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Ukraine-Krieg: Sjewjerodonezk weiter umkämpft

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Von: Lucas Maier, Christian Stör

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Im Donbass stemmt sich das ukrainische Militär gegen die russischen Truppen. Der News-Ticker.

+++ 10.15 Uhr: London wirft Russland vor, im Ukraine-Krieg gezielt irreführende Erzählungen zu verbreiten. Moskau sei bereit, „die weltweite Ernährungssicherheit für seine eigenen politischen Ziele aufs Spiel zu setzen und sich dann als vernünftiger Akteur zu präsentieren und den Westen für jegliches Scheitern verantwortlich zu machen“, hieß es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

So habe Russland die Ukraine vor einigen Tagen aufgefordert, den Hafen von Odessa zu entminen, damit Schiffe sicher durchfahren könnten. Tatsächlich blockiere Moskau selbst die Ausfuhr von Getreide aus ukrainischen Häfen. Dies sei ein Kerngedanke moderner russischer Kommunikationsstrategie, heißt es von den Briten. So würden „alternative Narrative“ eingeführt, oft wenig überzeugend, um es der Öffentlichkeit zu erschweren, die Lage zu verstehen.

Update vom Sonntag, 29. Mai, 08.30 Uhr: Die Kämpfe in der Stadt Sjewjerodonezk dauern offenbar noch immer an. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs hat die russische Armee die Stadt nicht eingenommen. Die russische Seite setze Artillerie ein. Sjewjerodonezk in der Region Luhansk gilt als wichtige strategische Position.

Russische Soldaten in der Region Luhansk. (Archivfoto)
Russische Soldaten in der Region Luhansk. (Archivfoto) © Alexey Maishev/Imago

Ukraine-Krieg: Putin droht Deutschland und Frankreich

+++ 15.25 Uhr: Putin droht Deutschland und Frankreich. In einem Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Präsident Emmanuel Macron hatte der Kreml-Chef vor weiteren Waffenlieferungen gewarnt, so afp unter Berufung auf russische Angaben.

Gegenüber den beiden Länderchefs hatte er die Lieferungen an die Ukraine als „gefährlich“ bezeichnet. Er soll außerdem davor gewarnt haben, dass sich „die Situation in der Ukraine weiter destabilisiert und die humanitäre Krise verschärft“

+++ 13.30 Uhr: Verteidigungsminister Olexij Resnikow zufolge hat die Ukraine erste Antischiffsraketen aus Dänemark und schwere Artilleriegeschütze aus den USA bekommen. „Die Küstenverteidigung unseres Landes wird nicht nur durch Harpunenraketen verstärkt – sie werden von ausgebildeten ukrainischen Teams eingesetzt“, schrieb Resnikow auf Facebook. Die Harpoon-Raketen würden zusammen mit ukrainischen Neptun-Raketen zur Verteidigung der Küste einschließlich des südlichen Hafens von Odessa eingesetzt. Die selbstfahrenden Haubitzen M109 werden es dem ukrainischen Militär laut Resnikow ermöglichen, Ziele aus größerer Entfernung anzugreifen.

Ukraine-Krieg: Fluchtroute aus Cherson geschlossen

+++ 12.30 Uhr: Das von russischen Truppen besetzte Gebiet Cherson im Süden der Ukraine hat die Grenze Richtung Norden für Flüchtlinge geschlossen. „Der Grenzübergang in Richtung der Gebiete Mykolajiw und Dnipropetrowsk ist angesichts des systematischen Beschusses vonseiten ukrainischer Kämpfer sehr gefährlich“, erklärte der Vizechef der prorussischen Militärverwaltung, Kirill Stremoussow zur Begründung der Entscheidung. Ausreisen aus dem Gebiet Cherson seien stattdessen über die Halbinsel Krim oder den russisch kontrollierten Teil des Gebiets Saporischschja möglich.

Ukraine-Krieg: Lyman offenbar vollständig unter Kontrolle Russlands

+++ 12.00 Uhr: Die russische Armee hat nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Stadt Lyman im Osten der Ukraine eingenommen. Sie sei vollständig unter Kontrolle russischer Truppen und den mit ihnen verbündeten Einheiten der Volksrepublik Donezk, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zuvor hatten bereits pro-russische Separatisten der selbst ernannten Volksrepublik Donezk die Eroberung Lymans verkündet. Auch der ukrainische Generalstab hatte indirekt bereits den Fall der Kleinstadt eingestanden (s. Update v. 9.00 Uhr).

+++ 11.30 Uhr: Die Stadt Sjewjerodonezk ist weiter Ziel russischer Angriffe. Die Vorstöße auf die Stadt sowie deren Vororte Toschkiwka und Oskolonowka seien aber abgewehrt worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. Im nahe gelegenen Bachmut hätten die Russen versucht, in den Rückraum der ukrainischen Kräfte zu kommen und die Versorgungswege abzuschneiden. Diese Bemühungen seien gescheitert.

Dennoch versuchen immer mehr Menschen, die umkämpfte Stadt zu verlassen. „Bachmut ist derzeit ein Hochrisikogebiet. Wir versuchen, so viele Leute wie möglich herauszuholen, falls sich die Ukrainer zurückziehen müssen“, sagte der US-Amerikaner Mark Poppert, der für eine britische Wohltätigkeitsorganisation arbeitet, gegenüber Associated Press. „Die Russen sind gleich da drüben und nähern sich diesem Ort.“

+++ 10.15 Uhr: Rund 10.000 russische Soldaten halten sich nach Schätzungen des dortigen Gouverneurs derzeit in der ostukrainischen Region Luhansk auf. Das seien die Einheiten, die dauerhaft dort seien, die versuchten, anzugreifen und in jede Richtung vorzurücken, in die sie das könnten, sagte Serhij Gaidai nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters im ukrainischen Fernsehen.

Ukraine-Krieg: Ukrainisches Militär räumt Rückschlag im Donbass ein

+++ 9.00 Uhr: Das ukrainische Militär hat einen Rückschlag im Kampf um die strategisch wichtige Stadt Lyman im Donbass eingeräumt. Der Feind „versucht sich im Raum Lyman festzusetzen“, und beschieße bereits Ortschaften außerhalb der Stadt, heißt es im Lagebericht des ukrainischen Generalstabs. Russische Truppen beschießen demnach die Ortschaften Oserne und Dibrowa mit Granat- und Raketenwerfern.

Beide Dörfer liegen südöstlich von Lyman. Das deutet darauf hin, dass die Front nun südlich der Stadt verläuft. Das russische Militär hatte Lyman von Norden her angegriffen. Die Stadt liegt strategisch wichtig an einer Kreuzung, von wo aus sowohl der Ballungsraum um die Großstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk als auch der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk attackiert werden kann.

Ukraine-Krieg: Putin „erwägt neuen Angriff auf Kiew“

Update vom Samstag, 28. Mai, 08.05 Uhr: Laut einer unabhängigen russischen Nachrichtenseite erwägt der Kreml einen neuen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Meduza zitierte Quellen mit den Worten, Moskau diskutiere einen möglichen Angriff auf die Stadt und hoffe sogar auf einen umfassenden Sieg bis zum Herbst. Russlands erster Angriff auf die ukrainische Hauptstadt versandete bereits im März, woraufhin sich die russischen Truppen zurückzogen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von sehr schwieriger Lage im Donbass

Kiew - Der Ukraine-Krieg dauert nun schon mehr als 90 Tage. Die ukrainische Armee steht derzeit im äußersten Osten ihrer Front gegen die russischen Invasionstruppen stark unter Druck. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer sehr schwierigen Lage, machte dem Militär aber Mut: „Der Donbass wird ukrainisch sein.“ Besonders umkämpft ist nach Angaben von Gouverneur Serhij Hajdaj unter anderem die Stadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk.

Ukraine-Krieg: Selenskyj nennt Lage im Donbass sehr schwierig

Selenskyj bezeichnete die Lage im Donbass angesichts russischer Angriffe als sehr schwierig. Moskau setze dort ein Maximum an Artillerie und Reserven ein, sagte Selenskyj in einer Videoansprache. Die ukrainische Armee verteidige das Land mit allen derzeit verfügbaren Ressourcen. „Wir tun alles, um die Armee zu stärken“, versicherte der Präsident.

Was die derzeit heftig umkämpften Orte im Donbass angeht, zeigte sich Selenskyj kämpferisch. „Wenn die Okkupanten denken, dass Lyman und Sjewjerodonezk ihnen gehören werden, irren sie sich. Der Donbass wird ukrainisch sein.“ Wenn Russland Zerstörung und Leid bringe, werde die Ukraine jeden Ort wiederherstellen. Dort werde nur die ukrainische Fahne wehen - und keine andere, betonte Selenskyj.

Ukraine-Krieg: Berichte über Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

Die Ukraine machte Russland für den Tod von fünf Zivilisten in dem von Regierungstruppen kontrollierten Teil der Region Donezk im Osten des Landes verantwortlich. „Heute haben Russen fünf Bürger des Donbass getötet und vier weitere verwundet“, schrieb der Gouverneur des Gebiets, Pawlo Kirilenko, im Nachrichtenkanal Telegram.

Zudem berichteten ukrainische Medien von Angriffen im Raum Charkiw. Der Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, sprach von einer schwierigen Lage in der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk. Zwar habe man genug Mittel, um die Verteidigung zu halten. Es könne aber sein, dass sich das ukrainische Militär aus taktischen Gründen zurückziehe.

Ukraine-Krieg: Ukrainisch-orthodoxe Kirche sagt sich vom Moskauer Patriarchat los

Wegen des russischen Angriffskriegs erklärte die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats ihre „völlige Selbstständigkeit und Unabhängigkeit“ von Moskau. Man sei uneins mit der Position des Moskauer Patriarchen Kirill, teilte die Kirche in Kiew mit. Man verurteile den Krieg und appelliere an die Ukraine und Russland, den Verhandlungsprozess fortzusetzen.

Kirill, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, steht fest hinter dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Zuletzt war der innerkirchliche Druck in der Ukraine gestiegen, sich von Moskau loszusagen. Priester hatten gar ein Kirchentribunal gegen Kirill gefordert. Der Zahl der Gemeinden nach ist die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats die größte der drei maßgeblichen Kirchen in der Ukraine. (cs/dpa)

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