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Russland verlegt Hyperschallwaffen nach Kaliningrad – Berlin nur 500 Kilometer entfernt

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Von: Victoria Krumbeck

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Russland kündigte an, Hyperschallwaffen nach Kaliningrad verlegt zu haben. Die Ostsee-Exklave liegt nur 500 Kilometer von Berlin entfernt.

Moskau/München – Es ist eine russische Provinz, mitten im NATO-Gebiet: die Exklave Kaliningrad. Im Zuge des Ukraine-Kriegs kam es zwischen Russland und Litauen zu einem Streit über die Exklave. Russland hatte Litauen vorgeworfen, Transportwege nach Kaliningrad zu blockieren. Nun verlegte Russland Hyperschallwaffen nach dorthin. Die Aktion ist als Drohgebärde gegen den Westen zu verstehen. Litauen reagiert gelassen.

Russland verlegt Hyperschallwaffe „Kinschal“ nach Kaliningrad

Russischen Angaben zufolge hat Russland Kampfflugzeuge mit den neuen Hyperschallraketen „Kinschal“ in seine Ostsee-Exklave Kaliningrad verlegt. Russland versucht damit, den Westen einzuschüchtern. Insgesamt sollen drei Abfangjäger MiG-31 mit den Luft-Boden-Raketen auf dem Luftwaffenstützpunkt Tschkalowsk stationiert seien. Die Verlegung dient als „zusätzliche Maßnahme zur strategischen Abschreckung“, wie das russische Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag mitteilte.

Russland verlegte seine Hyperschallwaffen „Kinschal“ als Drohgebärde nach Kaliningrad. Litauen reagierte auf die Ankündigung gelassen.
Ein Mikoyan MiG-31 Abfangjäger der russischen Luftwaffe, beladen mit einer ballistischen Luft-Boden-Rakete „Kinschal“. © Pavel Golovkin/AP/dpa

Kaliningrad liegt zwischen den EU-Ländern Polen und Litauen. Somit grenzt die Provinz an gleich zwei EU-Staaten und ist nur 500 Kilometer von Berlin entfernt. Mehr als 1000 Kilometer trennen Kaliningrad von Moskau. Die Marschflugkörper „Kinschal“ fliegen nach russischen Angaben bis zu zehnmal schneller als der Schall. Sie seien dabei dennoch lenkbar und haben eine Reichweite von 2000 Kilometern.

Russlands Hyperschallwaffen in Kaliningrad – Litauen reagiert gelassen

Die Kinschal-Raketen können sowohl konventionell als auch nuklear bestückt werden. Es soll eins von mehreren hochmodernen Waffensystemen sein, auf das Präsident Wladimir Putin besonders stolz ist. Nach eigenen Angaben habe Russland im März eine dieser Raketen gegen ein militärisches Ziel in der Westukraine abgeschossen.

Litauen reagierte auf die russische Ankündigung gelassen. Die Stationierung von „Kinschal“-Raketen ändere nichts an der regionalen Sicherheitslage und stelle keine weitere Bedrohung dar. Das sagte der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas der Agentur BNS. „Die nominelle Bedrohung, die Russland für seine Nachbarn darstellt, ist immer da, aber das Bedrohungsniveau ist dadurch nicht größer geworden“, so der Anusauskas zur russischen Ankündigung. (vk/dpa)

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