1. bw24
  2. Politik

Wann endet der Ukraine-Krieg? Deutscher Heeres-Chef hat Befürchtung – „Wie soll Frieden mit Putin aussehen“

Erstellt:

Von: Patrick Mayer

Kommentare

Michael Schöllhorn, Präsident BDLI, Generalleutnant Alfons Mais, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Pilot Hauptmann Maximilian Walter sowie der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz (v.li.) vor einem Bundeswehr-Hubschrauber NH90.
Michael Schöllhorn, Präsident BDLI, Generalleutnant Alfons Mais, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Pilot Hauptmann Maximilian Walter sowie der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz (v.li.) vor einem Bundeswehr-Hubschrauber NH90. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Der oberste General des deutschen Bundeswehr-Heeres erwartet kein zeitnahes Ende des Russland-Ukraine-Kriegs. Stattdessen macht er sich wegen des „Systems Putin“ Sorgen. Und nicht nur deshalb.

München/Berlin - Wann endet der russische Angriffskrieg in der Ukraine? Der Inspekteur des Deutschen Heeres, Alfons Mais, glaubt nicht an eine schnelle militärische Entscheidung zwischen den Konfliktparteien. Trotz hoher Verluste auf beiden Seiten. Und das nicht nur im nach wie vor schwer umkämpften Donbass.

Ende des Ukraine-Krieges? Deutscher Bundeswehr-General wagt eine Prognose

„Militärisch fürchte ich, wird der Krieg noch lange dauern - gegebenenfalls zwischenzeitlich einfrieren“, sagte Mais Zeit Online: „Ich frage mich ganz persönlich oft, wie soll ein Frieden mit dem System Putin (russischer Präsident Wladimir Putin, d. Red.) überhaupt aussehen.“

Für ihn könne es jedenfalls nur die Perspektive einer „vollständig wiederhergestellten territorialen Integrität des UN-Mitglieds Ukraine“ geben. Die Möglichkeiten weiterer Waffenlieferungen aus Bundeswehr-Beständen an Kiew schätzte Mais indes als begrenzt ein.

Im Video: Wladimir Putins neue Kampfansage - Moskau warnt USA mit Marine-Doktrin

„Bei der militärischen Unterstützung halte ich es für entscheidend, dass wir eine gewisse Balance halten“, erklärte der Heeresinspekteur: „Ich habe darauf zu achten, dass das Heer in der Lage ist, unsere Kernaufträge erfüllen zu können - die Verteidigung des Landes und der Bündnispartner. Und das ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen schon schwer genug.“ Der Generalleutnant meinte im Gespräch mit Zeit Online weiter: „Wo wir noch Luft hatten und haben, konnten wir an die Ukraine abgeben. Eine Grenze ist aber in meinen Augen erreicht, wenn Bereiche betroffen sind, wo wir selbst keinen Überschuss an Material haben.“

Ukraine-Krieg: Mais fordert schnelle Lösungen für die Bundeswehr

Erst am Montag (1. August) waren drei Mehrfachraketenwerfer des Typs Mars II aus Deutschland in der Ukraine eingetroffen. Vorher hatte die Ampel-Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP bereits Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard sowie mehrere schwere Artilleriegeschütze vom Typ Panzerhaubitze 2000 an Kiew übergeben.

Ich frage mich ganz persönlich oft, wie soll ein Frieden mit dem System Putin überhaupt aussehen.

Generalleutnant Alfons Mais, Bundeswehr

Bezüglich Einsatzfähigkeit der deutschen Bundeswehr sieht Mais indes erheblichen Reformbedarf - nach wie vor. „Wir haben viel zu lange Vorlaufzeiten“, sagte er. Dies liege auch daran, „dass es zu wenig Material gibt und das wenige dann durch Zentralisierung unter unterschiedlicher Verantwortung an verschiedenen Stellen liegt“.

Bei der Beschaffung der Hauptwaffensysteme komme es darauf an, sich auf das „unbedingt Notwendige“ zu fokussieren und marktverfügbare Lösungen zu finden. „Wir können uns nicht in jedem Fall langwierige Entwicklungslösungen leisten“, erklärte Mais. Schneller ging es nun zumindest an der Ostsee: Am Montag (1. August) wurde der Kauf der MV Werften in Rostock durch die Deutsche Marine bekannt. Die Bundeswehr will im Stadtteil Warnemünde in Sichtweite zum Stützpunkt „Hohe Düne“ künftig ihre Fregatten und Korvetten unkompliziert sowie effektiver warten und reparieren. (pm)

Auch interessant

Kommentare