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Vorab-Check: So wird der Hamburger Tatort „Tyrannenmord“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Falke (Wotan Wilke Möhring) zusammen mit Kollege Wacker (Arash Marandi).
Irgendetwas ist faul im Internat: Falke (Wotan Wilke Möhring) zusammen mit Kollege Wacker (Arash Marandi). © NDR/Marc Meyerbroeker

Fans des Hamburger „Tatort“-Teams wissen: Statt Klamauk oder künstlerischen Experimenten erwartet einen hier in der Regel solide Ermittlungsarbeit - so auch bei „Tyrannenmord“ am Sonntag.

Hamburg - Die „Tatorte“ der vergangenen Wochen stießen bei Zuschauern auf viel Kritik. So bezeichneten Fans den Münsteraner Tatort als „schlechtesten aller Zeiten“ und auch der Züricher Tatort wurde als „wirr und langweilig“ abgestraft. Während in Münster viel Klamauk die Handlung prägte, bewegte sich der Züricher Tatort in einem experimentell-künstlerischen Bereich. Kehrt mit den Hamburger Ermittlern Thorsten Falke und Julia Grosz am kommenden Sonntag, 20. März, um 20.15 Uhr in der ARD endlich wieder die klassische Ermittlungsarbeit in den Sonntagskrimi zurück? BW24 hat den Tatort vorab gesehen und kommt zu dem Fazit: Ja, der gute, alte Krimi ist wieder da. Einschalten lohnt sich.

Worum geht‘s? Nur wenige Stunden, nachdem der 17-jährige Juan Mendez aus einem Elite-Internat verschwunden ist, schlagen Freunde und Familie Alarm. Während die Kommissare Falke und Grosz zunächst erfahren, dass es sich um den Sohn des Botschafters eines autoritär regierten Landes handelt, stellt sich später heraus: Juan ist der Sohn des Präsidenten eben dieses Landes - sprich: eines Diktators.

Juans Vater, der Präsident, ist im Begriff, zu einem Staatsbesuch nach Deutschland zu kommen. Der fragwürdige Despot ist bekannt dafür, Oppositionelle und Journalisten verhaften und foltern zu lassen. Juans Kumpel August vermutet zunächst, dass der Junge lediglich den offiziellen Feierlichkeiten des Staatsbesuchs entziehen will. Juans Freundin Hannah hat hingegen eine andere, schlimme Vorahnung.

Tatort „Tyrannenmord“ aus Hamburg: Rätsel um Juans Verschwinden

Was auch immer hinter Juans Verschwinden steckt: Das Lehrerehepaar Bergson, das die Elite-Schule leitet, kommt mehr und mehr in Bedrängnis. Der gute Ruf der Schule ist ihr wichtigstes Kapital. Im Zuge der Ermittlungen gerät zudem der Personenschützer des Jungen in Verdacht. Auch ein Erpresserschreiben im Sinne inhaftierter Regimegegner von Juans Vater wirft Fragen auf.

Wie gut ist der Tatort? Die BW24-Redaktion vergibt dem Tatort vorab 4,5 von 5 Sternen. Begründung: „Tyrannenmord“ überzeugt mit anhaltender Spannung und klammert sich nicht an Nebendetails oder persönliche Verstrickungen von Kommissaren. Falke-Fans erleben ihren rauen, schlecht gelaunten, rebellischen und skeptischen Krimi-Helden in Höchstform. Zudem schaut ein sympathischer, junger Kollege „vom Dorf“ im Ermittler-Team vorbei und wirkt als angenehmer Gegenpol zum mürrischen Falke.

Auch gesellschaftskritische und politische Themen kommen im Hamburger Tatort nicht zu kurz und könnten aktueller nicht sein. So geht es um die wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von einem diktatorisch geführten Land ohne Meinungsfreiheit. Kritikpunkt, weshalb es für 5 Sterne nicht gereicht hat: Der Plot hinkt am Ende doch ein wenig und es wird nicht wirklich klar, wieso der Tatort nun eigentlich „Tyrannenmord“ heißt.

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