Ex-Kanzlerin knallhart

„Passt nicht mehr in die Zeit“: Merkel verzichtet vor CDU-Parteitag auf neuen Posten - und erteilt Merz Abfuhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlässt den Saal während einer Sitzung des Bundestags (Archivbild)
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlässt den Saal während einer Sitzung des Bundestags (Archivbild)
  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Angela Merkel ist nicht mehr Kanzlerin, doch Job- und Postenangebote bekommt sie trotzdem. Von ihrer Partei will sie offenbar kaum mehr etwas wissen.

Berlin - Merkel bleibt bislang ihrer Linie treu, die sie schon als Kanzlerin für ihren Ruhestand zeichnete: Nämlich der Politik weitgehend fern zu bleiben. Die ehemalige Regierungschefin Angela Merkel* will nach Angaben des scheidenden CDU-Parteichefs Armin Laschet nicht Ehrenvorsitzende der CDU* werden. Die Grundfrage sei, ob das noch in die Zeit passe, sagte Laschet im RTL/ntv-„Frühstart“. „Angela Merkel ist da auch zu der Entscheidung gekommen: Es passt nicht mehr in die Zeit. Wir haben keinen Ehrenvorsitzenden - das ist eine Tradition von früher, die es jetzt auf der Bundesebene nicht gibt“, sagte der CDU-Politiker.

Angela Merkel verzichtet auf Ehrenvorsitz der CDU - und sagt auch Merz ab

Die Frage des Ehrenvorsitzes habe man mit Hinblick auf einen alten Fall erörtert. „Der letzte Ehrenvorsitzende war Helmut Kohl, der dann vom Ehrenvorsitz zurückgetreten ist“. Altkanzler Kohl hat seinen Ehrenvorsitz im Jahr 2000 abgegeben, Grund dafür war die Spendenaffäre. Am Samstag trifft sich die CDU für ihren Parteitag, auf dem Friedrich Merz als neuer Vorsitzender* gewählt werden soll.

Doch nicht nur dem Ehrenvorsitz sagte Merkel ab: Wie der Spiegel berichtet, wird sie auch am Samstag nicht bei einem Abendessen mit Friedrich Merz teilnehmen. Der designierte Parteichef lud offenbar, nach Angaben aus Unionskreisen, alle noch lebenden Ex-CDU-Chefs ein, nach seiner Wahl zum Parteichef bei einem Dinner zusammenzusitzen. Auch Mitglieder des alten und neues Präsidiums seien eingeladen worden.

Wolfgang Schäuble und Armin Laschet sollen zugesagt haben. Merkel und auch Annegret Kramp-Karrenbauer aber nicht. Das Büro der Altkanzlerin führte laut Spiegel „terminliche Gründe“ an, bei Kramp-Karrenbauer ist es wohl Privates. Dass Merkel sich ein stückweit von ihrer Partei entfremdete, zeichnete sich schon zum Ende ihrer Kanzlerschaft deutlich ab. Mit Friedrich Merz hatte sie in ihrer Vergangenheit oft Streit, vielfach vertraten die beiden unterschiedliche Ansichten.

Merkel sagt UNO ab - Auftritt bei der Bundesversammlung erwartet

Auch einen anderen Posten bekam Merkel mittlerweile schon angeboten - nämlich von der UNO. Doch auch da lehnte sie dankend ab. Kurz vor ihrem Ruhestand betonte sie auf die Frage, was sie als Rentnerin machen wolle, immer wieder, dass sie erst einmal schlafen und auch viel reisen wolle. Bei der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten am 13. Februar wird sie aber noch einmal einen kleinen Auftritt haben. (dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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