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Russland wirft Ukraine erneuten Beschuss von Saporischschja-AKW vor

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Von: Florian Naumann, Astrid Theil, Bettina Menzel, Franziska Schwarz

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Im Süden der Ukraine sollen russische Truppen zurückgedrängt worden sein. Russland steht laut Geheimdienst-Informationen vor massiven Problemen. Der News-Ticker.

Update vom 30. August, 10.39 Uhr: Die Ukraine hat eine Großoffensive zur Rückeroberung der seit Monaten von russischen Truppen besetzten Region Cherson im Süden des Landes gestartet. Doch die Lage ist unübersichtliche. Alle weiteren Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zum Militärgeschehen im Ukraine-Krieg.

Update vom 29. August, 8.27 Uhr: Russland wirft der Ukraine den erneuten Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja vor. Es sei zum Beschuss des AKW-Geländes in Enerhodar gekommen, berichtete die von Russland eingesetzte Verwaltung in der südostukrainischen Stadt. Die russische Nachrichtenagentur Tass meldete, dass die Verwaltung Enerhodars ukrainische Soldaten für den Angriff verantwortlich macht. Es habe zwei Explosionen gegeben. „Heute um 06.50 Uhr haben die Streitkräfte der Ukraine auf das Territorium des Atomkraftwerks und die Küste der Stadt geschossen“, hieß es in dem Bericht.

Eigentlich sollte heute die Internationale Atomenergiebehörde das besetzte AKW inspizieren. Laut pro-russischer Verwaltung ist es das Ziel der Ukraine, die Mission der IAEA zu stören. Inwiefern der mutmaßliche Beschuss die Pläne beeinflusst, ist noch nicht absehbar.

Saporischschja
Das Kernkraftwerk Saporischschja steht im Südosten der Ukraine. Russische Truppen kontrollieren das Gebiet. © Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Update vom 29. August, 22.54 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Landsleuten eine Rückeroberung aller von Russland besetzten Gebiete versprochen. Er ging in seiner Videoansprache vom Montagabend aber nur in Andeutungen auf die neue ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes ein. Niemand, der sich verantwortlich verhalte, werde im Krieg etwas zu seinen Plänen sagen, sagte der Präsident.

„Aber die Besatzer sollen es wissen: Wir treiben sie über die Grenze. Über unsere Grenze, an der sich nichts geändert hat“, sagte Selenskyj in Kiew. „Wenn die russischen Soldaten überleben wollen, ist es jetzt Zeit, nach Hause zu gehen.“ Wer Angst habe, nach Russland zurückzukehren, solle sich ergeben. „Wir garantieren ihnen die Einhaltung aller Normen der Genfer Konventionen.“

Russland bestätigt Gegenoffensive im Süden der Ukraine

Update vom 29. August, 21.56 Uhr: Noch gibt es nur bedingt Informationen zur Offensive der Ukraine im Süden des Landes. Russland hat die Offensive bestätigt, ließ aber verlauten, dass diese unter hohen Verlusten auf ukrainischer Seite „erbärmlich gescheitert“ sei.

Demgegenüber meldete die Ukraine, dass man die russische Frontlinie im Gebiet Cherson durchbrochen habe. Zuvor hatte man die Zivilbevölkerung aufgerufen die Gebiete zu verlassen oder Schutz zu suchen. Nach Angaben einer Pressesprecherin der ukrainischen Armee habe man Einheiten der Separatisten sowie russische Marine-Infanterie-Einheiten zum Rückzug gezwungen. Am Abend meldete Kiew dann, dass man die Ortschaft Sukhyi Stavok eingenommen habe. Auch Angriffe auf die wichtige Pontonbrücke neben der Antoniwbrücke wurden gemeldet.

Ukraine befreit mehrere Dörfer: Hauptziel der Offensive genannt

CNN berichtet nun, dass die Ukraine bei ihrer Offensive aktuell vier Dörfer zurückerobert habe. Das US-Medium beruft sich auf Informationen einer ukrainischen Militärquelle. „Die Operation begann nachts mit massivem Beschuss russischer Stellungen“, wird die Quelle zitiert. Das Primärziel sei die Stadt Cherson im Süden der Ukraine.

„Die Hauptangriffsrichtung war auf Pravdyne. Wir haben ihre Infanterie aus der DNR (Volksrepublik Donezk) und der LNR (Volksrepublik Lugansk) getroffen, und sie sind geflohen. Die russische Landetruppe floh ihnen nach“, heißt es weiter bei CNN. Man habe die Verteidigungslinie an drei Stellen durchbrochen und aktuell vier Dörfer befreit. Dabei handele es sich um Nova Dmytrivka, Arkhanhel‘s‘ke, Tomyna Balka und Pravdyne. Die Quelle berichtet von vielen russischen Toten und Gefangenen sowie vielen beschädigten Militärfahrzeugen. Wie genau die Offensive weitergehe, wurde nicht verraten. Aber die Quelle stellte fest: „Unser Ziel ist Cherson“. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben aktuell nicht.

Flugabwehrkanoniere einer speziellen Luftverteidigungseinheit der Nationalgarde der Ukraine bei einem Kampfeinsatz in der Ukraine. (Foto vom 24. August)
Flugabwehrkanoniere einer speziellen Luftverteidigungseinheit der Nationalgarde der Ukraine bei einem Kampfeinsatz in der Ukraine. (Foto vom 24. August) © IMAGO/Vyacheslav Madiyevskyi

Update vom 29. August, 21.07 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat eine ukrainische Offensive in den besetzten Gebieten Cherson und Mykolajiw im Süden der Ukraine bestätigt. Die Angriffe an drei Stellen seien aber abgewehrt worden, wobei die ukrainische Armee schwere Verluste erlitten habe, hieß es am Montag in einer Mitteilung aus Moskau. Die Militärangaben waren nicht unabhängig zu überprüfen.

Die ukrainische Führung kündigte seit Juni immer wieder eine größere Gegenoffensive im Süden an. Am Montag teilte die Südgruppe der ukrainischen Armee dann mit, im Gebiet Cherson hätten eigene Truppen eine russische Frontlinie durchbrochen. Demnach seien Einheiten der Donezker Separatisten und russischer Marineinfanterie zum Rückzug gezwungen worden. Genauere Ortsangaben wurden nicht gemacht. Der ukrainische Generalstab erwähnte in seinem Bericht für Montagabend keine eigene Offensive in der Region. Ukrainische Behörden forderten die Bevölkerung aber auf, die russisch besetzten Gebieten möglichst zu verlassen. Wer dies nicht könne, solle einen Vorrat an Lebensmitteln und Wasser anlegen und sichere Gebäude aufsuchen.

Explosionen in Melitopol: In der russisch besetzten Stadt im Süden soll es große Detonationen gegeben haben

Update vom 29. August, 20.11 Uhr: Offenbar hat es in der russisch besetzten Stadt Melitopol im Süden der Ukraine vier „mächtige Explosionen“ gegeben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ukrinform und zitiert dabei Melitopols Bürgermeister Ivan Fjodorow. DIeser schreibt demnach via Telegram: „Wir sammeln ausführliche Informationen über Verluste des Feindes“, wird er weiter zitiert.

Explosionen in Melitopol: Bürgermeister äußert sich

Update vom 29. August, 19.47 Uhr: Offenbar läuft weiterhin die bereits angekündigte ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes. Nachdem zuvor von einem Frontdurchbruch berichtet worden war, meldete das ukrainische Militär auch die Rückeroberung der Ortschaft Sukhyi Stavok im Norden der Cherson-Frontlinie. Nun sollen auch russische Social-Media-Accounts dies bestätigt haben. Das berichtet ntv. Außerdem soll es unbestätigte Berichte geben, dass russische Soldaten sich teils aus ihren Stellungen zurückziehen sollen. Weiterhin soll es an etlichen Stellen zu Kämpfen kommen.

Unterdessen hat Russland wohl die Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine mit Raketen angegriffen. Von zwölf Treffern und zwei Toten berichtet der Kyiv Independent unter Berufung auf den Gebiets-Gouverneur Vitaliy Kim.

Ukraine-Krieg - Russische Soldaten
Auf diesem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichten Foto feuert ein russischer Soldat aus einer Kornet, einer tragbaren russischen Panzerabwehrlenkwaffe, während eines Einsatzes an einem ungenannten Ort in der Ukraine. © dpa

Update vom 29. August, 19.37 Uhr: Beim russischen Raketenangriff auf die Oblast Mykolajiw am Montag seien 24 Menschen verletzt worden, aktualisierte der Gouverneur der Region, Vitaliy Kim, am Montag seine Angaben. Zuvor war von elf Verletzten und zwei Toten die Rede gewesen.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges: 5663 Zivilisten in der Ukraine getötet

Insgesamt 5663 Zivilisten wurden in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion bereits getötet, darunter 365 Kinder. 8055 Zivilpersonen wurden verletzt. Das berichtete das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (UN) am Montag. Die tatsächliche Zahl sei jedoch vermutlich deutlich höher, etwa da Berichte aus umkämpften Gebieten verzögert einträfen. Allein in der Zeit zwischen 1. und 28. August habe die Zahl der zivilen Opfer in der Ukraine 1063 betragen, so der UN-Bericht weiter.

In Oblast Mykolajiw schlagen zwölf russische Raketen ein: Elf Verletzte, zwei Tote

Update vom 29. August, 17.43 Uhr: Am Montag schlugen nach Angaben des Gouverneurs der Oblast Mykolajiw, Vitaliy Kim, zwölf russische Raketen in Wohnhäusern in der Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine ein. Russland habe weitere Raketen abgeschossen, aber nicht alle hätten ihr Ziel erreicht, hieß es in der Mitteilung des Gouverneurs weiter. Es seien elf Menschen verletzt und zwei Personen getötet worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Die Ukraine hatte zuvor im Süden des Landes eine Gegenoffensive gestartet.

Gegenoffensive in der Südukraine: „Lage unter Kontrolle der ukrainischen Soldaten“

Update vom 29. August, 16.51 Uhr: Zu der Gegenoffensive in der Südukraine gibt es neue Zitate von Truppen-Pressesprecherin Natalija Humenjuk. Laut ihr sei die Lage „ziemlich angespannt, aber unter Kontrolle der ukrainischen Soldaten“, zitiert sie der Kyiv Independent. Nach mehreren „sehr gezielten Schlägen“ scheuten die russischen Truppen nun die Attacke und verharrten an ihren befestigten Linien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

AKW Saporischschja: Russische Besatzer werfen Kiew erneut Beschuss vor

Update vom 29. August, 16.26 Uhr: Seit Wochen machen sich Kiew und Moskau gegenseitig für die Eskalation rund um das AKW Saporischschja verantwortlich. Nun ist es laut den russischen Besatzer erneut beschossen worden. Dabei soll das Dach der Uran-Lagerhalle beschädigt worden sein, sagten sie der Agentur Interfax. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Der russische Militärgouverneur Wladimir Rogow zeigte auf Telegram entsprechende Fotos. Die Schüsse seien von einer aus US-Beständen stammenden Haubitze vom Typ M777 abegefeuert worden, gab er an. Ein erhöhter Ausstoß von Radioaktivität wurde laut dpa nicht bekannt.

Gegenoffensive im Ukraine-Krieg: „Anfang vom Ende der Besatzung“

Update vom 29. August, 15.55 Uhr: Gelingt die Rückeroberung von Cherson? In der gesamten Region liefen „starke Artillerieangriffe auf feindliche Stellungen“, sagt Regionalrats-Vize Serhij Chlan nun dem Fernsehsender Pryamyj TV. „Dies ist die Verkündung dessen, worauf wir seit dem Frühling gewartet haben - der Anfang vom Ende der Besatzung in der Region Cherson“, sagte Chlan.

Ziel ist es demnach, die russischen Truppen auf das andere Ufer des Dnipro zurückzustoßen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. Putins Truppen hatten Cherson als erste ukrainische Großstadt im Ukraine-Krieg eingenommen. Es liegt nahe der annektierten Krim.

Ukraine meldet Durchbruch im Süden an „vielen Abschnitten“ - Russen fliehen wohl

Update vom 29. August, 13.23 Uhr: Im Gebiet Cherson sollen ukrainische Truppen die russischen Frontlinien durchbrochen haben, und zwar in „vielen Abschnitten“. Mit diesen Informationen zitierte das Internetportal Hromadske die Pressesprecherin der Südgruppe der ukrainischen Armee, Natalija Humenjuk.

Demnach sollen Einheiten der Donezker Separatisten und unterstützender russischer Marineinfanterie zum Rückzug gezwungen worden sein. Genauere Ortsangaben wurden nicht gemacht. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Freiwillige Soldaten nehmen an einer militärischen Übung außerhalb von Kiew teil. (Foto vom 27. August 2022)
Freiwillige Soldaten nehmen an einer militärischen Übung außerhalb von Kiew teil. (Foto vom 27. August 2022) © Andrew Kravchenko/dpa

Geheimdienst zu Schoigu: Führungsstil beschert Putin-Minister Ärger

Update vom 29. August, 10:58 Uhr: Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu befindet sich zunehmend in einer Position der Schwäche, glauben britische Geheimdienste. Es sei wahrscheinlich, dass Offiziere und Soldaten ihn wegen eines ineffektiven und realitätsfernen Führungsstils nicht ernst nähmen.

Schoigu habe den Großteil seiner Karriere vor der Berufung zum Minister im Bausektor und anderen Bereichen verbracht. Ihm fehle militärische Erfahrung, heißt es in dem Geheimdienstbericht, der jetzt in London veröffentlicht wurde.

Angst vor Atomkatastrophe: IAEA-Team auf dem Weg zum ukrainischen AKW Saporischschja

Update vom 29. August, 6.36 Uhr: Nach dem wiederholten Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja hat sich ein Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf den Weg dorthin gemacht. Die Mission unter seiner Führung treffe „später diese Woche“ am größten Atomkraftwerk Europas ein, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag im Onlinedienst Twitter mit.

Wegen des wiederholten Beschusses des Atomkraftwerkes, für den sich die Ukraine und Russland gegenseitig verantwortlich machen, wächst die Angst vor einer Atomkatastrophe wie 1986 in Tschernobyl.

Update vom 29. August, 6.12 Uhr: Die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti meldet unter Bezug auf eine nicht genannte Quelle, dass das russische Militär die ukrainische Luftwaffe quasi ausgeschaltet hat. Demzufolge werden bereits nicht voll ausgebildete Kampfpiloten eingesetzt, die spätestens beim zweiten Einsatz abgeschossen werden würden.

Es gebe zudem Versuche westlicher Länder, mit russischen Jets vertraute Piloten in osteuropäischen Ländern anzuwerben, wenn auch ohne großen Erfolg. Das US-Verteidigungsministerium soll sogar geeignetes Flugpersonal in Afghanistan rekrutieren, das in Kalifornien ausgebildet werden soll.

Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden seit Beginn des Ukraine-Krieges 273 ukrainische Militärflugzeuge, 148 Hubschrauber und 1808 Drohnen zerstört. Diese Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht verifizieren.

Ukraine meldet Abwehrerfolge: mehrere russische Sturmangriffe abgewehrt

Update vom 28. August, 22.12 Uhr: Nach russischen Angaben hat die Ukraine mit einer bewaffneten Drohne einen Angriff auf das besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine geflogen. Die Drohne sei abgeschossen worden und auf die Sicherheitshülle über einem Reaktor gefallen, meldete die Besatzungsverwaltung der Stadt Enerhodar am Sonntag nach Angaben russischer Agenturen. Die Sprengstoffladung sei detoniert, ohne Schaden anzurichten. Die Angaben waren nicht unabhängig zu überprüfen. Die russische Seite unterstellte, dass die Drohne ein Lager für abgebrannte Brennstäbe angreifen sollte.

Auch die Ukraine veröffentlichte am Sonntag nicht verifizierbare Berichte über Angriffe: So hat die ukrainische Armee nach eigenen Angaben an mehreren Stellen im Osten des Landes russische Sturmangriffe abgewehrt, unter anderem auf das Dorf Perwomajske nordwestlich von Donezk und das Dorf Wessela Dolyna bei der Stadt Bachmut. Dutzende Orte entlang der mehr als 2000 Kilometer langen Frontlinie seien am Sonntag von russischer Panzern, Rohr- und Raketenartillerie beschossen worden. Im Zentrum der ostukrainischen Großstadt Charkiw schlugen am Sonntagabend nach Angaben des Bürgermeisters Ihor Terechow zwei Raketen ein.

Durchaus brisante Darstellungen kamen aus Belarus: Aktivisten aus dem ukrainischen Nachbarland brachten einen Angriff auf das Gebiet Riwne in der Nordukraine in Zusammenhang mit dem Start mehrerer russischer Kampfflugzeuge von Flugplätzen in Belarus. Der dortige Machthaber Alexander Lukaschenko stellt den russischen Truppen sein Land als Aufmarschgebiet gegen die Ukraine zur Verfügung.

Update vom 28. August, 19.27 Uhr: Die Ukraine vermeldet einen weiteren militärischen Erfolg: Per Artillerie-Beschuss habe man drei Checkpoints im russisch kontrollierten Gebiet Cherson getroffen, teilte das ukrainische „Operationskommando Süd“ laut dem Portal Nexta mit. Elf Raketenwerfer, drei gepanzerte Fahrzeuge und eine selbstfahrende Haubitze seien dabei zerstört worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew drohte unterdessen erneut dem Westen – diesmal beim Thema Gas.

Russland im Ukraine-Krieg vor Truppen-Aufstockung? Großbritannien bezweifelt Nutzen

Update vom 28. August, 13.50 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium bezweifelt, dass die von Russland angekündigte Aufstockung der Armee um etwa 140.000 Soldaten die Schlagfähigkeit der Truppen erhöhen wird. „Auf jeden Fall dürfte die Anordnung nach den derzeit geltenden Rechtsvorschriften keine wesentlichen Fortschritte bei der Stärkung der russischen Kampfkraft in der Ukraine bringen“, urteilt das Ministerium über Twitter.

Der Ukraine-Krieg gestalte sich bisher sehr verlustreich für Russland. Darüber hinaus würden derzeit nur sehr wenige neue Vertragssoldaten eingestellt. Wehrpflichtige seien außerdem nicht verpflichtet, im Ausland zu dienen. Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt per Dekret eine Aufstockung befohlen. „Es bleibt unklar, ob Russland versuchen wird, diese Erhöhung durch die Rekrutierung von mehr freiwilligen Vertragssoldaten oder durch die Erhöhung der jährlichen Ziele für die Einziehung Wehrpflichtiger zu decken“, teilte das Ministerium mit.

Entwarnung AKW Saporischschja: kein Hinweis auf Austritt radioaktiver Strahlung

Update vom 28. August, 13.21 Uhr: Nach dem Beschuss des von Moskaus Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja ist nach Angaben Russlands und der Ukraine keine erhöhte radioaktive Strahlung festgestellt worden. Die Strahlensituation bleibe normal, teilte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag in Moskau mit. Ähnlich äußerte sich der ukrainische staatliche Betreiber Enerhoatom.

Update vom 28. August, 12.24 Uhr: Angespannt bleibt die Lage um das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden des Landes. Nach russischen und ukrainischen Angaben gibt es bereits Schäden an der Infrastruktur des größten Kernkraftwerks in Europas. Die Kriegsparteien warnten einmal mehr vor der Gefahr, dass radioaktives Material austreten und zu einer atomaren Katastrophe führen könnte. Nach Angaben von ntv kann man in Kiew aktuell nicht ausschließen, dass bereits Radioaktivität austritt.

Sorge um AKW Saporischschja: Tritt bereits Radioaktivität aus?

Nach Angaben der Kriegsparteien sollen bald Experten der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zu der Anlage reisen, um sich dort selbst ein Bild von der Situation zu machen. Moskau lehnt die von Dutzenden Staaten geforderte Übergabe des Kernkraftwerks zurück in die Kontrolle Kiew ab, weil die Ukraine aus russischer Sicht nicht die Sicherheit der Anlage gewährleisten könne.

Ukraine zerstört „großen Militärstützpunkt“ in Melitopol

Update vom 28. August, 12.06 Uhr: Die Ukraine hat offenbar einen „großen russischen Militärstützpunkt“ im besetzten Melitopol zerstört. Das berichtet der Kyiv Independent unter Berufung auf Ivan Fedorov, den Bürgermeister der Stadt. Demnach ist der Stützpunkt in einer ehemaligen Autofabrik in der Nacht angegriffen worden.

Gebietsgewinne in Donezk: Ukraine verzeichnet militärische Erfolge

Erstmeldung vom 28. August: Kiew - In der Region Donezk soll es der ukrainischen Armee gelungen sein russische Truppen rund um die Orte Soledar, Zaitseve und Mayorsk zurückzudrängen. Dies berichtete zuletzt der britische Guardian unter Berufung auf das Militärkommando der Ukraine.

Das britische Verteidigungsministerium meldete derweil basierend auf Informationen ihrer Geheimdienste, dass Russland versuche, im Osten stärkeren Druck auf die ukrainischen Truppen auszuüben. Auf diese Weise sollen die Offensiven der Ukraine im Süden des Landes ausgebremst werden.

Im Süden der Ukraine soll es den ukrainischen Truppen laut Kiew gelungen sein, ein Luftabwehrsystem in der Region Cherson zu zerstören. Außerdem blieben zwei wichtige Brücken in der Region Cherson wegen fortwährenden Beschusses für die russischen Truppen unbenutzbar.

Russische Armee unter Druck: Waffen-Arsenal wird weniger

Nach Informationen ukrainischer Geheimdienste stehe die russische Armee nach wochenlangen schweren Beschuss außerdem vor massiven Problemen: Im Vergleich zum Kriegsbeginn verfüge Russland nur noch über 45 Prozent seines Raketen-Bestands. Das berichtet der Kyiv Independent. Russland habe eine „schwierige Situation“ bei seinen Kalibr-Raketen, wird Vadym Skibitskyi vom ukrainischen Geheimdienst zitiert. Außerdem verfüge Russland nur noch über „ungefähr 20 Prozent oder weniger“ seiner Iskander-Raketen. Unabhängig prüfen lassen sich diese Informationen nicht.

Auch das amerikanische Institute for the Study of War (ISW) erwartet einen militärischen Stillstand: Zum ersten Mal seit dem 18. August meldeten die russischen Streitkräfte keine Gebietsgewinne. (at/dpa)

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