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„Militärisch ein Desaster für Russland“: Experte rechnet mit Putins Teilmobilmachung ab

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Von: Florian Naumann, Bettina Menzel, Franziska Schwarz, Fabian Müller

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n einer Uniform beobachtet Wladimir Putin, Präsident von Russland, Militärübungen, die im Rahmen des größten Militärmanövers des Jahres «Zentr 2019» stattfinden. (Archivbild)
n einer Uniform beobachtet Wladimir Putin, Präsident von Russland, Militärübungen, die im Rahmen des größten Militärmanövers des Jahres «Zentr 2019» stattfinden. (Archivbild) © Alexei Nikolsky/dpa

Putin ordnete eine Teilmobilmachung an, die Reaktionen darauf fallen negativ aus. Von einem „Desaster“ ist die Rede. Der News-Ticker zur militärischen Lage im Ukraine-Krieg.

Update vom 22. September, 6.45 Uhr: Der Deutsche Reservistenverband hat die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigte Teilmobilmachung für den Ukraine-Krieg als „menschenverachtend“ bezeichnet. Derart „schlecht vorbereitete“ Soldaten in einen Krieg zu schicken, werde zudem „militärisch ein Desaster für Russland“, sagte Verbandspräsident Patrick Sensburg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben). Auch Reservisten müssten gut ausgebildet und vorbereitet werden. Durch die Teilmobilmachung würden aus seiner Sicht die russischen Truppen „sogar eher geschwächt als gestärkt“, so Sensburg weiter.

Diese Maßnahme wird nach seiner Ansicht zudem Putin auch nicht die ausreichende Zahl von Soldaten für den Kriegseinsatz bringen. Viele Verträge russischer Soldaten liefen in den nächsten Wochen aus, auch müsse die große Zahl an Gefallenen ersetzt werden. Bis Reservisten durch die Teilmobilmachung in den Einsatz ziehen könnten, würden jedoch Wochen vergehen. Für die Vorbereitung werde von der ärztlichen Untersuchung bis zur Einkleidung und Zuordnung zu Kampfeinheiten Zeit benötigt.

Steinmeier: Teilmobilmachung „kein gutes Zeichen“ - Putin-Rede „zynisch“

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wertet die russische Teilmobilmachung als besorgniserregendes Zeichen für eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine. „Das alles spricht sehr dafür, dass hier zu letzten Mitteln gegriffen wird, um die Situation weiter zu eskalieren - keine guten Zeichen für den weiteren Fortgang dieses Krieges“, sagte Steinmeier am Mittwoch am Rande eines Staatsbesuchs in Mexiko.

Russlands Führung sei offenbar bereit, auch mehr Opfer unter den eigenen jungen Leuten in Kauf zu nehmen, so Steinmeier. „Und wer die Rede von Präsident Putin nachgelesen hat, kann sie nicht anders als zynisch empfinden.“ Er baue den Westen zu einem riesigen Monster auf, in dem Nazis angeblich Russland und seine territoriale Integrität bedrohten. „Alles das, um zu begründen, dass jetzt eine Teilmobilmachung unter den jungen Leuten in Russland stattfinden soll.“ Die Entwicklung „muss uns beunruhigen“, sagte Steinmeier.

Ukraine verkündet Austausch von 215 Kriegsgefangenen

Derweil hat die Ukraine am Mittwoch den größten Gefangenenaustausch mit Russland seit Beginn des Krieges Ende Februar verkündet. „Wir haben es geschafft, 215 Menschen zu befreien“, sagte der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, im Fernsehen. Wie Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Ansprache mitteilte, habe Russland im Austausch 55 Gefangene erhalten, darunter Wiktor Medwedtschuk, ein ehemaliger ukrainischer Abgeordneter und Verbündeter von Russlands Präsident Wladimir Putin.

Laut Selenskyj waren unter den Freigelassenen auch Militärbefehlshaber, die an der Verteidigung des Asow-Stahlwerks in der südukrainischen Hafenstadt Mariupol beteiligt waren.Sie seien in einer lange vorbereiteten Aktion in die Türkei gebracht worden. Die Freigelassenen würden „in vollständiger Sicherheit“ bis zum Ende des Krieges dort bleiben, erläuterte Selenskyj.

Zuvor waren zehn Kriegsgefangene aus fünf Ländern aus Russland nach Saudi-Arabien gebracht worden. Fünf der Freigelassenen stammen aus Großbritannien, zwei aus den USA und jeweils einer aus Schweden, Kroatien und Marokko.

Update vom 21. September, 22.37 Uhr: Der ukrainische Oberbefehlshaber Waleryj Saluschnyj gibt sich trotz der von Russland verkündeten Mobilmachung von bis zu 300.000 Reservisten siegessicher. Die Ankündigung aus Moskau belege nur die Stärke der Ukraine, schrieb er am Mittwoch auf Facebook. „Hunderttausende Männer und Frauen schützen ihr Heimatland, ihre Häuser, ihre Kinder und die Zukunft der Ukraine.“ Daran ändere sich durch das Moskauer Vorgehen nichts. „Wir werden jeden vernichten, der mit Waffen in unser Land kommt - ob freiwillig oder durch Mobilisierung“, drohte Saluschnyj.

Die ukrainische Armee wehrte nach Angaben des Generalstabs in Kiew am Mittwoch fünf russische Angriffe ab, darunter bei Kupjansk im Gebiet Charkiw. Über den Eisenbahnknotenpunkt lief bislang der Nachschub für die russischen Truppen im Donbass. Die Ukrainer brachten bei ihrer Gegenoffensive Anfang September Kupjansk zum großen Teil unter ihre Kontrolle. Der Generalstab berichtete von russischem Panzer- und Artilleriebeschuss an vielen Abschnitten der Front. In mehr als 30 Ortschaften sei zivile Infrastruktur beschossen worden. Die Militärangaben waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.

Proteste gegen Putins Teilmobilmachung: Russlandweit über 700 Menschen festgenommen

Update vom 21. September, 20.44 Uhr: Bei Protesten gegen die von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete Teilmobilmachung sind in Russland Hunderte Menschen festgenommen worden. Das Bürgerrechtsportal OVD-Info zählte am Mittwochabend russlandweit 735 Festnahmen. In der Hauptstadt Moskau seien 260 Demonstranten festgesetzt worden, in St. Petersburg 267. In den beiden größten Städten des Landes gab es auch die größten Kundgebungen. Die Menschen in Moskau forderten in Sprechchören ein „Russland ohne Putin“.

Der Journalist Francis Scarr von der britischen BBC teilte auf der Social-Media-Plattform Twitter ein Video, das eine kleinere Ansammlung von Menschen in Moskau zeigt, die lautstark „Schickt Putin in den Schützengraben“ skandiert.

In Tomsk und Irkutsk in Sibirien, in Jekaterinburg am Ural und an anderen Orten gingen demnach vereinzelt Menschen auf die Straße. Sie hielten Plakate mit den Farben der ukrainischen Flagge und Sprüchen wie „Nein zur Mobilisierung!“ in die Höhe. Angesichts massiver staatlicher Repressionen in Russland dürften die Proteste aber wohl nicht allzu groß ausfallen. In Moskau etwa warnten die Behörden noch vor Beginn einer geplanten Demonstration nachdrücklich vor einer Teilnahme: Die Staatsanwaltschaft drohte den Menschen mit bis zu 15 Jahren Haft. Seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine vor knapp sieben Monaten geht die russische Staatsmacht unter anderem mit verschärften Gesetzen hart gegen Oppositionelle und Kriegsgegner vor.

Ukrainische Behörden melden Angriffe russischer Truppen auf zivile Infrastrukturen

Update vom 21. September, 17.37 Uhr: Ukrainische Behörden meldeten am Mittwoch Angriffe auf zivile Infrastrukturen. Am Nachmittag sollen russische Truppen demnach den Bezirk Synelnyk angegriffen haben. „Sie zielten auf eine Infrastruktureinrichtung und einen landwirtschaftlichen Betrieb“, so der Gouverneur von Dnipropetrovsk am Mittwoch. Der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko, teilte indes mit, dass es zwei Raketenangriffe Russlands in der Oblast Charkiw gegeben habe. Diese sollen einen Staudamm beschädigt haben. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren, stimmen jedoch grundsätzlich mit der Annahme des US-Militärs und britischer Geheimdienste überein, wonach Russland offenbar vermehrt zivile Ziele angreifen will.

Kremlchef Putin plant Teilmobilmachung der russischen Truppen

Update vom 21. September, 13.25 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin plant im Ukraine-Krieg eine Mobilisierung der Truppen. 300.000 Reservisten sollen das Militär in der Ukraine unterstützen. Mittlerweile sind Details zur Maßnahme bekannt: Die Mobilisierung betrifft Russen, die bereits in der Armee gedient haben, vor allem diejenigen mit Kampferfahrung und einer militärischen Ausbildung.

Universitätsstudenten und Wehrpflichtige werden von der Mobilisierung ausgenommen, sagte Verteidigungsminister Sergei Schoigu. Ausgenommen von der Mobilisierung sind ferner Senioren, gesundheitlich beeinträchtigte Russen, alleinerziehende und kinderreiche Väter sowie Mitglieder der Staatsduma, also Politiker.

Menschen im Wehrdienst sollen auf russischem Territorium eingesetzt werden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Inwiefern sich diese Pläne nach der geplanten Annexion mehrerer ukrainischer Gebiete verändern, scheint unklar. Tass schreibt auch, dass alle mobilisierten Soldaten „eine zusätzliche Ausbildung durchlaufen, bevor sie in das Gebiet der Militäroperation geschickt werden“.

Etliche Menschen sollen sich unterdessen in Sorge vor den neuen Putin-Plänen bereits mit Fluchtgedanken beschäftigen. Dazu schreibt Tass: „Bürger, die seit Beginn der Mobilisierung in das Militärregister eingetragen sind, haben nicht das Recht, ihren Wohnsitz ohne Genehmigung der Militärkommissariate zu verlassen.“

Laut dem Leiter des Verteidigungsausschusses in der Duma, Andrej Kartapolow, betrifft die Einschränkung der Reisefreiheit vor allem Auslandsurlaube. „Sie können weiter ruhig auf Dienstreise nach Krasnodar oder Omsk fahren, aber ich würde Ihnen nicht raten, in türkische Kurorte zu fahren – erholen Sie sich lieber in den Badeorten der Krim und des Gebiets Krasnodar“, sagte der Abgeordnete am Mittwoch. Flugbuchungen etwa in die Türkei waren am Mittwoch auf einschlägigen Portalen im Internet nicht mehr möglich.

Update vom 21. September, 9.32 Uhr: Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat die Verluste der eigenen Armee im Ukraine-Krieg auf 5937 Militärangehörige beziffert. „Die Verluste Russlands belaufen sich auf 5937“, sagte Schoigu am Mittwoch im russischen Fernsehen. Es ist das erste Mal seit Monaten, dass Russland offiziell Zahlen veröffentlicht. Unabhängige Beobachter gehen allerdings von deutlichen höheren Verlusten Russlands aus.

Die Zahl getöteter ukrainischer Soldaten beziffert Schoigu mit mehr als 60.000. Hinzu kämen fast 50.000 Verletzte, so dass die „Verluste“ insgesamt bei mehr 100.000 lägen, sagte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch im Staatsfernsehen.

Damit habe die Ukraine mehr als die Hälfte ihrer einstigen Streitkräfte, die anfangs aus mehr als 200.000 Menschen bestanden haben sollen, verloren, behauptete Schoigu. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht. Die Ukraine selbst hatte die Todesopfer in den eigenen Reihen Ende August auf annähernd 9000 Soldaten taxiert.

Update vom 21. September, 8.18 Uhr: Knapp sieben Monate nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine hat Russland eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet. Er habe diese Entscheidung nach einem Vorschlag des Verteidigungsministeriums getroffen und das Dekret unterschrieben, sagte Kremlchef Wladimir Putin in einer Fernsehansprache. Die Teilmobilisierung beginne noch an diesem Mittwoch.

Ukrainische Streitkräfte rücken nach eigenen Angaben bis zur Grenze der Region Donezk vor

Update vom 20. September, 20.06 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben die ukrainische Flagge an der Grenze der Regionen Donezk und Charkiw gehisst. Das schrieb der Leiter der Militärverwaltung der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, am Dienstag in einem Telegrammpost.

„Die ukrainische Flagge wurde auf dem Eingangsschild an der Grenze zwischen den Regionen Donezk und Charkiw gehisst“, schrieb er. „Dank unserer Streitkräfte ist dieser Abschnitt der Autobahn Kiew-Charkiw-Dowschanski frei von Besatzern, aber extrem gefährlich, da er buchstäblich mit tödlichem Militärschrott vollgestopft ist.“ Bis vor kurzem seien in dem Gebiet noch heftige Kämpfe ausgetragen worden, doch jetzt seien nur noch verlassene Ausrüstung und Minenfelder übrig, so Kyrylenko weiter.

Update vom 20. September, 14.07 Uhr: In den pro-russischen Separatistengebieten der ukrainischen Donbass-Region sollen ab Freitag (23. September) Referenden über die Annexion durch Russland stattfinden. Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew hatte zuvor erklärt, dieser Schritt könne die russische Militäroffensive in dem Land stärken. US-Militärexperten bezweifeln den Nutzen für Putin allerdings.

Weitere Ukraine-Annexionen? US-Militärexperten warnen Putin vor „Demütigung“

Update vom 20. September, 11.56 Uhr: Die neue Gegenoffensive der Ukrainer beunruhigt auch Teile der russischen Öffentlichkeit - die Pläne, deshalb nun Referenden in den prorussischen besetzten Gebiete Donezk und Luhansk abzuhalten, ergeben zumindest nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) aber keinen Sinn.

Die Gebiete seien nicht vollständig von Russland kontrolliert. Zugleich sei fraglich, ob eine selbst proklamierte Einverleibung der Regionen in das russische Staatsgebiet strategische Vorteile biete. Ein Vergleich mit der annektierten Krim zeige bereits jetzt: Ukrainische Rückeroberungsversuche führten nicht zwingend zu russischen Vergeltungsschlägen gegen die Nato, heißt es im jüngsten Lagebericht des US-Think-Tanks.

Weiter teilte das ISW mit: Eine teilweise Annexion von Donezk und Luhansk brächte den Kremlchef potenziell in die „demütigende Situation“, diese Gebiete mit seinem Militär wohl nicht halten zu können. „Es ist unklar, ob Putin sich darauf einlassen würde, nur wegen des ohnehin in Frage stehenden Vorteils, so der Nato oder Kiew mit einer Eskalation drohen zu können“. Aktuell halten die ISW-Militärexperten diesen Schritt für „sehr unwahrscheinlich“.

Update vom 20. September, 9.45 Uhr: Der britische Geheimdienst berichtet von einem Abzug russischer U-Boote vor der Krim – und macht Sorgen des Kreml vor Schlägen der Ukraine für den Schritt verantwortlich.

Russland habe seine U-Boote der Kilo-Klasse von der annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel zurückgezogen und in die südrussische Hafenstadt Noworossijsk verlegt, erklärte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Zur „Kilo-Klasse“ gehören konventionell betriebene U-Boote vor allem aus den 80er Jahren. Anlass sei wohl, dass die Fähigkeit der Ukraine zu Angriffen über weite Distanz zugenommen habe: „In den vergangenen zwei Monaten wurden das Flottenhauptquartier und dessen Hauptflugplatz angegriffen“

Das Ministerium verwies darauf, dass der russische Präsident Wladimir Putin mit der Krim-Annexion 2014 auch die Sicherheit der Schwarzmeerflotte garantieren wollte. „Die Sicherheit der Stützpunkte wurde nun wegen Russlands andauernder Aggression gegen die Ukraine direkt untergraben“, stellte die Behörde fest. Das ukrainische Militär meldete derweil am Montag, dass die russische Schwarzmeerflotte ihre vor der Krim agierende Flotte im Kampf gegen die Ukraine wieder auf zehn Schiffe aufgestockt habe. Darunter seien drei Raketenkreuzer und drei große Landungsschiffe.

Ukraine-News: Selenskyj fordert bei Offensive Tempo – Neue Details zum Massengrab bei Isjum

Überblick vom 20. September, 7.00 Uhr: Kiew - Die Gegenoffensive der Ukraine scheint weiterhin voranzugehen. Nach der Beratung mit seinen Militärs sagte Wolodymyr Selenskyj nun, die ukrainischen Kräfte hätten die Lage in den befreiten Gebieten bei Charkiw im Osten fest im Griff. Er dankte einzelnen Brigaden der Armee, aber auch dem Geheimdienst SBU, dessen Führung er im Juli ausgetauscht hatte. Mittlerweile trage der SBU Sorge dafür, „dass die Besatzer sich nirgends auf ukrainischem Boden halten können“.

Zugleich mahnte der ukrainische Präsident schnelles Handeln an: Tempo sei wichtig bei der Stabilisierung der befreiten Regionen, bei der Normalisierung des Lebens dort und beim Vorrücken der Truppen von Kremlchef Wladimir Putin. Die Unterstützung aus dem Ausland müsse ebenfalls mit diesem Tempo mithalten, forderte er. Der ukrainische Generalstab teilte mit, russische Truppen hätten am 19. September zivile Objekte in 24 Orten beschossen.

Massengrab bei Isjum: Die meisten der Toten laut Kiew offenbar Zivilisten

Am Vortag hatte die ukrainische Seite gemeldet, dass die meisten der Toten im Massengrab bei Isjum offenbar Zivilisten waren. Unter den bislang 146 Leichen seien zwei Kinder gewesen, teilte Charkiw-Gouverneur Oleh Syniehubow mit. Vorherigen Berichten zufolge weisen viele Leichen offenbar „Anzeichen eines gewaltsamen Todes“ auf. Derzeit laufen gerichtsmedizinische Untersuchungen, um die Todesursachen zu ermitteln.

Schläge gegen zivile Ziele gehören aber womöglich zur neuen Kriegstaktik Russlands, wie der britische Geheimdienst und das US-Militär vermuten. Der Kreml bezeichnet Kiews Vorwürfe zu Kriegsverbrechen als „Lüge“. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. (dpa/AFP/frs)

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