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Boris Palmer wird vor OB-Wahl bedroht: „...müssen wir Dich leider töten“

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Von: Niklas Noack

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Boris Palmer polarisiert. Vor der Oberbürgermeister-Wahl in Tübingen am Sonntag (23. Oktober) erhält er unter anderem eine Morddrohung.

Tübingen - Tübingen steht am Sonntag (23. Oktober) deutschlandweit im Fokus. Denn in der baden-württembergischen Universitätsstadt steht die Oberbürgermeisterwahl an. Normalerweise wäre dies vermutlich kein Ereignis, das überregional Wellen schlagen würde. Aber mit Boris Palmer will sich wohl Deutschlands bekanntester Lokalpolitiker seine dritte Amtszeit sichern.

Er ist nicht nur der bekannteste, sondern auch der umstrittenste. Immer wieder sorgte Palmer mit rassistischen Äußerungen für Wirbel. Die Grünen starteten sogar ein Parteiausschlussverfahren, weil der OB in einem Facebookbeitrag zum Ex-Fußballer Dennis Aogo das N-Wort benutzt hatte.

Boris Palmer erhält vor OB-Wahl in Tübingen Hassmails und Morddrohung

Kurz vor der Wahl geriet Palmer selbst ins Visier. Per E-Mail erreichte ihn eine Morddrohung, die er auf Facebook öffentlich machte. Darin wird er unter anderem antisemitisch beleidigt. So heißt es: „Grüß Gott Boris Palmer, Du ekelerregender und widerwärtiger Untermensch und Jammerjude! Hör auf, Dich auf Facebook zu profilieren, Du bist nur ein Untermensch!“

Boris Palmer
Sollte die Wiederwahl von Boris Palmer nicht klappen, will er in Rente gehen, teilte der Tübinger Oberbürgermeister mit. © IMAGO/ULMER

Weiter schrieb der Absender, dass Palmer bald „sterben“ werde und droht konkret: „Wenn Du nicht freiwillig von Deinem Vorhaben abrückst, zum dritten Mal Oberbürgermeister von Tübingen zu werden, müssen wir Dich leider töten!“

Kein Personenschutz für Boris Palmer

Palmer kündigte in dem Post zur Morddrohung an, dass er die Mail an die Staatsanwaltschaft weiterleite. Die Erfolgsquote sei allerdings gering: „Im konkreten Fall lässt sich der Absender ziemlich sicher nicht ermitteln“, so der OB. Es ist nicht das erste Mal, dass der Lokalpolitiker mit solchen Nachrichten konfrontiert wird. Bereits im Zuge des Modellprojekts im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bekam Palmer Morddrohungen.

Gegenüber dem Schwäbischen Tagblatt sagte Palmer: „Das gab es die letzten Jahre immer mal wieder, vielleicht 20 Mal. Bislang ist die Einschätzung nicht so, dass ich Personenschutz brauche.“ Ein mulmiges Gefühl habe er aber dennoch.

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