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Mord an Jamal Khashoggi: Türkische Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

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Im Fall des 2018 im saudischen Generalkonsulat in Istanbul ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi gibt es eine Wende.

Istanbul – Die türkische Staatsanwaltschaft stellt ihre Ermittlungen im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi* ein und übergibt den Fall an Saudi-Arabien. Die Anklage wurde damit offiziell eingestellt. Bei Menschenrechtsorganisationen und Journalistenverbänden hat die Entscheidung der türkischen Behörden für Empörung gesorgt. Zuvor hatte das türkische Justizministerium dem Antrag der Anklage stattgegeben.

Damit werde der Fall an die abgegeben, die für den Mord verantwortlich seien, teilte Milena Büyüm von Amnesty International über Twitter mit. Reporter ohne Grenzen (RSF) hatte zuvor mitgeteilt, zutiefst besorgt über die Ankündigung des türkischen Justizministeriums zu sein, das Gerichtsverfahren im Mord am saudi-arabischen Journalisten einzustellen und den Fall an Saudi-Arabien zu übergeben. „Wir fordern Justizminister Bekir Bozdag und die türkischen Gerichte auf, ihren Teil zur Bekämpfung der Straflosigkeit für dieses schreckliche Verbrechen beizutragen und den Fall zu Ende zu bringen“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr in einer Pressemitteilung.

Jamal Khashoggi: Spielen wirtschaftliche Interessen eine Rolle?

Nach dem Mord am Kolumnisten der Washington Post im Oktober 2018 hatte es eine Eiszeit zwischen der Türkei und Saudi-Arabien* gegeben. Der Mord habe zwar im saudischen Generalkonsulat stattgefunden, man dürfe aber nicht vergessen, dass es auf türkischem Boden passiert sei, versprach damals Präsident Recep Tayyip Erdogan* und kündigte Aufklärung an.

Dieses vom türkischen Sender TRT World zur Verfügung gestellte Videostandbild vom 02.10.2018 zeigt mutmaßlich den saudischen Journalisten Jamal Khashoggi vor Betreten des Generalkonsulats von Saudi-Arabien in Istanbul.
Dieses vom türkischen Sender TRT World zur Verfügung gestellte Videostandbild vom 02.10.2018 zeigt mutmaßlich den saudischen Journalisten Jamal Khashoggi vor Betreten des Generalkonsulats von Saudi-Arabien in Istanbul. © dpa

Die Beziehungen zwischen der Türkei* und Saudi-Arabien hatten sich mit dem Fall Khashoggi verschlechtert. Riad verhängte später ein Embargo für türkische Waren. Erst Anfang des Jahres hat es dann versöhnliche Stimmen aus Ankara gegeben. Im Februar kündigte Erdogan an, Saudi Arabien besuchen zu wollen*, einen Termin nannte er jedoch nicht.

Im Fall Khashoggi, in dem die Türkei ermittelt hatte, waren laut Euronews Türkisch bislang 26 Personen in Istanbul angeklagt. Bei ihnen handelt es sich um saudische Konsulatsangestellte und Geheimdienstmitarbeiter.

Jamal Khashoggi: Normalisierung zwischen der Türkei und Saudi Arabien erwartet

Die Einstellung der Ermittlungen im Fall des Journalisten Jamal Khashoggi dürften die Beziehungen zwischen Erdogan und dem saudischen Königshaus verbessern. Er wolle dazu konkrete Schritte machen, sagte der türkische Präsident im Februar. (Erkan Pehlivan) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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