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Tatort: So wird „Der Mörder in mir“ aus Stuttgart

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Von: Sina Alonso Garcia

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Stuttgarter Tatort
Sebastian Bootz (Felix Klare) und Thorsten Lannert (Richy Müller) ermitteln nach dem Tod eines Obdachlosen an der Unfallstelle. © SWR/Benoit Linder

Tatort-Fans aus dem Schwabenland, aufgepasst: Am Sonntag, 18. September, läuft ein brandneuer Tatort-Fall aus Stuttgart in der ARD. Die BW24-Redaktion vergibt 3,5 von 5 Sternen.

Stuttgart - Um den Tatort aus Stuttgart war es längere Zeit still. Am Sonntag, 18. September, um 20.15 Uhr, kehren die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) endlich wieder auf die heimischen Fernsehbildschirme zurück. Der Fall, um den es diesmal geht, ist knifflig: Auf einer Landstraße vor den Toren der Landeshauptstadt ist ein Toter gefunden worden - den zuvor offenbar jemand mit seinem Auto angefahren hat. Von dem Verantwortlichen fehlt allerdings jede Spur. Schnell wird klar: Hätte der Autofahrer nach dem Unfall angehalten und Erste Hilfe geleistet, hätte der Getötete überlebt.

Tatort aus Stuttgart: Lannert und Bootz ermitteln wegen fahrlässiger Tötung

Worum geht‘s? Anwalt und Familienvater Ben Dellien hat viel um die Ohren. Als er mit dem Auto abends auf der Landstraße fährt, kämpft er sich gerade durch geschäftliche und private Anrufe. Es regnet, die Sicht ist schlecht. Und schon ist es passiert: Wegen einer Unachtsamkeit fährt er einen Mann an, der im Dunkeln auf der Straße sein Fahrrad geschoben hat. Dellien gerät unter Druck und verlässt in Panik den Unfallort. Später erfährt er aus den Medien, dass das Unfallopfer - ein Obdachloser - gestorben ist.

Während die Kommissare Lannert und Bootz am nächsten Tag ihre Ermittlungen wegen Fahrerflucht und fahrlässiger Tötung aufnehmen und Indizien sammeln, nagt die Reue an Dellien. Warum hat er nicht angehalten? Dem Anwalt ist klar, dass seine Flucht ein Fehler war. Trotzdem zieht er es vor, die Spuren des Unfalls zu vertuschen, statt sich zu stellen. Schließlich würde das den Toten nicht wieder lebendig machen, aber sein Leben und das seiner Familie zerstören - da ist sich auch Delliens Frau Johanna sicher, die ihm den Rücken deckt.

Neben Johanna weiß offenbar noch eine weitere Person von Delliens Vergehen: Laura Rensing, die in einer Autowaschanlage arbeitet. Sie hat am Tag des Unfalls Delliens Auto gereinigt und scheint etwas zu wissen. Lannert und Bootz gelingt es allerdings nur schwer, ihr etwas zu entlocken. Haben Dellien und seine Frau sie in der Hand?

Tatort „Der Mörder in mir“ aus Stuttgart: Die BW24-Redaktion vergibt 3,5 von 5 Sternen

Wie gut ist der Tatort? Die BW24-Redaktion vergibt dem Tatort vorab 3,5 von 5 Sternen. Begründung: Als Zuschauer erhält man von Anfang an tiefe Einblicke in das Seelenleben des Schuldigen und fragt sich, wie man selbst an seiner Stelle gehandelt hätte. Der Fall geht an die Nieren - gerade, weil er auch in der Realität denkbar wäre. Die Charaktere sind glaubwürdig und auch die Art, wie das wohlhabende Ehepaar versucht, sich mit der möglichen Zeugin gut zu stellen und sie quasi zu bestechen, ist durchaus spannend.

Minuspunkte in der Bewertung gibt es in diesem Tatort leider für die Aussprache des schwäbischen Dialekts. Statt auf Schauspieler zu setzen, die authentisch Schwäbisch sprechen oder es zumindest richtig imitieren können, wurden hier wieder einmal Darsteller herangezogen, die dem landestypischen Slang überhaupt nicht gerecht werden. So oder so ähnlich stellen sich wohl Norddeutsche Schwäbisch vor. Bereits in vergangenen Tatort-Folgen blamierte sich der Stuttgart-Tatort mit falschem Schwäbisch. Aus der Kritik hat man offenbar nichts gelernt. Für einen echten Schwaben ist diese Möchtegern-Mundart wirklich nur schwer zu ertragen! Alles in allem ist „Der Mörder in mir“ dennoch ein absolut gelungener Krimi - einschalten lohnt sich.

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