In zweiter Instanz gescheitert

Pamela Reif versteht die Welt nicht mehr - Gericht verbietet Schleichwerbung: „kein rechtsfreier Raum“

  • Anna-Lena Schüchtle
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Pamela Reif hat versucht, gegen ein Urteil anzugehen, das das Landgericht Karlsruhe vergangenes Jahr gefällt hat. Der Versuch der Influencerin scheiterte jedoch - Werbung muss sie ab sofort kenntlich machen.

Karlsruhe - Fitness-Star Pamela Reif ist eine der bekanntesten und reichweitenstärksten Influencerinnen Deutschlands. Bekannt wurde das Model aus Karlsruhe vor allem wegen ihrer harten Workouts, die Pamela Reif in Videos auf YouTube veröffentlicht. Doch vor allem seit dem durch die Corona-Krise hervorgerufenen Lockdown konnte die Influencerin auch weltweit Bekanntheit erlangen.

Die meisten Fitness-Studios hatten geschlossen - viele ließen sich daher von den Videos von Pamela Reif zu Home-Workouts inspirieren. Innerhalb weniger Monate wuchs die Zahl ihrer Follower auf Instagram auf mehr als sechs Millionen. Für die Influencerin bedeutet das neben vielen anderen Aspekten auch eines: Das Vermögen von Pamela Reif wächst weiter und weiter.

Pamela Reif: Fitness-Influencerin verliert in zweiter Instanz beim Oberlandesgericht Karlsruhe

Das Landgericht Karlsruhe urteilte im März 2019 gegen Pamela Reif.

Weil Pamela Reif vor allem als Influencerin viel Geld verdient, stand sie bereits im März 2019 vor Gericht. Der Vorwurf: Schleichwerbung. Das Fitness-Model hatte auf Instagram veröffentlichte Werbung nicht als solche gekennzeichnet. Genau genommen ging es um angeblich private Bilder, auf denen Pamela Reif sogenannte „Tap Tags" gesetzt hatte - also Links, die zu einem bestimmten Markenhersteller führen und auf die ihre nunmehr 6,4 Millionen Fans auf Instagram dann klicken können.

Für diese hatte das Model zwar keine Bezahlung erhalten, der Verband Sozialer Wettbewerb wertete die Links dennoch als Schleichwerbung. In drei Fällen ging er gegen Pamela Reif vor und klagte auf Unterlassung. Das Landgericht Karlsruhe gab dem Berliner Verband damals in erster Instanz Recht. „Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum“, begründete der vorsitzende Richter 2019 die Entscheidung in einem Bericht von ka-news.de.

Das wollte Pamela Reif nicht hinnehmen und versuchte das Urteil vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe anzufechten. „Das ist für mich einfach keine Werbung. Das ist der Zweck von Instagram immer gewesen, andere Leute zu inspirieren“,sagt die Fitness-Influencerin in einem Bericht des SWR. Mit dem Setzen von Tap Tags hatte Pamela Reif nach eigener Aussage nur Anfragen ihrer Fans zuvorkommen wollen. Es habe sich um private Meinungsäußerungen gehandelt.

In zweiter Instanz hat das Oberlandesgericht Karlsruhe der Argumentation von Pamela Reif nun nicht Recht gegeben, da es sich bei ihrem Instagram-Kanal um einen Business-Account handelt. Die Influencerin legt dort viel Wert auf eine authentische Wahrnehmung - ein YouTube-Satiriker hatte die Scheinwelt von Instagram-Stars wie Pamela Reif erst jüngst entlarvt und damit abgerechnet. Auch wenn sie keine Bezahlung für ihre Tap Tags bekommt, handelt es sich nach Ansicht des Gerichts um eine geschäftliche Handlung. Aus diesem Grund bedeuten sie einen Wettbewerbsverstoß - die Links muss das Model künftig als Werbung kenntlich machen.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe bestätigte am gestrigen Mittwoch damit das Urteil des Landgerichts von vergangenem Jahr. Erst nach Stunden meldete sich Pamela Reif in einer Story auf Instagram, wo sie sich ihren Fans gegenüber jedoch in Schweigen hüllte. Das Urteil schien die Influencerin jedoch emotional mitgenommen zu haben. Ohne einen Grund zu nennen, entschuldigte sie sich bei ihren Followern, dass sie an diesem Tag noch nichts von sich erzählt hatte und sagte: „Ich konnte mich heute wirklich nicht konzentrieren. Ich hatte mich deshalb entschlossen, keinen Blick auf Social Media zu werfen“.

Fitness-Influencerin Pamela Reif: Model muss auf Instagram ab sofort Werbung als solche kenntlich machen

Auf Instagram versucht sich Pamela Reif als Familienmensch und ganz authentisch zu inszenieren. Dadurch wirkt die Fitness-Influencerin auf ihre Fans nicht abgehoben, sondern sympathisch, wodurch sie eine Bindung zu ihnen schafft- auch wenn das Model aus Karlsruhe manchmal tiefer Blicken lässt, als wohl manchem lieb ist.

Rubriklistenbild: © dpa / Uli Deck

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