine aber die russischen Forderungen annehmen, sagte Peskow. Als Kriegsziele hat Putin die Anerkennung der völkerrechtswidrig annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium sowie die Abtretung der Gebiete Donezk und Luhansk benannt. Zudem gehe es um „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“ der Ukraine sowie deren Verzicht auf einen Nato-Beitritt.

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak reagierte mit den Worten, Russland kenne die Bedingungen für Verhandlungen: Waffenstillstand, Truppenabzug, die Rückkehr entführter Bürger, die Auslieferung von Kriegsverbrechern sowie ein Reparationsmechanismus und die Anerkennung der souveränen Rechte der Ukraine. „Die Zeit wird kommen, und wir werden sie auf Papier festhalten“, teilte Podoljak per Twitter mit.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee zieht sich aus Lyssytschansk zurück

+++ 19.15 Uhr: Die ukrainische Armee verkündet ihren Rückzug aus der umkämpften Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes. „Um das Leben der ukrainischen Verteidiger zu schützen, wurde die Entscheidung getroffen, sich zurückzuziehen“, teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte in einer Erklärung mit. Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj die Angaben Russlands zur vollständigen Einnahme der Stadt noch zurückgewiesen.

+++ 18.40 Uhr: Mindestens sechs Menschen sind bei einem russischen Angriff auf Slowjansk im Osten der Ukraine nach Behördenangaben getötet worden. 15 weitere Menschen wurden zudem verletzt, teilte am Sonntag (07. Juli) eine Sprecherin der Regionalverwaltung von Donezk mit, zu der Slowjansk gehört. Bürgermeister Wadym Liach sprach seinerseits von „vielen Toten und Verletzten“.

Die Stadt in der Donbass-Teilregion Donezk sei am Sonntag mit Mehrfachraketenwerfern beschossen worden, sagte der Bürgermeister in einem bei Facebook veröffentlichten Video. Es seien die heftigsten Angriffe „seit langem“ gewesen. Es gebe 15 Brände. Ukrainischen Medienberichten zufolge stand unter anderem ein Markt in Flammen. Die Sprecherin der Regionalverwaltung erneuerte den Aufruf an die Menschen in Slowjansk, die Stadt möglichst zu verlassen.

Ukraine-Krieg: Russland meldet Einnahme von Lyssytschansk – Ukraine widerspricht

+++ 14.15 Uhr: Die Ukraine hat russischen Angaben widersprochen, wonach die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes von Russland erobert worden sei (s. Update v. 12.00 Uhr). Die Stadt stehe nicht unter vollständiger russischer Kontrolle, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew dem britischen Sender BBC. Die Situation sei seit einiger Zeit jedoch „sehr intensiv“, russische Truppen griffen die Stadt permanent an.

„Für Ukrainer hat der Wert menschlichen Lebens oberste Priorität“, sagte der Sprecher weiter. „Deshalb könnten wir uns manchmal aus gewissen Gebieten zurückziehen, um sie in der Zukunft zurückzuerobern.“ Zudem sagt der Ministeriumssprecher, dass der Donbass nicht verloren sei, selbst wenn Russland ganz Luhansk erobere. Es gebe dort weitere große Städte, vor allem im Gebiet Donezk, die unter ukrainischer Kontrolle seien. „Diese Städte waren in den vergangenen Tagen Ziel schwerer Raketenangriffe und von Artilleriebeschuss. Aber der Kampf um den Donbass ist noch nicht vorbei.“

+++ 12.00 Uhr: Russland hat nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu die einstige Großstadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine eingenommen. Damit habe man auch die völlige Kontrolle über das Gebiet Luhansk, meldete Schoigu nach einem Bericht der Agentur Interfax an Präsident Wladimir Putin. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Lyssytschansk war seit Tagen heftig umkämpft (S. Update v 8.00 Uhr).

Ukraine-Krieg: Ukrainische Truppen attackieren Militärstützpunkt Russlands

+++ 11.00 Uhr: Die von russischen Truppen besetzte Großstadt Melitopol im Süden der Ukraine ist in der Nacht zum Sonntag von Dutzenden Explosionen erschüttert worden. Mehr als 30 Geschosse seien auf einen der vier russischen Militärstützpunkte in der Stadt abgefeuert worden, teilte der ukrainische Bürgermeister von Melitopol, Iwan Fjodorow, in einer auf Telegram verbreiteten Videoansprache mit. Der Stützpunkt sei damit außer Gefecht gesetzt worden. Die russische Militärverwaltung der Stadt bestätigte am Morgen den Angriff auf Melitopol.

Ukraine-Krieg: Russland setzt Angriffe massiv fort

+++ 09.30 Uhr: Russland hat nach Angaben des ukrainischen Generalstabs auch Angriffe in den Regionen um Charkiw und Slowjansk gestartet. In beide Richtungen seien die russischen Attacken zurückgeschlagen worden. In Richtung Bachmut, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Gebiet Donezk, halten die Kämpfe hingegen an. Gleiches gilt für Spartak, eine Vorortsiedlung von Donezk, die die russischen Truppen zu stürmen versuchen.

Im Süden der Ukraine sei die Siedlung Iwaniwka, die die ukrainischen Truppen am Vortag im Gebiet Cherson erobert hätten, schweren russischen Luftangriffen ausgesetzt. Zudem würde das Gebiet Mykolajiw von Raketen beschossen. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen.

Ukraine-Krieg: Lage in Lyssytschansk spitzt sich dramatisch zu

+++ 08.00 Uhr: Im Osten der Ukraine spitzt sich die Lage weiter zu. Die russischen Truppen sind nach ukrainischen Angaben in Lyssytschansk eingerückt. „Im Raum Donezk konzentrieren sich die Okkupanten darauf, ihre Positionen in den Städten Lyssytschansk und Werchnjokamjanka zu festigen“, teilte der ukrainische Generalstab mit. Auch der ukrainische Militärgouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, bestätigte auf seinem Telegram-Kanal, dass die Russen weiter vorgerückt „und im Bezirk Lyssytschansk Fuß gefasst“ hätten. Unklar ist noch, ob ukrainische Einheiten in der Stadt sind.

Am Samstag hatten die prorussischen Separatisten bereits die Einnahme von Lyssytschansk verkündet, ähnliche Mitteilungen gab es auch von der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti und vom Präsidenten der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow.

Ukraine-Krieg: Russland meldet Explosionen in Grenzstadt

Update vom Sonntag, 3. Juli, 06.00 Uhr: In der russischen Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze hat es nach Angaben des regionalen Gouverneurs, Wjatscheslaw Gladkow, mehrere Explosionen gegeben. Mindestens drei Menschen seien getötet worden, teilte er auf Telegram mit. Mehrere Häuser sollen zerstört oder beschädigt worden sein.

Zudem berichtete er von einem Brand in einem Wohnhaus. „Die Gründe für den Vorfall werden derzeit untersucht“, schreibt Gladkow. „Vermutlich hat das Luftabwehrsystem funktioniert.“ Die Behörden südrussischer Regionen haben in der Vergangenheit wiederholt Vorfälle gemeldet, bei denen es sich nach ihrer Darstellung um Angriffe aus der Ukraine gehandelt haben soll.

Ukraine-Krieg: Lukaschenko wirft Ukraine Raketenangriffe auf Belarus vor – und droht dem Westen

+++ 21.50 Uhr: Der russlandtreue Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko, droht dem Westen: Sollte es einen Angriff auf sein Land geben, werde Belarus sofort reagieren, sagte Lukaschenko der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge in einer Rede zum bevorstehenden Unabhängigkeitstag des Landes. Kurz zuvor hatte er angebliche ukrainische Raketenangriffe auf Belarus beklagt. „Vor weniger als einem Monat habe ich den Einheiten der Streitkräfte den Befehl gegeben, die – wie man jetzt sagen kann – Entscheidungszentren in ihren Hauptstädten ins Visier zu nehmen“, so der 67-Jährige. Was genau er damit meinte, erläuterte er nicht, fügte aber hinzu: „Fassen Sie uns nicht an – und wir werden Sie nicht anfassen.“

Russland und das verbündete Belarus stellen sich immer wieder als Opfer vermeintlich feindlicher Politik des Westens und der Nato dar – ungeachtet der Tatsache, dass Russland die Ukraine angegriffen hat. Schon länger gibt es die Befürchtung, dass Belarus offiziell an Russlands Seite in den Krieg einsteigen könnte. Lukaschenko hat eingeräumt, dass in den ersten Kriegswochen russische Raketen von belarussischem Staatsgebiet auf die Ukraine abgefeuert wurden.

Ukraine-Krieg: Lukaschenko wirft Ukraine Raketenangriffe auf Belarus vor

+++ 19.40 Uhr: Alexander Lukaschenko, der Machthaber in Belarus, hat der Ukraine Raketenangriffe auf sein Land vorgeworfen. „Vor rund drei Tagen, vielleicht mehr, wurde von der Ukraine aus versucht, militärische Ziele in Belarus anzugreifen“, sagte Lukaschenko laut der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. „Gott sei Dank haben unsere Luftabwehrsysteme alle Raketen abgefangen, die von den ukrainischen Truppen abgefeuert wurden“, sagte er demnach.

Die Vorwürfe Lukaschenkos kommen zu inmitten von Spekulationen über eine zunehmende Verwicklung von Belarus in den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Lukaschenko betonte laut Agentur Belta jedoch, Belarus habe nicht die Absicht, in der Ukraine zu kämpfen. Die Angaben Lukaschenkos lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

News zum Ukraine-Krieg: Lyssytschansk vollständig umzingelt? Ukraine widerspricht

+++ 16.40 Uhr: Nach Angaben von prorussischen Separatisten wurde die umkämpfte ostukrainische Stadt Lyssytschansk vollständig umzingelt. Mithilfe der russischen Armee seien am Samstag „die letzten strategisch wichtigen Höhen“ besetzt worden, erklärte ein Vertreter der Separatisten gegenüber der russischen Agentur Interfax. Der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, erklärte, Russlands Truppen seien bereits bis ins Stadtzentrum von Lyssytschansk vorgedrungen. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht.

Die ukrainische Seite spricht zwar ebenfalls von heftigen Gefechten, nach Angaben von dieser Seite gilt die Stadt jedoch weiter als „umkämpft“. Der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, teilt mit, die Russen versuchten, die Stadt von verschiedenen Seiten zu stürmen.

Lyssytschansk ist der letzte große Ort im Gebiet Luhansk, den die ukrainischen Truppen zuletzt noch gehalten haben. Die Eroberung des Gebiets ist eines der erklärten Ziele Moskaus in dem bereits seit mehr als vier Monaten andauernden Krieg. In der vergangenen Woche hatte das ukrainische Militär die nur durch einen Fluss von Lyssytschansk getrennte Großstadt Sjewjerodonezk aufgeben müssen.

Ukraine-Krieg: „Unmenschliche Angriffe“ – Russland verändert Taktik

+++ 14.00 Uhr: Im Ukraine-Krieg sieht der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak eine veränderte Kriegsführung der russischen Armee. „Es ist eine neue Taktik Russlands: Wohnviertel zu attackieren und Druck auf westliche politische Eliten auszuüben, um die Ukraine zu zwingen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen“, sagte Podoljak nach Berichten verschiedener Medien in Kiew. Moskau nehme keine Rücksicht darauf, wie die Welt auf „unmenschliche Angriffe“ mit Marschflugkörpern auf Wohnviertel reagiere.

Ukraine-Krieg: Russland kämpfe nicht mehr nur um Gebietsgewinne - Berater nennt Details

Russland kämpfe nicht, um Gebietsgewinne zu erzielen, sondern um die Ukraine zu zerstören und eine neue Sicherheitsarchitektur in Europa zu schaffen, sagte der Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Russland habe seine Taktik ändern müssen, weil das Militär „nicht weiß, wie man auf dem Schlachtfeld gut kämpft“. Jetzt bestehe Moskaus Taktik darin, die Welt so zu erschrecken, dass sie sich vom Krieg in der Ukraine abwende und sage: „Tut alles, was sie wollen. Hauptsache, dieser Horror geht nicht weiter, damit wir ihn nicht jeden Tag auf den Seiten unserer Zeitungen oder im Fernsehen sehen.“

News zum Ukraine-Krieg: Russland setzt angeblich Streumunition ein

+++ 12.30 Uhr: Russland soll nach ukrainischen Angaben bei Raketenangriffen auf die Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine verbotene Streumunition eingesetzt haben. Dabei seien in der Nacht zum Samstag zivile Bereiche getroffen worden, in denen es keine Militäranlagen gebe, berichtete Bürgermeister Wadym Ljach auf Telegram. Vier Menschen seien getötet, sieben Menschen verletzt worden. Als Streumunition werden Raketen und Bomben bezeichnet, die in der Luft über dem Ziel bersten und viele kleine Sprengkörper freisetzen. Ihr Einsatz ist völkerrechtlich geächtet.

+++ 12.00 Uhr: Offenbar konnten russische Truppen rund um die umkämpfte ostukrainische Stadt Lyssytschansk dank andauernder Luft- und Artillerieangriffe kleinere Geländegewinne erzielen. Dies teilte das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf britische Geheimdiensterkenntnisse mit. Ukrainische Einheiten würden den Vormarsch aber offenbar in den südöstlichen Vororten der Stadt blockieren. Großbritannien veröffentlicht seit Kriegsbeginn täglich in beispielloser Form Einschätzungen seiner Geheimdienste zum Kriegsverlauf.

Ukraine-Krieg: Raketen sollen neunstöckiges Hochhaus getroffen haben

Erstmeldung vom Freitag, 1, Juli 2022: Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Wohngebäude in der südukrainischen Region Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens 14 Menschen getötet worden. Die ukrainischen Rettungsdienste sprachen am Freitag von 14 Toten und 30 Verletzten. Unter den Verletzten seien drei Kinder. Die Rettungsarbeiten würden andauern, sie würden aber durch ein Feuer erschwert.

Der Sprecher der Regionalverwaltung von Odessa, Serhij Bratschuk, hatte zuvor erklärt, von der Rakete sei ein neunstöckiges Wohnhaus in der Gegend von Bilhorod-Dnistrowsky rund 80 Kilometer südlich der Hafenstadt Odessa getroffen worden. Demnach wurde die Rakete von einem über dem Schwarzen Meer fliegenden Flugzeug aus abgefeuert.

Nach ukrainischen Angaben wurde das Wohngebäude durch den Angriff teilweise zerstört. Die Rettungskräfte hatten zunächst von sechs Toten und sieben Verletzten gesprochen. Später stieg die Zahl der Toten auf zehn und dann auf 14. (marv/tu/cs/tab mit AFP/dpa)

Auch interessant

Kommentare