Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Dreyer

Merkel emotional bei Besuch im Hochwasser-Katastrophengebiet - Bürgermeister kommen die Tränen

Die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland forderte über 150 Todesopfer. Am Sonntag verschaffte sich Kanzlerin Merkel einen Überblick über das besonders betroffene Ahrweiler.

Update vom 18. Juli, 15.40 Uhr: Sie wollte sich einen Überblick über die Situation in den Hochwassergebieten verschaffen und zeigte sich anschließend von den Folgen der Hochwasserkatastrophe erschüttert: Kanzlerin Angela Merkel besuchte am Sonntag gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer das besonders von der Flut betroffene Schuld. Der Landkreis Ahrweiler hatte am Sonntag bislang 110 Todesopfer gemeldet, doch noch immer gelten Personen als vermisst.

Angela Merkel erklärte bei einem anschließenden Pressestatement: „Die deutsche Sprache kennt kaum Worte“. Das Ausmaß der Zerstörung sei massiv, es müsse schnell gehandelt werden. Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigte sich von den Folgen entsetzt, sprach gar von einer „traumatisierenden“ Zerstörung. Die Menschen vor Ort würden nicht allein gelassen werden: „Wir werden nicht ruhen, bis die Menschen, die vermisst werden, gefunden werden“.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Helmut Lussi, zeigte sich erleichtert, dass Schuld keine Toten oder gar Verletzten zu verzeichnen habe. Doch: es werde Jahre dauern, bis der Ort wieder hergestellt werde. „Das Wasser kam immer schneller“, beschreibt der Bürgermeister die knapp acht Meter hohe Flut unter Tränen.

Merkel emotional bei Besuch im Hochwasser-Katastrophengebiet - Bürgermeister kommen die Tränen

Update vom 18. Juli, 14.40 Uhr: Helmut Lussi, Bürgermeister von Schuld, berichtet bei dem Pressestatement, dass es in der kleinen Ortschaft glücklicherweise keine Toten und Verletzten gegeben habe. „Das übersteigt alle Dimensionen“, beschreibt Lussi die Lage vor Ort. „Das Wasser kam immer schneller“. Acht Meter und 87 Zentimeter hoch hätte die Flut den Dorfkern überrollt, auch die ersten Etagen der Häuser hätten teilweise unter Wasser gestanden. Die Feuerwehr hätte Menschen in letzter Minute gerettet. Die Hilfsbereitschaft vor Ort sei ungebrochen. Helmut Lussi, dem während des Statements die Tränen übers Gesicht laufen, erklärt, dass es Jahre dauern werde, den Ort wieder herzustellen.

Update vom 18. Juli, 14.30 Uhr: Ministerpräsidentin Malu Dreyer spricht gar von einer „traumatisierenden“ Zerstörung. Es werde aktuell noch immer nach Vermissten gesucht. „Wir bangen mit den Angehörigen“, so Dreyer weiter. Viele Menschen seien aktuell noch im Krankenhaus. Das psychische Leid vor Ort sei unermesslich groß. Viele Landwirte seien aktuell vor Ort, aus anderen Bundesländern, um vor Ort helfen zu können. „Die Menschen sind am Ende ihrer Kräfte. Wir werden nicht ruhen, bis die Menschen, die vermisst werden, gefunden werden“.

Update vom 18. Juli, 14.25 Uhr: „Die deutsche Sprache kennt kaum Worte“, beschreibt Kanzlerin Merkel zu Beginn ihres Statements die Trümmerlandschaft in der Gemeinde Schuld im Landkreis Ahrweiler. Es müsse nun schnell gehandelt werden, die bundesweite Solidarität müsse koordiniert werden. „Deshalb sind mit Sicherheit Spenden mit Geld das beste aktuell“, so Merkel weiter. Es werde lange dauern, bis alles wieder aufgebaut ist. Doch die Menschen vor Ort seien voller Hoffnung. „Ich habe versprochen, ich komme Ende August wieder“, so Kanzlerin Merkel weiter.

Hochwasser-Katastrophe: Kanzlerin Merkel und Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor Ort

Update vom 18. Juli, 13.40 Uhr: Das Ausmaß der Schäden in den Hochwassergebieten ist immens, noch immer gehen Einsatzkräfte davon aus, dass unter den Trümmern weitere Todesopfer liegen könnten. Seit Sonntagmittag begutachtet Kanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer die besonders betroffene Region im Landkreis Ahrweiler. Einsatzkräfte berichten bei der Begehung von den vergangenen Tagen.

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüßte Angela Merkel. Fernsehbilder zeigten sie auf einer Brücke im Gespräch mit Einsatzkräften. Für den Nachmittag war ein Pressestatement in Adenau geplant.

Die besonders von der Hochwasser-Katastrophe getroffene Region Ahrweiler in Rheinland-Pfalz hat bislang 110 Todesopfer zu beklagen, 670 Menschen wurden durch die Fluten verletzt.

Hochwasser-Katastrophe: Merkel besucht besonders betroffene Region

Ursprungsmeldung vom 18. Juli 2021: Ahrweiler - Die Hochwasser-Katastrophe hat Deutschland völlig unerwartet getroffen. Die Zahl der Todesfälle steigt auch am Sonntag weiter an: allein im Landkreis Ahrweiler zählten Einsatzkräfte 110 Tote. Mindestens 670 Personen wurden nach Angaben der Polizei dort verletzt. Die Zahl der Toten und Verletzten könnte sich jedoch weiter erhöhen.

Hochwasser-Katastrophe in Deutschland: Kanzlerin Merkel kündigt Besuch in Ahrweiler an

Am Sonntag besucht Angela Merkel die Eifel, in der Gemeinde Schuld im Landkreis Ahrweiler wird sich die Kanzlerin vor Ort einen Überblick verschaffen. Im Anschluss an den Merkel-Besuch ist gegen 14.30 Uhr ein Pressestatement gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer geplant. Für Montag hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angekündigt.

Auch vier Tage nach der großen Flut haben die Unwetter in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Mehr als 150 Todesopfer meldeten beide Bundesländer zusammen. Am Samstagabend hatte auch der Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern den Katastrophenfall ausgerufen.

Hochwasser-Katastrophe in Deutschland: Zahl der Todesopfer steigt vermutlich noch weiter an

In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geht währenddessen das Aufräumen weiter. Doch Einsatzkräfte müssen auch am Sonntag damit rechnen, weitere Todesopfer aus den Trümmern zu bergen. „Wenn Sie die Bilder sehen, wie es da aussieht, kann man nicht ausschließen, dass noch weitere Leichen gefunden werden“, hatte ein Sprecher gegenüber der dpa gesagt. Weiterhin wurden Menschen vermisst. Wie viele genau, wurde am Sonntag nicht beziffert.

Auch Kanzlerkanzlerkandidat Laschet hatte am Samstag die betroffenen Gebiete besucht, doch der Auftritt sorgte für Entsetzen. Während Bundespräsident Steinmeier vor den Kameras spricht, lachte Laschet im Hintergrund.

Rubriklistenbild: © Christof STACHE / POOL / AFP

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