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Julian Reichelt attackiert Ricarda Lang: „Jeder Mensch, der ein Gehirn hat...“

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Von: Niklas Noack

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Nachdem die Grünen-Chefin Ricarda Lang von einer „feministischen Wirtschaftspolitik“ gesprochen hatte, empörte sich jetzt Ex-Bild-Chef Julian Reichelt.

Stuttgart - Wenn es darum geht, wie man Frauen in der Wirtschaft stärken könnte, fühlen sich viele Männer bedroht. Dies zeigt unter anderem die endlose Debatte um eine Frauenquote, bei der Männer immer wieder befürchten, sie könnten in Zukunft auf dem Jobmarkt – unberechtigterweise – den Kürzeren ziehen.

Auch der rechtspopulistische Journalist Julian Reichelt scheint sich bedroht zu fühlen, nämlich von einer „feministischen Wirtschaftspolitik“, die Grünen-Chefin Ricarda Lang zuletzt forderte. Zumindest diffamierte er die Politikerin auf seinem YouTube-Kanal „Achtung Reichelt!“ und behauptete darin unter anderem, sie habe „in ihrem Leben noch nie“ gearbeitet. Stattdessen kenne Lang laut Reichelt die Arbeit nur vom Hörensagen: „So wie die meisten von uns den Krieg nur aus Erzählungen der Großeltern kennen.“ Hintergrund der Äußerungen ist offenbar, dass Lang ihr Studium abgebrochen hatte.

Julian Reichelt: „Ricarda Lang hat keine Ahnung“

Doch diese plumpen Beleidigungen, die Reichelt in Richtung der Politikerin schoss, reichten dem Journalisten nicht aus. Denn anschließend sagte er: „Jeder Mensch, der ein Gehirn hat, merkt sofort, dass keiner der Sätze von Ricarda Lang irgendwie mit einem der anderen Sätze zusammenhängt. Man kann diese Sätze in eine beliebige Reihenfolge stellen und sie ergeben immer gleich wenig Sinn. Der Grund dafür ist leicht: Ricarda Lang hat keine Ahnung, wovon sie spricht, wenn sie über die 40-Stunden-Woche redet. Ricarda Lang hat in ihrem ganzen Leben noch keine 40 Stunden gearbeitet – zusammengenommen.“

Ex-Bild-Chef Julian Reichelt diffamiert Grünen-Chefin Ricarda Lang.
Ex-Bild-Chef Julian Reichelt diffamiert Grünen-Chefin Ricarda Lang. © Fotomontag BW24/IMAGo/Future Image/Jörg Schüler

Ricarda Lang will für „eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sorgen

Lang hatte im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel in Deutschland über die Rolle der Frau in der Wirtschaft gesprochen und meinte: „Wenn wir diesem etwas entgegensetzen wollen, geht das nur, wenn wir die Erwerbstätigkeit von Frauen steigern. Das ist aber nur möglich, wenn wir die viele unbezahlte Arbeit – vom Kümmern um Kinder bis zum Pflegen von Angehörigen, die in dieser Gesellschaft zum ganz großen Teil von Frauen geleistet wird – endlich anerkennen. Und zum Ausgangspunkt für eine neue Arbeitsmarktpolitik machen.“

Insgesamt müsse man deshalb, so Lang, für „eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sorgen und nannte als Beispiel mehr Betreuungsangebote für Kinder. In diesem Zuge brachte sie auch die Abkehr von der 40-Stunden-Woche ins Spiel, was Reichelt, der Langs Vorstellungen generell als „gruselig“ bezeichnete, besonders verärgerte. Langs Meinung nach stamme die 40-Stunden-Woche „aus dem letzten Jahrhundert.“

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