Aktion geht nach hinten los

Frankfurts OB stellt sich bei Demo aufgebrachter Menge - und scheitert mit „Black Lives matter“-Aufruf

Frankfurts OB Peter Feldmann diskutiert auf dem Platz vor der Alten Oper in einem Ring aus Polizisten mit Demonstranten, die protestieren
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Frankfurts OB Peter Feldmann diskutiert auf dem Platz vor der Alten Oper in einem Ring aus Polizisten mit Demonstranten, die protestieren.

Eine Woche nach den Ausschreitungen am Frankfurter Opernplatz verlief das Wochenende hauptsächlich friedlich. Eine Solidaritätsbekundung des Oberbürgermeisters ging jedoch nach hinten los.

  • Am Frankfurter Opernplatz gibt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ein Interview.
  • Dann versucht der OB, auf „Black Lives matter“-Demonstranten zuzugehen.
  • Die aufgehitzte Atmosphäre lässt einen Dialog nicht zu - Der OB erntet heftige Buhrufe.

Frankfurt - Nach den nächtlichen Ausschreitungen am Frankfurter Opernplatz Mitte Juli ist das Wochenende darauf friedlich verlaufen. Hauptgrund dürfte der als Gegenmaßnahme eingeführte Zapfenstreich von behördlicher Seite sein. Denn nachts wurde der Ort, der sich im Zuge der Corona-Beschränkungen* zu einem beliebten Freiluft-Party-Hotspot entwickelt hat, von einem Räumkommando heimgesucht.

„Black Lives matter“: Frankfurts OB Feldmann scheitert mit Solidaritätsaktion

Bemerkenswert war jedoch ein Auftritt von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann: Umgeben von Polizeischutz suchte der SPD-Politiker den Dialog mit anwesenden Demonstranten, die laut Bild gegen halb 12 Uhr nachts am Opernplatz ankamen und lautstark gegen Rassismus, Polizeigewalt und auch Racial Profiling protestierten.

Am Rande eines Interview-Termins mischte sich der 61-Jährige aktiv unter die Demonstranten und wollte Solidarität zeigen, außerdem mit den Anwesenden das Gespräch suchen. Dieses Unterfangen ging jedoch schief: Im Netz kursieren Videoaufnahmen, wie Sozialdemokrat Feldmann vergeblich versucht, das Motto „Black Lives matter"* anzustimmen. Die aufgebrachte Menge konnte dadurch jedoch nicht besänftigt werden - eher im Gegenteil. Es folgten Pfiffe, Buhrufe und Gegenfragen, bezogen auf NSU 2.0.

Ob das möglicherweise an der etwas verdrehten Formulierung des OBs („Black Live matters“) lag? Wohl kaum. Vielmehr zeigte die Szene, wie emotional und erhitzt die Debatte um rassistische Diskriminierung derzeit geführt wird. Im Netz erhielt Feldmann für seinen gescheiterten Versuch heftige Kritik - aufgrund seiner „Einlull“-Taktik, der Anbiederung an einen „linken Mob“ und auch deswegen, weil von Mund-Nasen-Schutz bei ihm nichts zu sehen war.

Wie hat sich die angespannte Situation aufgelöst? Feldmann bedankte sich für friedliche Demonstration in Frankfurt, die Situation drohte dennoch zu kippen, wie Bild weiter schildert. Demnach versuchten Protestierende das Mikro abzustellen, werteten die Aussagen als Rassismus und versuchten, Feldmann zu folgen. Schließlich wurde der SPD-Mann von der Polizei, die in diesen Wochen weltweit unterer besonderer Beobachtung steht, aus der Menge geleitet.

Rassismus bei der Polizei? Weltweite Bewegung beschäftigt Politik und Behörden

Der Regierende der hessischen Metropole möchte sich von dem Rückschlag nicht entmutigen lassen und setzt weiter auf Dialog: „Ich werde die Anliegen und den Unmut auch in künftigen Gesprächen mit der Landesregierung thematisieren.“

Warum wurde „Black Lives matter“ überhaupt nach Deutschland adaptiert? Sind die Geschehnisse in den USA mit dem Tod von George Floyd auch in Deutschland möglich? Ein Kriminologe nennt Ursachen, Auswirkungen - und Verbesserungsansätze*. In einem Tagesthemen-Kommentar wurde ein ARD-Journalist kürzlich sehr deutlich - und forderte den Rücktritt Horst Seehofers. Der Innenminister sei eine „Fehlbesetzung“.

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